Myrath- Desert Call(Nightmare Records)
Achtung: Exoten! Die Fünf Musiker von Myrath kommen aus Tunesien - einem Land, das nicht unbedingt für große Metal-Bands bekannt ist. Daher überrascht es um so mehr, auf welch hohem Niveau sich "Desert Call" bewegt. Mit einem größeren Plattenlabel im Rücken würde die Truppe ein Selbstläufer werden.
Der progressive Metal von Myrath ist qualitativ nicht weit von Szenegrößen wie Dream Theater, Symphony X (hört nur "Madness Master") oder Kamelot entfernt - unterscheidet sich aber in einem großen Merkmal: dem orientalischem Einschlag. Die elf Stücke sind die perfekte Symbiose aus harten Prog-Riffs, wirren Keyboardsounds, komplexen Songstrukturen und einem orientalischen Flair, der sich in vielen eingeflochtenen Melodien und Gesangselementen harmonisch in die Struktur einfügt.
Einzelne Stücke hervorzuheben ist müßig - die Qualität ist über die gesamte Albumdistanz gleichbleibend hoch.
An dieser Stelle ist es naheliegend Vergleiche zu den Kollegen von Orphaned Land zu ziehen. Doch der Ansatz von Myrath unterscheidet sich stark. Der Sound auf "Desert Call" ist eher bauch- als kopfgeprägt. Fans der israelischen Truppe sollten natürlich trotzdem nicht zögern und auch hier mal ein Ohr riskieren. Alle anderen Prog-Fans sowieso.
(Michael)zur Homepage von MyrathZurück zur Auswahl