Earthshaker Fest 2005
22.+23.07.2005 Geiselwind
[Mal was anderes: Blas(t) Core]
Das Earthshaker Fest in Geiselwind wurde uns bereits mit fetter Manowar Pressekonferenz im Frühjahr schmackhaft gemacht (siehe Totentanz Ausgabe 19) und nun war es endlich soweit. Donnerstags waren wir leider nicht anwesend, hörten aber von Kollegen das die Warm Up Gigs in der Event Halle (mit Powergod, Turisas, Finntroll, Loudness, Holy Hell und Justice) ziemlich geil gewesen wären. Freitags rockten auf der Hauptbühne dann Symphorce, Graveworm, Evidence One, Exilia, Die Apokalyptischen Reiter und Loudness ohne uns, da wir aufgrund von einem Autobahn Stau erst zu Grave Digger ankamen. Diese boten gewohnt cool ihren True Metal und setzen die Köpfe in Bang Bewegung zu "Rebellion" und so weiter. Chris Boltendahl und seine Truppe passen eigentlich immer gut auf Open Air Festivals und somit wundert es einem nicht dass die Reaktionen positiv waren. War richtig geil dieser (für uns) Auftakt. (Arno)

Absolut erwähnenswert war am zweiten Tag die Blaskapelle, welche sich in Richtung Campingplatz auf einem kleinen Hügel postiert hatte. Von weitem kommend hörte man schon die Humpa-Musik und nicht nur ich dachte, ich höre wohl nicht richtig. Vor Ort angekommen, wurde man Zeuge eines bunten Treibens, das durch diese Kapelle entfacht wurde. Pogende, headbangende, divende, auf Tischen tanzende oder einfach nur schunkelnde Metaller versammelten sich hier. Die gute Laune stand jedem einzelnen nur so ins Gesicht geschrieben, wodurch dies ein kleines Highlight der Metallischen-Volksmusik wurde. Die Krönung des ganzen war als sich der Dirigent und ein paar Mitmusiker Metalkutten anzogen und der Dirigent, unter lauten Beifall, einen Diver absolvierte. Das ist doch Völkerverständigung pur, hier trafen wahrlich zwei Welten friedlich aufeinander. Danke von hier aus an die Kappelle und den Veranstaltern, mit der bitte auf Wiederholung für das nächste Jahr. (Patrick)

Children Of Bodom zählt zu den besten Bands, die der skandinavische Kontinent bis jetzt hervorgebracht hat. Dies wird von den fünf Finnen auch heute wieder untermauert. Erfrischender Melodic Death-Metal, bei dem richtig die Post abgeht und Live keine Gefangenen macht. Die Spiellaune der Jungs steckt an und siehe da der erste Pogo-Pit des Tages entsteht. Sogar ein paar Metal Ladys lassen es sich nicht nehmen, im Pit ihren Mann zu stehen. "Hut ab"! Sänger Alexi zeigt sich sehr erfreut über diesen Pit und honoriert es mit den Worten " That's true fucking Metal". Am meisten fetzen die Songs vom letzten sensationell geilen Longplayer "Hate Crew Death Roll" der mit dem Titeltrack, "Angels Don't Cry" und natürlich "Needled 24/7", berücksichtigt wird. Selbstverständlich gab es auch alt bewährtes der Marke, "Dead Night Warrior", "Hate Me" und "Bodom After Midnight". Der neue Song "In Your Face", der auf dem im September erscheinenden Album "Are You Dead Yet?" zu finden sein wird, markierte den Schlusspunkt eines unglaublich energiegeladenen Auftritts. Die selbsternannte Hate-Crew steht kurz vor den Sprung in die Liga der Großen. (Patrick)

Rhapsody ließen erstmal die Bombe platzen: Christopher Lee ist nicht da! Per Videobotschaft grüßt uns der geniale Mime und entschuldigt sich für sein Fehlen. Er ist gerade mit Dreharbeiten beschäftigt. Hallo ? Weiß man das nicht vorher? Auf der Pressekonferenz hieß es noch er kommt und rockt mit Rhapsody und Manowar. Sehr Strange ! Trotzdem gefielen mir die Italiener recht gut da ich ihren Bombast Metal mittlerweile recht lieb gewonnen habe. "Magic of the Wizard's Dream" wurde dann mit Mr. Lee per Video dargeboten. Guter Gig. (Arno)

