Molly Hatchet
10.12.2008 Aschaffenburg-Colosaal
Es ist kurz vor Acht, vor dem Coloss-Saal stehen die Langhaarigen, einer vor dem Eingang seufzt mir entgegen: "Ausverkauft!" Ich gehe trotzdem rein: Heute bin ich die Presse, somit darf ich dabei sein, sowie Fotos knipsen und anschließend einen Bericht darüber schreiben. Molly Hatchet, die Band ist nur ein Paar Jahre jünger als ich, kommt aus Florida und spielt Southern Rock, tja, meine Kenntnisse in diesem Bereich sind hm... kompak ... trotzdem werde ich schreiben, ohne etwas von "damals, als alles noch viel-viel besser war" zu erwähnen. Nach einer ein-Bier-langen Wartezeit fängt die Show an, aber was für eine!!! Die sechs meistens gut beleibten Herren, erschaffen mit einem atemberaubenden Enthusiasmus und einer gigantischen Spielfreude ab ihrem ersten Song, eine fantastische Atmosphäre im Saal und lassen das Publikum für die nächsten zwei Stunden Südstaaten-Musik zelebrieren.
Der lebhafte Six-Gun hat kompromisslos und heißblütig Nummer für Nummer durchgespielt: drei Hidalgos mit satten und rauhen Gitarren haben aus dem Handgelenk ihr Bestes gezeigt. Der Schagzeuger hat ungezügelt samt Schlägel und den Ellenbogen (!) seine Drums betätigt. Keybords bringen in die Musik die Eleganz vom Blues ein. Sein Tanzbein sowie den Bauch und das Mikro in der Luft schwingend, hat Mr. Mc Cormick den Spaß am Leben mit all seinen Höhen und Tiefen besungen und diese Glückseligkeit an sein Publikum reichlich verschenkt. In kurzen Verschnaufpausen zwischen den Liedern und Instrumental-Solos (bei dieser Art der Musik gehören bekanntlich Solos zum Programm, werden von den Fans erwartet und reichlich mit Applaus, Pfiffen und Jauchzen belohnt, was auch hier der Fall war) hat er einfache "truth stories" erzählt, so dass der Abend einen Hauch von einer Jahrmarkt-Ausgelassenheit bekommen hat... "hell yeah!", akustische Gitarre und Mundharmonika haben den Abend abgerundet. "let's runt it and see what happens baby" – einfach die Freude am Leben haben und nie genug davon bekommen. Musikbotschaft die unter die Haut geht, da sie aus tiefstem Herzen entstanden ist... und wenn es einem in diesem Winter an der wohligen Stimmung fehlt, dann sollte er sich einfach bei der betrieblichen Weihnachtsfeier entschuldigen und zur Molly Hatchet Live-Show gehen, vorausgesetzt die Karte ist früh genug gekauft worden; oder die Scheibe von der Band auflegen und die schrillen Melodien von "Sons of the South" in vollen Zügen genießen.
