IATT - Etheric Realms of the NightIATT - Etheric Realms of the Night
(Black Lion Records)

 

"Etheric Realms of the Night" wurde die vierte Schwurbelkiste der US Progressive/Melodic Black/Deather IATT betitelt. Es ist ein unkonventionelles, experimentelles, progressives, folkloristisches, phasenweise regelrecht verspieltes Black Metal Album geworden, welches die Hörerschaft schon mal in atonale jazzig-rockige Gefilde entführt, dabei jedoch stets authentisch bleibt. Mit diesem eigensinnigen, aber passgenauen Stilmix kann man IATT durchaus ein gewisses Alleinstellungsmerkmal attestieren. Im Vordergrund steht jedoch stets der dynamische Flow ihres anmutigen und düster gehaltenen Schwarzmetalls. Um es mit den eigenen Worten der Band zu formulieren: „Jeder Titel ist sorgfältig komponiert, um verschiedene Phasen und Elemente des Traumzustands darzustellen – vom Eintauchen in den Schlaf bis hin zu dem chaotischen neuen Bereich der Existenz.“ So kommen bei dem Fourpiece aus Philadelphia, das von 2008 bis 2018 unter dem ausgeschriebenen Monicker "I Am the Trireme" unterwegs war, auch Instrumente, wie Flöte, Harfe, Saxophon oder auch mal ein ganzes Orchester zum Einsatz.

 

Wie der Titel des ersten Tracks "Drift Away" bereits andeutet, lädt das sechs Gesangsstücke, sowie das Instrumental "Hypnos" umfassende und 48:26 Minuten wirbelnde "Etheric Realms of the Night" zum Wegdriften, tief in die ätherischen Reiche der Nacht, ein. Das langgezogene, biestig-bissige und gallige Black Metal Screaming von Bassist und Frontkotztüte Jay Briscoe transformiert sich hierbei schon mal in gebieterische Black/Death Gefilde, welche sequenziell auch als Vocaldoubling aufgenommen wurden. Die zumeist euphonische Orchestration von Gitarrist Alec Pezzano dient den einzelnen Tracks dabei oftmals als unterstützendes Beiwerk oder leitet sie ein, begegnet IATTs schlüssiger, oftmals verqueren Experimentalität, aber auf einer musikalisch divergenten Ebene krasser Kontradiktion. Dennoch haben Philadelphias Extreme-Metal-Alchemisten den Bogen raus, diese scheinbare Dysfunktionalität spannend und schlüssig zu inszenieren. Joe Cantamessa unterstützt seinen zweiten Gitarristen dabei zusätzlich mit seinem Sixstringer. Das arschtighte und anpassungswillige Drumplay von Schlagwerker Paul Cole pumpt dabei den Wust an technischer Finesse voran. Es steckt viel Herzblut und eine spürbare Affinität in den einzelnen Kompositionen, die sich schon mal in einen kurzweiligen, kakophonischen Wahn steigern können. Hierbei wird auch immer mal wieder dezent mit Lautstärkedynamiken hantiert. IATT lassen ihrem Auditorium viel Raum zur Entfaltung, Interpretation und Inspiration. Dass diese Extravaganz Herz und Seele hat, beweist auch das sechste Stück "Walk Amongst". Das atmosphärische Saxophonspiel und der Ambient Black Metal passen hier zusammen, wie Arsch auf Eimer. Das, über jeden Zweifel erhabene Mixing und Mastering stammt abermals von Marcos Cerutti, dem brasilianischen Co-founder ihres Labels Black Lion Productions.


(Janko)

https://www.instagram.com/iatt_official/

https://www.facebook.com/iamthetrireme/

https://iamthetrireme.bandcamp.com

 

Taucht ein in den offiziellen Album-Film:

Drift Away (Official Album Film - Chapter I):

https://youtu.be/cNma-OUnRRE

 

Somniphobia (Official Album Film - Chapter III):

https://youtu.be/49pRkpPMovA?list=RD49pRkpPMovA

 

Walk Amongst (Official Album Film - Chapter IV):

https://youtu.be/-9xD7x0G7Sc?list=RD-9xD7x0G7Sc


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