Party.San Open Air
07. - 09.08.2008 Bad Berka
Nachdem das Party.San Open Air letztes Jahr ja im Schlamm versunken ist, war der Wettergott dieses Jahr gnädig und es blieb bis auf ein paar einzelne kurze Schauer trocken. Da im Vorfeld auch keine Band dieses genialen Billings abgesagt hatte, stand einer fetten Metalparty nichts mehr im Weg!
Donnerstag, 7.8.2008
Das bunte Treiben wird dieses Jahr von PURGATORY eröffnet. Diese haben gerade erst ihre neueste Scheibe "Cultus Luciferi - The Splendour Of Chaos" auf den Markt geschmissen, und wissen von Anfang an die Meute mit ihrem angeschwärzten Death Metal die Leute zu begeistern, bevor es wieder an den PSOA Merchandise Stand geht, wo die Jungs auch dieses Jahr wieder arbeiten. Klasse Einstand! Anschließend sind die Jungs von DEADBORN an der Reihe, und ballern ihren technischen Death Metal ins Publikum, welches es mit großer Begeisterung aufnimmt. Da Black- bzw. Pagan Metal nicht wirklich meine Baustelle ist, spare ich mir Farsot und Skyforger und grase ein paar der zahlreichen Merchandise Stände ab, bevor DISMEMBER loslegen. Diese haben ja nach ihrem letzten desaströsen Auftritt in Bad Berka etwas gut zu machen, und so stehen Frontsau Matti und seine Jungs nicht nur stocknüchtern auf der Bühne, sondern spielen als besonderes Bonbon das komplette "Like An Everflowing Stream"-Album! Nach satten 1 ½ Stunden Death Metal Vollbedienung geht somit auch der erste Konzert-Tag zu Ende.


Freitag, 8.8.2008
Der Freitag beginnt mit IRATE ARCHITECT, die mit ihrem brutalen Death / Grind genau den richtigen Weckdienst darstellen. Sind mir die Jungs auf CD ein wenig zu verfrickelt, wissen die Jungs live aber voll zu überzeugen. Was kann es eigentlich bessere geben als eine neue CD zu veröffentlichen und die Release Party auf dem Party.San zu feiern? Eben, nichts! Das dachten sich auch DEFLORATION die hier quasi auch ein Heimspiel haben und entsprechend viele Fans tummeln sich auch vor der Bühne um den US Death Metal ihrer Helden zu huldigen. Bei einer so aufgeheizten Meute wäre es eigentlich ein leichtes Spiel für die Schweden TYRANT gewesen, jedoch tragen diese ihren räudigen Thrash-/Black Metal eher statisch vor und glänzen eher durch das Herumwerfen von Bierdosen. Nun ist es an der Zeit für ein (persönliches) erstes Highlight des Festivals, HAIL OF BULLETS! Diese haben ja mit "…Of Frost And War" DAS Death Metal Album der letzten Jahre veröffentlicht und da sich in der Band ja nur alte Hasen befinden, kann ja auch bei der Live Präsentation nichts mehr schief gehen. Selbst der eintretende Platzregen kann die Mannschaft um Kultsänger Martin van Drunen nicht aufhalten, und so wird der Gig zum absoluten Triumphzug! Man mag ja von den Texten und dem Image der darauf folgenden Porn Grinder LIVIDITY halten was man will, dass die Jungs aber musikalisch einiges auf dem Kasten haben kann wohl keiner bestreiten! Und so feuern die 4 Sickos dem Publikum ein ordentliches Pfund Geschmacklosigkeiten um die Ohren und beide Parteien haben sichtlich Spaß dabei. Nach diesem Brett war erst mal ne kleine Grill Session angesagt, die sich dann aber doch länger gestaltete als geplant. Pünktlich zu BLOODBATH war man aber wieder am Start, schließlich sind deren Live-Auftritte ja rar gesät. Blutbesudelt kamen die Schweden dann auf die Bühne und gingen auch gleich in die vollen. Frontgrunzer Mikael Åkerfeldt wirkte allerdings ein wenig neben der Spur (wie man später erfuhr hatte der gute Mann die Grippe) und auch seine für ihn typischen Ansagen wirkten am heutigen Abend etwas deplaziert. Naja, dass abschließende "Eaten" stimmte dann aber doch versöhnlich und man freute sich auf BOLT THROWER. Die Engländer machten ja schon im Vorfeld von sich reden, weil sie sich, durch ein Online Voting gestützt, gegen das Wacken Open Air und für das Party.San entschieden. Live sind Karl Willets und seine Truppe ja sowieso über jeden Zweifel erhaben und machen Bad Berka erwartungsgemäß den Erdboden gleich. Und trotz dieser Durchschlagskraft muss ich dennoch anmerken, dass dies der schwächste Bolt Thrower Auftritt war, dem ich beigewohnt habe. Klingt komisch, is aber so.



