HALIPHRON - PreyHALIPHRON - Prey
(Listenable Records)

 

Die 2021 gegründeten, niederländischen Symphonic Black/Deather HALIPHRON, haben mit ihrem Debütalbum "Prey" neun, zumeist dissonant-eufonische, vom Bombast getragene und dramaturgisch inszenierte Kompositionen erschaffen. Die nachhaltigen, orchestralen, choralen und symphonischen Elemente, wurden cinematisch arrangiert, passgenau in HALIPHRONs Soundgeschehen integriert und spielen bei unseren hölländischen Nachbarn eine tragende Rolle. Mit Keyboardvirtuose David Gutierrez Rojas haben die Extreme Metal-"Novizen" allerdings auch einen wahren Meister seines Metiers in ihrer Mitte. Es sind zumeist extrovertierte, teils regelrecht reißerische Songs mit episch galoppierendem Charakter, hinter denen noch Know-how, Spiellust und ein sprudelnder Quell an Inspiration steckt. Und obwohl Schlagwerker Frank Schilperoort permanent den Bleifuß bemüht, ist die musikalische Grundordnung eher im mittleren Geschwindigkeitssegment verankert.

 

Innerhalb seiner Genregrenzen bildet "Prey" ein äußerst abwechslungsreich ausgestaltetes Ausnahmewerk, dessen detailreiche Klangdimensionen eine aufeinander aufbauende Einheit bilden. Hier wurde ein Killersong nach dem anderen in die Tonspur gedengelt. Hier stimmt einfach alles. Härte, Energie, Durchschlagskraft und spielerische Klasse! Jeder Ton sitzt messerscharf. Auch der "Dialog" zwischen dem düsteren Death Growling und den Black Metal Screaming-Einlagen von Marloes Voskuil kommt in seiner unterschiedlichen Intensität richtig cool rüber. Die Frau kann einfach alles! Mit ehemaligen und aktiven Mitgliedern der Bands BLEEDING GODS, IZEGRIM, GOD DETHRONED, HOUWITSER und SHINING ausgestattet, setzt das Sextett insbesondere auf dynamische und eingängige Strukturen. Dennoch geht das 50:24 Minuten ballernde "Prey" schwer nach vorne und gefällt mir in seiner Machart einen guten Tacken besser als FLESHGOD APOCALYPSE oder CRADLE OF FILTH. Foto: Stefan SchipperHALIPHRON bringen eben frischen Wind ins Genre. Da kriegt man wieder richtig Lust auf Symphonic Black/Death.

 

Man muss aber, neben den zeitweise bedrohlichen Keys, auch die bärenstarke Gitarrenarbeit von Ramon Ploeg und Jeroen Wechgelaer loben, die sich weder übertriebenen Frickeleien, noch nervenden Spielereien hingibt. Ganz im Gegenteil. Die Saiteninstrumente sind bockstark gezockt und ernsthaft, wie auch authentisch rübergebracht. Nichts wurde künstlich auf Böse getrimmt, sondern einfach nur so gespielt, wie es sein sollte! Auch Jessica Ottens saftig angerissene Basssaiten pratteln derbe aus den Endtöpfen. Die neun phänomenalen Inszenierungen, die von Mendel bij de Leij im MBDL Productions (FOR I AM KING; SEVERE TORTURE) gemixt und gemastert wurden, haben einen schweinegeilen Drive. Symphonic Extreme Metal is dead! Long live Symphonic Extreme Metal!


(Janko)

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Be the Prey:

Unidentified Mass:

https://youtu.be/hHYyqdApdU4

 

Human Inferno:

https://youtu.be/L_2OGgxD7Fg


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