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Keep It True XI
15.11.2008 Würzburg Posthalle

Zum letzten Mal fand das kleinere Winter - KIT statt. Ab 2009 wird es ja nur noch das große 2 Tages KIT im April in Lauda geben. Hoffentlich wird man aber noch anderweitig die Gelegenheit haben die Posthalle in Würzburg aufzusuchen. Denn die ist herrlich groß und geräumig. Erst kommt der Chill/Ess Bereich, dann die Metalbörse und schließlich der Konzertbereich. Dort gibt´s guten Blick auf die Bühne und ordentlichen Live Sound! Location mäßig also alles Bestens auf dem 11er KIT, die Organisation war natürlich auch wieder astrein und was die Bands so hermachten lest ihr nun ...


ARTILLERY
[ARTILLERY]

Hellhound
Hellhound dürften die erste japanische Band sein, die beim KIT spielen durfte, und sie sorgte gleich zu Beginn für Furore. Räudiger Metal der alten Schule war angesagt, versetzt mit deutlichen Thrashanteilen, dargeboten von mordlustigen Schlitzaugen in speckigen Kutten, also absolut kultig und genau das, was das Festivalpublikum wollte. Dementsprechend wurden Hellhound fett abgefeiert und wurden nach dem Gig eigentlich immer umringt von einigen frisch dazugewonnenen Fans beim Autogramme schreiben und Fotos schießen gesichtet. Eine sympathische Band, auch wenn mir die Musik nur teilweise gefiel, denn trotz aller Hingabe ist das Songmaterial überwiegend eher durchschnittlich und in keiner Weise irgendwie herausragend. Aber wir wollen mal ein Schlitzauge zudrücken, nicht wahr? (Till)


Cast Iron
So schnell kann's gehen. Mal eben eine Band zum kopieren rausgesucht, eine EP veröffentlicht, und schon darf man beim KIT spielen. Ist irgendwie schon paradox, wenn man heutzutage vor allem damit auf sich aufmerksam machen kann, daß man eine andere Band so detailliert kopiert, wie es nur möglich ist. Dass Cast Iron auf Running Wild stehen, ist weder zu übersehen noch zu -hören. Musik, Texte, Gesang, Klamotten, Frisuren, Performance, Bandfotos - wer einen Film über die frühen Hamburger Metaljahre drehen möchte, sollte die Finnen als Authentizitätsberater engagieren, denn hier stimmt alles. Oder doch nicht? Die Songs der Band sind ok, sie können spielen und gingen heute auch mit viel Elan zur Sache. Trotzdem sind Cast Iron aber im Grunde auch nur eine Coverband, denn Einflüsse gekonnt zu verarbeiten ist etwas anderes als diese doch reichlich plumpe Heldenverehrung. Da gibt es zahlreiche interessantere Bands, die schon deutlich länger eine KIT-Teilnahme verdient gehabt hätten. Ich bin wirklich kein Originalitätsfanatiker, aber wenn ich sowas hören will, dann lieber "Gates to Purgatory" im Original. Zumindest zum Schluss wurde es aber nett, als der Hanseaten Urklampfer Preacher noch mal für zwei Songs ("Genghis Khan" und "Victim of states Power") die Bühne betrat und die Axt malträtierte. Ansonsten waren Cast Iron jedoch wirklich verzichtbar. (Till)


FLOTSAM & JETSAM
[FLOTSAM & JETSAM]

Timelord
Für die Freunde progressiver Klänge und unmetallischer Outfits hatten Oli und Tarek diesmal Timelord gebucht, was leider kein besonderer Glücksgriff war. Nicht nur dass die Band stilistisch arg aus dem Rahmen fiel, auch optisch war das nicht das, was sich der geneigte KIT-Besucher unter einer Metalband vorstellt, denn das Stageacting war ebenso lahm wie der Kleidungsstil. Noch dazu sind Timelord keine Truppe, die ihre progressiven Ambitionen auf gelungene Art und Weise auslebt, denn die Songs wirkten reichlich konturlos und uninspiriert. Dementsprechend waren beim Publikum stärkere Abwanderungstendenzen zu beobachten. Nach ein paar Songs schloss ich mich an. (Till)


Faith Factor
Jeder, der die US-Power Metal Truppe von Deadly Blessing zu seinen Faves zählt, war heiß auf den Gig von Faith Factor, denn Ex-Blessing Frontmann Norm "Ski" Kiersnowski stellte hier sein neues Projekt vor. Und enttäuscht wurde sicherlich niemand, denn die Vocals kamen in jeder Tonlage messerscharf und ohne den kleinsten Kompromiss. Da störte es auch nicht, dass Ski zunächst wie der Nietenpapst aussah und sich mit der Zeit dann etwas "entblätterte". Auch die christliche Message, die er mit Faith Factor rüberbringen möchte, störte in den Ansagen nicht wirklich, denn wer so singt, darf eigentlich fast alles und so sollte man sich schleunigst das Debüt "Against A Darkened Sky" auf den Einkaufszettel schreiben - neben den Deadly Blessing-CDs falls diese nicht eh schon das heimische Regal schmücken. Stark fand ich, dass Ski trotz seiner geistigen Neuausrichtung live dennoch auf das alte Kultmaterial zurück griff und somit Faith Factor zu einem der Highlights beim KIT wurden. (Hansy)


GIRLSCHOOL
[GIRLSCHOOL]

