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Dismember, Hatesphere, Fall of Serenity, Lay Down Rotten
27.02.2008 Goldene Krone, Darmstadt

Reconquering the pit – als Lay Down Rotten ihr Motto an diesem Abend in die Tat umzusetzen begannen, hatte nach offiziellem Curfew nicht einmal der Einlass begonnen und der Schreiberling machte sich aus dem fernen Mannheim gerade auf den Weg. Schöne Scheiße!


FLYER
[Flyer]

Wegen Fall of Serenity war ich nicht gekommen, wäre aber fast wegen ihnen wieder gegangen. Selten, dass mich ein Band mit ihrer Performance schon beim ersten Stück so sehr nervte. Gitarrenheldenposen ohne Ende, nur weit und breit keine herausragenden Gitarristen in Sicht. Aber genug der Häme. Musikalisch war’s recht ordentlich, der Sänger stand in reger Kommunikation mit dem zurückhaltenden Publikum, das den ziemlich gesichtslosen Schweden Death Metal offenbar nicht sonderlich unterstützenswürdig empfand und nur bei den neueren, deutlich detailreichern Liedern ein bisschen mitging.


Hatesphere konnten da schon deutlich bessere Reaktionen erzielen, genau genommen die euphorischsten des Abends. Mit dem neuen Frontmann Joller gaben sie ein ungewöhnliches Bild ab, leider auch klanglich. Hatesphere sind vor allem ihrer melodischen Komponenten wegen mittlerweile eine halbwegs große Nummer im Geschäft, mit einem zugegebenermaßen sehr sympathischen Hardcore-Shouter hätten sie es wohl nicht so weit geschafft. Der vielschichtige Brüllsing-Gesang von Jacob Bredahl fehlte an einigen Stellen doch merklich, zumal dessen erst 19Jähriger Nachfolger kaum Anstalten machte, die vorhandenen Gesangsharmonien umzusetzen. Dennoch war’s ein guter Gig von einer agil aufspielenden Band, mit vielen klasse Stücken und dem Highlight „The sickness within“.


Über den Auftritt von Dismember müssen nicht viele Worte verloren werden. Nach Art der Schweden wurde eine grundsolide Leistung ohne große Überraschungen geboten. Die meisten Standards, darunter viel von den ersten zweieinhalb Alben, wurden gespielt und dazwischen gab’s immer wieder auch eher unaufregendes Material, wie auf den neueren Veröffentlichungen eben auch. Matti, den ich, welch Ehre, Minuten zuvor noch beim Wasserlassen an der Pinkelrinne traf, hatte auch auf der Bühne alles fest im Griff – und machte einen sehr abgeklärten Eindruck. Während seinen Kollegen zwischendurch immer wieder herumalberten, zeigte der Dickwanst mit verschmitzten Ansagen und kleineren Spielchen mit dem Publikum, dass er ebenfalls mit viel Spaß bei der Sache war. Nach einem famosen „Dreaming in red“, mit einem Hauch von angepasster Lightshow und „Override the overture“ war gegen 23.30 Uhr dann auch schon schluss. Wer früher anfängt, ist nun mal auch früher fertig.



(Chris)



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