Das Highlight des Freitag Abends steht bevor und ich stehe mit Photopass und Mini-Digicam bewaffnet im Photograben vor der Bühne. Ich komm mir ja schon ein wenig bescheuert vor, so zwischen den ganzen Hightech-Cameras bestückt mit Ultra-Paparazzi-Linse. Aber was solls, meine kleine Ixus hat mir schon gute Dienste erwiesen und das wird sie auch heute. Als Nightwish dann mit "Dark Chest Of Wonders" und einer dicken Pyrosattacke, die so ballerte als ob die Russen vor der Tür stehen begannen, gab es kein halten mehr und kollektives Feiern war angesagt. Nightwish haben sich mittlerweile mit Recht einen Platz bei den großen Acts dieser Welt erspielt und brennen ein dementsprechendes Hit-Feuerwerk ab. Dass Hauptaugenmerk der Setlist lag bei den letzten drei Alben, wobei der Megaseller "Once" am meisten berücksichtigt wurde. Dies zeigte schon der Opener und folgende Songs wie "Nemo", " Wish I Had An Angel", "Planet Hell" und das in Finnisch gesungene "Kuolema Tekee Taiteitijan". Untersetzt mit Kracher wie, "Wishmaster" und "The Kinslayer", konnte die Band heute Abend aus den vollen schöpfen. Bei gewissen Songs, die noch fehlen, bin ich mir gar nicht mehr so sicher. Hier und da erwischte ich mich in Trance ähnlichen Zuständen, die ganz klar auf Tarja's Stageacting zurückzuführen sind. Es ist ja auch fast egal welches Lied gespielt wird, denn Tarjas Stimme ist einfach großartig und über das Aussehen der Frontdiva muss wohl kein Wort verloren werden. Mittlerweile sind meine Fotos gemacht und ich schließe mich dem kollektiven Feiern der Menge an, wobei mein Fotopass im Laufe der Zeit mehr als einmal kontrolliert wird. Natürlich darf bei einem Nightwish Gig auch kein Cover vom Basser Marco fehlen, was mittlerweile schon Tradition geworden ist. Heute gab es kein Megadeth, Dio oder Ozzy Cover, Nein heute Abend wird Pink Floyds "High Hopes" gehuldigt und von der Masse dankend aufgenommen. Der Zugabenteil unter Schnipselregen und markerschütternden Pyrosattacken bestand aus "Over The Hills And Far Away" und dem genialen "Slaying The Dreamer". Einzigster Wehmutstropfen bleibt dass sträflichst vermisste "Sleeping Sun", was man bei diesem sensationellen Gig jedoch verschmerzen kann. So nun Met-Horn gelehrt und zufrieden zurück in die Pension gewankt. (Patrick)

In der Event Halle tobten am Freitag Mercenary, Machine Men, Force of Evil, Dragonlord und Cage. Leider konnten wir uns nur Häppchenweise Eindruck von diesen Gigs holen, doch ein guter Freund berichtete von geiler Force of Evil Performance (hätten sogar "Evil" von Mercyful Fate gespielt!) und einer fetten Leistung der Power Metaller Cage.
Am Samstag gab es auf der Hauptbühne After Forever, Disbelief, Destruction und dann Primal Fear zu denen wir das Gelände enterten. Die Heavy Metal Gods legten ein sattes Programm hin und nicht wenige Leute sangen "Metal is Forever" lautstark it. Routinierte, perfekt getimte Band. Übrigens gab es am Samstag etliche Zeitverschiebungen da Manowar sich für einen 3 Stunden Set entschieden haben. Auch das hätte doch vorher geklärt werden können"! Nun, als nächstes kletterten die symphatischen Masterplan on Stage und rockten mit Hits wie "Enlighten Me" oder "Crimson Rider" das Geiselwinder Gelände. Jorn Lande sang wie ein junger Gott und die Musiker um ex Helloweener Roland Grapow spielten den Marsch dazu. Sehr schön, doch jetzt wurde es Zeit für was richtig Hartes ! (Arno)

Angefangen mit dem unverzichtlichem "Fractured Millenium" schalten die Schweden Hypocrisy das Aggressionslevel gleich mal 3 Gänge höher. Hier wird nicht mitgesungen sondern die Rübe geschüttelt so dass die Wirbel nur so splittern! Danach gibt's eine Reise in die Vergangenheit und mit "Pleasure of Molestation" und "Inferior Devoties" 2 Brecher aus einer Zeit als die Heuchler noch richtig brutal waren! Mit sichtlichem Spaß bei der Sache, technisch einwandfrei und bei mittelmäßigem Sound schmettert die 3 (plus Live-Gitarrist) insgesamt viel härtere und nicht allzu oft gespielte Song dem Volk entgegen. Nach einer Stunde und dem unumgänglichem "Roswell 47" machen Hypocrisy die Bühne für J.B.O. frei.
(Marius)