Evil
Wieder mal eine Band mit schier unüberschaubarer Diskographie. Es muss lange gedauert haben, aber irgendwie hatten Evil es doch geschafft, sich auf eine Setlist zu einigen, die sich aus ihren bisherigen Veröffentlichungen "Evil's message", "Evil's message", "Evil's message" und natürlich der 1984 veröffentlichten EP "Evil's message" zusammensetzte. Und ein paar weitere Stücke dazu, wobei sich meiner Kenntnis entzieht, ob das neue Kreationen waren oder alte Songs, die damals nicht mehr auf die Platte passten. Der Gig war ok, akzeptabler klassisch-stampfiger Metal, der allerdings heute genauso wenig Mauern niederriss wie vor 24 Jahren. Richtig nötig war die Evil-Reunion wohl nicht, aber wir wollen nicht ungerecht sein: Die Band machte schon irgendwie Spaß, vor allem das Schnauzbart/Stirnband-Outfit des Bassisten, und auch musikalisch war es nicht von schlechten Eltern. Sollten Evil sich zu einem neuen Album entschließen, darf aber gerne noch eine Steigerung drin sein. (Till)


Artillery
Zeit für ein wenig technisch anspruchsvollen Thrash: Artillery standen auf der Matte und für die Dänen galt es in erster Linie, ihren neuen Sänger Sören Nico Adamsen den KIT-Fans näher zu bringen. Der machte in mitten der doch deutlich gealterten Herrn seine Sache gut, aber irgendwie ging die Mucke insgesamt etwas im Soundbrei unter, so dass letztendlich eine gute Show bescheinigt werden konnte, bei der der Funke allerdings nur zeitweise übersprang. (Hansy)


NASTY SAVAGE
[NASTY SAVAGE]

Tokyo Blade
Leider müssen wir feststellen dass wir von Tokyo Blade nichts mitbekommen haben und alle grad irgendwie unterwegs waren. Sorry - hätten wir besser organisieren müssen! Auf Nachfrage bei Kumpels erfuhren wir zumindest dass die Jungs ihre Sache wohl recht ordentlich gemacht haben und die Reaktionen gut waren. Next Time! (Arno)


Girlschool
Mit ihrer "Legacy" CD zum 30 jährigen Bandjubiläum haben die englischen Rockerinnen bei mir voll ins Schwarze getroffen und sind mir geradezu zurück ins Bewusstsein gerufen worden. Girlschool - soo geil! Der Meinung war wohl auch das KIT Publikum, denn die vier Damen Ende 40 wurden alle gefeiert. Die haben das Haus aber auch gerockt! Hits wie "Emergency", neues wie "I Spy" (das auf CD auch in einer Version mit Ronnie Dio am Micro drauf ist) und auch ein Cover ("Tush" von ZZ Top) fanden den Weg in die Setlist. Sängerin Kim Mc. Auliffe ist einfach die Rockerin überhaupt, geile Röhre - starkes Gitarrenspiel. Auch gut bei Stimme war Bassistin Enid Williams, die am rechten Bühnenrand abbangte! Links außen bediente die "hübsche Blonde" Jackie Chambers ihre Guitar mit vollem Elan und Drummerin Denise Dufort gab hinten am Schlagzeug den Takt an. Der Gig hatte echt alles was nötig ist und die Nervosität der Mädels vor dem Auftritt (man befürchtete musikalisch vielleicht nicht hart genug zu sein, wie mir Kim im Interview verriet) war umsonst. Denn die Audience wusste Girlschool zu schätzen! Voll Gut - Come Back Soon! (Arno)


TOKYO BLADE
[TOKYO BLADE]

Nasty Savage
Nasty Ronnie und seine Mannschaft gehören zu der Sorte Bands die unbedingt mal auf dem KIT spielen mussten - schön das es 2008 geklappt hat. Der schwergewichtige Sänger war dann natürlich auch Blickfang und mit seinem geilen Gesang und Ansagen darüber das für ihn und seine Band dieser Auftritt eine Herzensangelegenheit ist, konnte er beim Würzburger Publikum punkten. Die Amis rockten sich durch Klassiker wie "Gladiator" und auch aktuelleres (obwohl auch schon paar Jahre auf´m Buckel) wie "Psycho, Psycho". Die Fans genossen den Gig und natürlich hat der Wrestle Sänger auch Fernseher mit seinem Kopp zertrümmert. Kam gut rüber. Alles in Allem standen Nasty Savage vielleicht etwas zu lange auf der Bühne, man hatte irgendwann das Gefühl "Iss gut jetzt", aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Feine Sache, gerne mal wieder! "Get on the Bus" ! (Arno)


Flotsam & Jetsam
Aufgrund des langen Girlschool Interviews habe ich den Anfang des Flotsam Gigs nicht gesehen. Man berichtete mir aber das die Stimmung, die bei meinem Erscheinen gerade sehr gut war - kein Wunder, man brachte grade den Klassiker "Hammerhead" - von Anfang an kochte! Na Bestens! Vokalist Eric A.K. und seine Jungs waren topfit, motiviert und bewegungsfreudig! Mir fiel auf das Flotsam (wie auch die Dänen Artillery) viel aktiver und besser waren als auf den Live DVDs die beide Bands 2008 veröffentlichten. "Saturday Night´s Alright for Fighting" - die Fans bangten sich ins Delirium und man konnte nicht sagen das die letzte Band des Abends nur noch vor müden Kriegern spielen musste. Da ging noch was! Und wir dann nach Hause mit dem Gefühl das auch KIT XI wieder eine unverzichtbare Sache war! (Arno)




Fotos: Britta



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