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SUFFERSYSTEM - Disintegration Of The IndividualSUFFERSYSTEM - Disintegration Of The Individual
(Black Blood Records)

 

Gegründet im Jahre des Herrn 2000, frönt die Hattinger Todesbrut SUFFERSYSTEM seit jeher dem finsteren, thrashigen und eiskalt servierten Todesstahl der alten Schule. Das sechste Extremeisen "Disintegration Of The Individual", mit dem extrem coolen Cover-Design, ist daher auch wieder eine Ode an die guten alten 90ies Vibes. Das eingespielte Duo, bestehend aus Frontraspel Daniel Funke, sowie Felldrescher und Saitenakrobat Dirk Padtberg, dürfte einigen Schwermetallern bereits von deren kongenialen Kooperationen bei DEFECTED DECAY, FALSE MUTATION und SEEDS OF TORMENT her bekannt sein. Im Laufe der Jahre haben die Nordrhein-Westfalen einen gewissen Signature-Sound mit Ecken und Kanten integriert, von dem sie ungern abweichen. O-Ton Daniel Funke: "Es ist tatsächlich auch etwas beabsichtigt, dass nicht alles auf den Punkt gespielt ist und "klinisch" klingt."

 

Dabei röchelt sich Daniel in gewohnter Manier die Stimmbänder blutig. Seine rohe, kranke und frostkalte Ader erinnert an einen leprakranken Zombie mit COPD. Die fette, zumeist mit thrashigem Riffing garnierte und abwechslungsreich gestaltete musikalische Ausrichtung lässt viele Geschwindigkeitswechsel zu, die einen Großteil der wechselhaften Dynamik ausmachen. Dadurch können SUFFERSYSTEM den gediegeneren Bereich ebenso gut abdecken, wie das derbe Geballer und Geschranze, dem sie immer mal wieder kurz aufjaulende, squealige Leadgitarrenausbrüche zwischengeschoben haben. ©SuffersystemIn den Momenten, in denen sich Dirks Gitarrensoli wie Adler in luftige Höhen schwingen, kommen schon mal Gedanken an OBITUARY auf. Die finstere Atmosphäre vergangener Dekaden konnten SUFFERSYSTEM in jedem Fall konsequent einfangen.

 

Leider kommt der Drumsound der traditionell gehaltenen Produktion, die von Frühjahr 2022 bis in den Winter 2022/2023 in Hattingen vorgenommen wurde, nicht so richtig zur Geltung. Die Bass Drum klingt mir zum Beispiel ein wenig zu flat und könnte in meinen Ohren gerne druck- und gehaltvoller aus den Endtöpfen föhnen. Aber das ist sicherlich eine Frage des Geschmacks und der unverfälschten, wie authentischen Retrospektive des Todesstahls der 80er und 90er Jahre. Das Mastering der Vinylvariante, des 44:54 Minuten ordentlich nach vorne pushenden, dynamischen Death/Thrash-Geballers, gaben SUFFERSYSTEM in die Hände des renommierten Soundtüftlers Jörg Uken und seinem Soundlodge Studio in Rhauderfehn. Die coloured Pizza soll laut Aussage von Daniel Funke daher auch etwas anders klingen. Die oldschoolige Produktion legt sich jedenfalls wie ein unheilvoller Pesthauch über die zehn neuen Tracks, die immer mal wieder in groovige Gefilde eintauchen. Hier stechen oftmals Parallelen zu BOLT THROWER durch. Zum Abschluss haben SUFFERSYSTEM mit "Hellspawn" noch einen richtig coolen Rausschmeißer, mit leichten First Wave Black Metal-Sequenzen an den Start gebracht, der mich mit alten POSSESSED- oder VENOM-Anleihen überzeugt. Das kommt richtig gut. Warum eigentlich nicht mehr davon?


(Janko)

https://www.facebook.com/Suffersystem/

https://www.instagram.com/suffersystem_official

 

Checkt das Track-Video zu "Feast of souls" hier an: https://youtu.be/QA-YF7tHhNQ


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