Hypocrisy, Survivors Zero
10.02.2010 Aschaffenburg, Colos-Saal
[Tourplakat]
Ich gebe zu, am meisten hatte ich mich auf Hatesphere gefreut. Deren größte Konstante sind aber leider die Line-Up Probleme, so dass die Dänen, mangels Drummer, nicht an Bord waren. Das Tourpackage wurde allerdings nicht wieder aufgestockt, so das Hypocrisy nur mit Survivors Zero unterwegs waren. Der Eintrittspreis fiel dafür mit 24€ im VVK allerdings recht üppig, um nicht zu sagen, teuer aus. Dementsprechend war der Colos-Saal zwar gut gefüllt, aber bei Weitem nicht ausverkauft, obwohl Hypocrisy schon längere Zeit nicht mehr unterwegs waren.
Survivor Zero begannen pünktlich und prügelten sich souverän durch ihren Set. Die Band macht optisch und spielerisch einen guten Eindruck. Ob die Jungs mit ihrem, meist im Mid-Tempo gespielten Melo-Death allerdings noch einen Blumentopf gewinnen können, bleibt fraglich. Die Jungs sind in einer Sparte zu Gange, in der es von etablierten Acts und guten Newcomern immer noch wimmelt. Allerdings konnte man in Aschaffenburg doch etwas mehr als einen Höflichkeitsapplaus ernten.
Hypocrisy betraten doch tatsächlich schon um 20:50 Uhr die Bühne. Eigentlich auch ganz ok, immerhin ist man vor 24Uhr im Bett und am nächsten Tag auf der Arbeit nicht ganz so gerädert. Zu Beginn ist die Bühne in kaltes weiss/blau getaucht. Passt super zum kalten, teils klinischen Sound von Hypocrisy. Der Sound ist heute Abend allerdings das Hauptproblem. Die getriggerten Bass-Drums hört man bestens, dicht gefolgt vom Bass. Danach sind die Becken des Drumkits ganz gut auszumachen ... ja und sonst nicht viel. Peters Vocals sind viel zu leise, die Gitarren sirren irgendwo im Hintergrund und sind nur bei den langsamen Songs gut zu hören. Selbst die Snare ist im eigentlich klaren, noch nicht mal sehr lauten, Sound kaum auszumachen. Selbst ein Standortwechsel vor den Mischpult ändert nichts an diesem Problem. Immerhin gibt sich die Band engagiert und bietet den Fans ein gelungenes, knapp 90 Minütiges, Best-Of Programm. Lediglich der zweite (Tour-?) Gitarrist steht ziemlich teilnahmslos auf der Bühne rum. Hypocrisy wechseln fleißig zwischen schnellen und langsamen Klassikern. Auffallend ist, das die langsamen Songs wie „Fractured Millenium“ oder „Eraser“, wesentlich mehr Reaktionen im Publikum hervorrufen. Eine solide Leistung, die Fans waren zufrieden und leichte Abzüge in der B-Note für den Eintrittpreis.