Samstag, 9.8.2008
Da ich nach dem Bolt Thrower-Auftritt mit einem namentlich nicht näher genannten Mitglied von Lay Down Rotten ganz böse versackt bin, verpasse ich leider die Auftritte von Imperious Malevolence und Insision, die aber Augen- und Ohrenzeugen zu folge ordentlich gerockt haben. Bei FACEBREAKER bin ich aber wieder voll da und erlebe auch direkt die beste Band des gesamten Festivals! Dies liegt nicht nur am wuchtigen Sound (ebenfalls der beste des Festivals) und der agilen Performance, sondern schlicht und einfach an den genialen Schwedentod-Hymnen "Fratzenbrecher". Jedem Anhänger des schwedischen Death Metals sei hiermit noch mal wärmstens die "Dead, Rotten & Hungry" Scheibe ans Herz gelegt!! Die darauf folgenden Koldbrann und Vreid schenke ich mir und gehe erst einmal frühstücken, um mir dann gestärkt die Carcass Erben von GENERAL SURGERY rein zuziehen. Wie zu erwarten gibt es hier die eitrige Grindcore Vollbedingung, stilecht dargeboten in blutversifften Arztkitteln. Das es MAROON von Anfang an schwer haben würden war klar und so machen die Thüringer das einzig sinnvolle, sie treten die Flucht nach vorne an und ballern den Leuten einfach die schnellsten Stücke um die Ohren, die ihnen zur Verfügung stehen und beweisen gleichzeitig, dass sie dem Metalcore Stempel schon lange 
[OBITUARY]entwachsen sind! Frontlama Andre Moraweck geht erwartungsgemäß ab wie Schmidts Katze und lässt sich die Laune auch nicht von irgendwelchen dämlichen Arschlöchern verderben, die die Band mit Würsten bewerfen! Geile Band, geiler Auftritt!! IMPALED NAZARENE haben ja in den letzten Jahren eher durch ihren unnötigen Kampf mit die Antifa oder Zankereien mit der deutschen Metal Presse als durch Musik geglänzt. Umso erstaunter war ich als die Finnen dann loslegten und einfach alles in Grund und Boden hämmerten! Keine Panda Schminke, kein Feuer, kein Gepose, einfach nur brutal aufs Maul! So mag auch ich Black Metal! Der Wirbel der um LEGION OF THE DAMNED gemacht wird hab ich auch nie so ganz verstanden. Klar haben die Holländer einen Haufen geile Songs am Start, dass hatten sie aber auch schon unter dem Namen Occult, nur da krähte kein Hahn nach ihnen. Egal, die Band wollte hier heute mit ner fetten Show glänzen um eine DVD mitzuschneiden. Das was man geboten bekam würde ich mir allerdings nicht kaufen! Die ganze Chose lief dafür einfach zu statisch ab und da man auch keinerlei neues Material zu bieten hatte, bekam man auch nichts was man nicht schon in den letzten Jahren auf diversen anderen Open Airs gesehen hatte. BEHEMOTH habe ich das erste Mal um die Jahrtausendwende auf irgendeiner Christmas Tour gesehen. Zum damaligen Zeitpunkt hätte ich nie gedacht das aus dieser Band mal ein solcher Extrem Metal Gigant wird! Die Polen machen heute Abend einfach alles richtig und bieten das kontrollierte Chaos! Das einzige was diesem Auftritt im Weg steht ist der katastrophale Sound, der sich leider auch mit andauernder Spielzeit nicht wirklich bessert. Schade! Den Abschluss des Abends bilden OBITUARY. Diese legen mit dem Brecher "Find the Arise" und beglücken das Publikum auch sonst eher mit Songs der ersten drei Alben. Alles super also? Leider nicht. Auch wenn man der Band ihren Spaß ansieht, so wirkt das ganze allerdings zu keinem Zeitpunkt spontan! Die Ansagen kennt man größtenteils auch schon vom Live Album und ein Schlagzeug Solo braucht auf nem Festival auch kein Schwanz! Vor allem nicht wenn es ein Donald Tardy spielt! Sorry, aber von diesem Typ will man doch einfach nur einen fetten Death Beat hören, denn das kann er auch! Zum Abschluss diese genialen Festivals gibt es aber (natürlich) "Slowly We Rot" und alles ist wieder gut!