Spaß muss auf jedem Festival geboten sein und da bucht man am Besten J.B.O. aus Süddeutschland. Die Jungs in ihren rosa Klamotten sorgen für Stimmung und animieren die Meute zum Ausrasten. Kam richtig geil, allerdings sahen wir nur einen Teil der Performance da wir uns in der Event Halle Bludgeon anschauten. Diese waren ziemlich heftig unterwegs und wussten die Harten Jungs mit ihrem Death/Thrash zu begeistern. Bin mal auf die zweite CD gespannt die wohl demnächst irgendwann kommt. Doch dann hieß es wieder zur Hauptbühne eilen, denn Norway's Finest waren angesagt. (Arno)

Nach soviel Spaß ist jetzt todernster Schwarzmetall angesagt und die Reihen füllen sich mit viel jungen und vor allem weiblichen Fans! Die erste Hälfte des Sets besteht aus Material der letzten beiden Alben, wobei grade die Keyboardpassagen im Klangbrei untergehen und so nicht viel Freude bereiten. Dank untergehender Sonne ist es nur halbdunkel und die Norweger (am Schlagzeug Toni Laureano) wirken zudem ein wenig lustlos, alle Posen gelangweilt und auch Frontkreischer Shagrath schleicht nur von einem Bühnenende zum anderen. Wird wohl doch langsam Zeit für neues Material?! Dem Publikum ist's wurscht den Dimmu heizen mit ein paar alten Klassikern ("Spellbound", "In Death Embrace") gewaltig ein und geben als Zugaben "Progenies Of The Great Apocalypse", "Mourning Palace" und das geniale "Stormblast" zum besten. Insgesamt nur ein mittelmäßiger Gig, nicht zu vergleichen mit dem WFF-Abräumer vom letzten Jahr (aber da war's ja auch schon richtig dunkel ;-). (Marius)

Tja und dann war es soweit. Die "Kings of Metal" legten mit imposanter Lightshow und Mega Bühne los. Es reihte sich Hit an Hit, Karl Logan fiedelt ein zu langes Solo und dann kommt Joey de Mayo und will seine Bass Künste zum x-ten Mal demonstrieren. Zum Glück versagt das Equipment und eine kurze Technik Pause wird eingeschoben. Dann kommen die ex Members Rhino (Drums) und Dave Shankle (Gitarre) um ein paar Songs wie z.B. "Metal Warriors" mitzurocken. Sehr Geil und als dann noch die Urbesetzung mit Ross the Boss (Guitar) und Donnie Hamzik (Drums) anrollt und Hymnen wie "Dark Avenger" (hätte Christopher Lee sprechen sollen, aber der konnte ja nicht und somit wurden die Original Aufnahmen mit Orson Welles eingesampelt) zelebriert, gibt es kein Halten mehr. Leider wurde dann wieder an der Technik rumgedoktort da eine Bassdrum laut de Mayo nicht laut genug war. Was soll denn das? Endlich kam das Orchester und begleitete Manowar zu "Herz aus Stahl". Gänsehaut ! Dann spielte das Orchester alleine was von Richard Wagner, dem de Mayo auch noch eine Dankesrede hielt und nebenbei noch seinen Roadmanager, den Harley Experten, den Earthshaker Veranstalter Strohofer und Töchter vorstellte. Ohh Mann, das kostet alles wertvolle Spielzeit. Das ärgerte einem natürlich schon, aber schlau wie Manowar sind bieten sie dann ein "Battle Hymn" das die Welt so noch nicht gesehen hat und wahrscheinlich auch nicht mehr sehen wird! Alle drei Drummer und Gittaristen komen auf die Bühne und das Orchester mischt sich auch noch in den Wahnsinns Song ein! Was für ein Hammer! "Crown and the Ring" und ein fettes Feuerwerk beenden eine Show die von der Musik her genial war (vor allem Ross the Boss!), aber die ganzen Zwischeneinlagen nervten. Bin gespannt ob die Metal Kings auf ihrer Tour 2006 dann mal auf so was verzichten und einfach nur Song an Song reihen! In der Event Halle war am Samstag neben den bereits erwähnten Bludgeon noch Stormwarrior und unsere Freunde von Abandoned die als Letztes nach Manowar ihren Thrash darbieten durften und das auch gekonnt machten. So endete ein Festival das zwar viel Kritik einstecken musste wegen organisatorischen Problemen und dem ganzen Hickhack mit Manowar, letztendlich aber doch viel Spaß machte da das Gelände sehr schön ist, viele gute Stände da waren und der Veranstalter (bis auf Mr. Lee's Erscheinen) alles wahr machte was vorher angekündigt wurde, incl. Manowar Fan Convention in einer separaten Halle wo Vorträge, Autogrammstunden, Performances, etc. stattfanden. Wir sind gespannt auf 2006 und kommen gerne wieder! (Arno)
Arno,
Die Fotos haben geschossen: