Iron Maiden, Rising Dream, Lauren Harris
10.08.2008 "Poljud" Stadion, Split (Kroatien)
Sonntagnachmittag, über 30 Grad im Schatten und die Vorfreude auf die beste Heavy Metal Band der Welt. Besser kanns nicht sein. Es war die rede von 16 Uhr Einlass, deshalb machten mein Bruder und ich uns rechtzeitig auf den Weg. In Split vorm Stadion "Poljud" angekommen haben wir schon eine stattliche Anzahl von Fans der eisernen Jungfrauen im Auge. Wie erwähnt, 16 Uhr sollte Einlass sein. Dieser wurde, aus welchen Gründen auch immer, auf 18 Uhr verschoben. Was nicht weiter tragisch war, konnte man doch um das Stadion herum coole T-Shirts mit noch cooleren Motiven ergattern. Die Vorfreude auf IRON MAIDEN, eine Klassiker Setlist und eine Show mit Pyramiden stieg mit jeder Stunde ins unermessliche und die hohen Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Die Mannen um Steve Harris schaffen es immer wieder neue Standards zu setzen und jede ihrer Shows zu einem besonderen Erlebnis zu machen ...

Als erstes bittet Steve Harris Tochter Lauren, mit ihrer Band, an diesem heißen Sommertag um die Gunst des Publikums. Es ist deutlich zu erkennen, dass das viele Touren und Auftreten im Vorprogramm von IRON MAIDEN Früchte getragen hat, ist der Auftritt doch sehr viel besser und flüssiger als der in Stuttgart oder auch in Ludwigshafen. LAUREN HARRIS hat mittlerweile sehr viel mehr Bühnenerfahrung, schafft das Publikum zu animieren und lebt nicht ausschließlich vom "Steve Harris' Tochter Bonus". Durch ihre rockigen Ohrwürmer, ihre optische Erscheinung und die mittlerweile vorhandene Bühnenpräsenz war Lauren Harris ein guter und gelungener Einstieg in einen denkwürdigen Konzertabend.
Nach kurzer Umbauphase betritt die, für mich und sicherlich den größten Teil des Publikums, unbekannte Band RISING DREAM die Bühne. RISING DREAM ist eine kroatische Metalband, bestehend aus 6 Musikern. Von den Lokalmatadoren bekommt man einen melodischen Mix aus Power, Epic und Death Metal zu hören. Der Keyboardeinsatz fügt sich gut (weil nicht zu übertrieben) in die melodischen Riffs und teils cleanen teils gegrowlten Vocals ein. RISING DREAM scheinen jedenfalls vom verwöhnten und zu recht anspruchsvollen MAIDEN Publikum angenommen zu werden, da sie kaum durch "MAIDEN, MAIDEN…" Rufe gestört werden. Ihren sicherlich ersten Auftritt vor solch einer Kulisse, meistern sie trotz gelegentlicher Soundprobleme und sichtlichem Lampenfieber souverän und animieren die Zuschauer ordentlich zum abfeiern. Mit RISING DREAM bekommt wiedermal eine (noch?) unbekannte Band von IRON MAIDEN die Chance vor großem Publikum aufzutreten und ihr Können zu beweisen.
IRON MAIDEN - die Band auf die an diesem Tag gute 25.000 Fans warten - kommen mit 1 ½ stündiger Verspätung auf die Bühne. Die Verspätung tut der fantastischen Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, die Freude ist noch größer als der Gig mit "Churchill´s Speach" (den passenden Videoeinblendungen auf den zwei großen Monitoren rechts und links von der Bühne) und dem anschließenden "Aces High" endlich beginnt. IRON MAIDEN beglücken 25.000 fanatische Fans mit einer Klassiker Setlist und einer genialen Show, die an die "World Slavery" Tour von 1985 und die "Live After Death" DVD, angelehnt ist. Auch wenn es unheimlich schwer fällt Highlights des 2 Stunden Gigs zu nennen, entscheide ich mich für "Run To The Hills", "The Trooper", Rime Of The Ancient Mariner" (grandios gespielt und durch super Show verstärkt) und natürlich "Powerslave" sowie, das immer wieder geile und mittlerweile Hymnenartige (bei dem das ganze Stadion aus voller Kehle mitgesungen hat), "Fear Of The Dark". Nach der Ansage, dass es im nächsten Jahr ein neues Studioalbum geben wird, folgt die Zugabe bestehend aus "Moonchild", "The Clairvoyant" und "Hallowed Be Thy Name".
Es bleiben nur starke Eindrücke nach dem Auftritt von IRON MAIDEN in Split im Rahmen ihrer "Somewhere Back In Time" Tour. Sie haben eine Hammershow geboten mit viel Pyro, coolen Eddies (Mumien und Cyborg Eddie), einem Klassikerset und unheimlicher Spiellaune. Die Instrumentenfraktion war wie immer perfekt und Bruce Dickinson scheint mit seinen mittlerweile 50 Lenzen noch mehr Hummeln im Arsch zu haben als früher. Kurzum, ihnen scheint ihr erster Auftritt in Split - ihrem bis dato größtem Auftritt in Kroatien, ebenso wie den Fans, sichtlich spaß gemacht zu haben. Es war jedenfalls der beste Gig den ich von IRON MAIDEN je gesehen habe und kann den Worten der kroatischen Presse nur zustimmen. Sie haben das Konzert als einen fantastischen Auftritt beschrieben, über den die Anwesenden noch ihren Enkelkindern berichten werden. 2 Stunden ganz großes und unvergessliches Kino.