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Die bekannteste Personalie bei NOVA SKELLIS ist Sänger und Bassist `Falcon` Eddie Green, der Mitte der 80er bis Mitte der 90er mit Phantom drei Perlen des melodischen US-Metals veröffentlicht hat. Weiterhin sind noch der deutsche Drummer Jörg Quaquil und der italienische Gitarrist Alex Spalivieri mit dabei, die auch beide schon seit etlichen Jahren in diversen Bands und Projekten aktiv sind. Musikalisch fußt die Musik von NOVA SKELLIS zwar im US-Metal, ist hier aber nicht die ganz reine Lehre und erlaubt sich Schlenker durch angrenzende Genres. Definitiv sind auf dem ersten Album „Life Amongst The Damned“ einige fantastische Songs zu finden. Grund genug, um Eddie Green einige Fragen zur Band und dem aktuellen Status von Phantom zu stellen.Nova_Skellis_Band_Eddie_Vocals_Bass.jpg

 

TT: Hallo Eddie, vielen Dank für das Beantworten der Fragen. Fangen wir ganz einfach mit der Bandgründung an. NOVA SKELLIS wurden 2018 gegründet. Hattest du eine spezielle musikalische Idee, die du mit der Band umsetzen wolltest?

 

Eddie: Hallo Holger, schön mit dir zu reden. Es begann sogar schon 2017, als ich von meinem guten Freund Dirk, der Bassist der Krachmakers (eine deutsche Punk Band) einen Song zugeschickt bekam. Es war eine Aufnahme einer lokalen Band, die zu dieser Zeit erfolglos auf der Suche nach einem Sänger war. So wie ich das verstanden habe, suchten sie schon eine ganze Weile.

Ich hörte mir den Song an und fand ihn richtig gut. Also setzte ich mich hin, schrieb einen Text und eine Melodie dafür. Ich nahm meine Vocals gleich auf und schickte den Song ein paar Tage später zurück…und dachte direkt nicht mehr daran. Dann bekam ich eine Nachricht von Dirk, dass ihr Drummer Jörg die Vocals klasse fand, während der Gitarrist eher unbeeindruckt war. Das war der Song „Wicked Child“, für den auf unserer CD Bass und Gitarre neu aufgenommen wurden. Er war einfach zu gut, um ungehört zu bleiben.

Etwas später meldete sich Drummer Jörg bei mir und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mit ihm zusammen zu arbeiten und ein paar Songs zu schreiben. Also mussten wir noch nach einem Bassisten und einem Gitarrist suchen. Wir hörten uns einige Gitarristen an, aber als ich Alex Spalvieri spielen hörte, wusste ich, wir haben unseren Mann. Der Bassist war eine andere Sache. Ich wollte aber keine Zeit verschwenden und übernahm den Posten selbst. Der Rest der Geschichte ist das, was du auf dem Album hören kannst.

Der Grund die Band zu gründen ist einfach: Wir wollten Songs schreiben!

 

Nova_Skellis_Band_Joerg_Drums.jpgTT: Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Ländern, was heutzutage kein Problem darstellt. Trotzdem ist es einfacher im Proberaum direkt miteinander interagieren zu können. Wie laufen der Kontakt und das Songwriting bei euch?

 

Eddie: Als ich die erste Mail damals beantwortete, war es ja nicht meine Intention hier gleich etwas voranzutreiben. Es war eine Serie glücklicher Umstände, die uns dahin führte, wo wir jetzt sind und genau das macht die Sache so interessant. Es hat sich ganz natürlich ergeben und ich bin glücklich, dass es so passiert ist.

Dass wir aus verschiedenen Ländern kommen, ist heutzutage kein großes Problem mehr. Die geographischen Herausforderungen neigen dazu einige Sachen auszubremsen, aber es ist nahezu unmöglich zu allem entschlossene Musiker in ihrem Schaffen zu stoppen.

Wie wir in Kontakt kamen, ist natürlich sehr einfach. Man fragt ein paar Freunde und wir nutzen vorhandene Technologien! Social Media und E-Mail kann man sehr effektiv nutzen! Der direkte menschliche Kontakt ist aber immer am wichtigsten, während die Technik selbst eher der Beifahrer sein sollte.

 

TT: Gibt es in der Band einen Hauptsongwriter oder wird alles, soweit es möglich ist, im Kollektiv geschrieben?

 

Eddie: Unsere Musik entstand aus gemeinsamer Arbeit und wurde aus den eingebrachten Ideen gebaut. Ich schreibe Texte und Melodien, wenn wir eine stabile Basis für einen Song haben. Ich höre mir unsere Musik dahingehend an, was sie mir mitteilt. Manchmal sind es nur ein paar kleine Textideen, die mir einen Anfang geben. In anderen Fällen fließt es einfach aus der Musik.

Ausnahmen gibt es und die sind „Mother May I?“, „Morrigans Rede“ und „Something Wicked“, welches Songs sind, die ich geschrieben habe. Die ersten beiden wurden eigentlich für das vierte Phantom geschrieben. Da hier bisher nichts passiert ist, habe ich sie für NOVA SKELLIS benutzt. „Something Wicked“ habe ich einige Jahre später geschrieben. Es passt vom Gefühl her zu den anderen Songs und ich freue mich, dass man diese Songs nun endlich hören kann.

 

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TT: Der Bandname suggeriert, wie auch im Bandinfo zu lesen war etwas mit neuen Skills. Stilistisch variieren die Songs auf „Life Amongst The Damned“ auch ganz ordentlich. Wie viel Platz ist für neue Ideen und andere Sounds bei NOVA SKELLIS?

 

Eddie: Diese Idee mit dem „new skills“ kam von unseren Promotern, die sich auch Gedanken darüber machten, was zum Teufel NOVA SKELLIS bedeutet. Ich muss allerdings zugeben, dass ich sie mit ihren Ideen gewähren ließ. Es hat aber nichts mit „neuen Skills“ zu tun. Es muss reichen, dass der Name seine Ursprünge im Südländischen und Gälischen hat, wie auch sein Urheber. Es wurde nur etwas abgeändert, so dass es besser klingt. Scheinbar habe ich aber etwas geschaffen, das irgendwie mystisch und geheimnisvoll klingt.

Musikalisch schreiben wir nur was uns zufrieden stellt. Wir schreiben keine Songs, die genau zum Sound eines bestimmten Genres passen sollen. Ich mag dieses Schubladendenken nicht, das man in allen Musikbereichen findet. Die einzigen Punkte sind „Ist es gut?“ und „Würde ich es mir anhören?“, darüber hinaus gibt es keine Tabus.

Natürlich ist alles, was wir geschrieben haben „heavy“, das war also kein Punkt, über den wir nachgedacht haben. Das wir die ganze Skala von thrashigen Sachen wie „Skull Full of Bees“ bis zu den doomigen Sounds von „All the Comfort of the Graveyard“ abdecken, liegt einfach daran, dass wir alle Facetten harter Musik mögen, solange es gut ist. Wie ich schon sagte - wir schreiben, was wir mögen und woran wir Spaß haben. So sollte Musik auch immer geschrieben und gespielt werden. Wenn es Leute gibt denen gefällt, was wir machen, dann ist das die Verbindung, die sich jeder Musiker erhofft.

 

TT: Deine Stimme klingt nach all den Jahren noch richtig gut. Was hast du nach dem Split von Phantom getrieben? Waren da andere Bands, mit denen du dich in Form gehalten hast?

 

Eddie: Vielen Dank, das Kompliment weiß ich zu schätzen. Ich schiebe es einmal darauf, dass ich über die Jahre gut auf meine Stimme aufgepasst habe. Sänger zu sein ist hart. Du bist selbst das Instrument und alles, was du machst, hat einen Effekt auf deine Stimme. Da hat man oft die Arschkarte, aber wenn man gut klingen will, muss man gesund bleiben.

Das Ende von Phantom war eine harte Zeit. Ich hatte für mehr als ein Album Songs geschrieben, leider war die Metal Szene in den USA damals völlig tot. Ich habe an einigen Projekten mitgewirkt, aber die Szene war tot und jeder wusste das, so dass allen der Antrieb fehlte. Es war ein einziger Kampf und am Ende stellte ich fest, dass ich zu erschöpft war. Ich sagte mir, „Fuck all this!“ und wollte meine Ruhe.

Eine Weile später überredete mich ein alter Freund, mit ihm und seinem Cousin einige Coversongs zu spielen. Wir spielten Sachen von Aretha Franklin bis Led Zeppelin. Das zogen wir auf die eine oder andere Art für gut 20 Jahre durch. Dadurch blieb ich im Training, was das Spielen und Singen betrifft.

Im Moment spiele ich auch in verschiedenen Bands. Die Metal Szene kam hier aber nie richtig zurück und Europa ist leider etwas zu weit weg. Aber, Musik ist Musik! Solange ich Spaß am Singen und Spielen habe, werde ich es auch weiterhin tun.

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TT: Wollt ihr auch live spielen oder ist die Band als reines Studioprojekt geplant? Es ist für die Veranstalter und für eine Band wie euch sehr teuer, euch aus verschiedenen Ländern einfliegen zu lassen.

 

Eddie: Ah…das ist eine große Frage. Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, aber mit NOVA SKELLIS einmal live zu spielen wäre wundervoll…ehe ich zu alt zum Reisen bin. Haha…

 

TT: Würdet ihr dann auch auf Songs von Phantom zurückgreifen?

 

Eddie: Das kommt natürlich darauf an, wie viel Zeit wir für eine Show hätten. Ich weiß natürlich, dass es Fans gibt, die die Phantom Songs gerne mal live hören würden. Da ich die treibende Kraft hinter Phantom war, würde ich das auch nicht verweigern. Da können wir jetzt lange darüber reden, aber ich würde mich freuen ein paar der alten Songs zu spielen.

 

TT: Zum Abschluss bleiben wir noch einmal bei Phantom. Wie ist der derzeitige Stand der Band? Es gab 2016 einen neuen Song und eine Reunionshow…

 

Eddie: Meine diplomatische Antwort darauf ist, dass Phantom sich eben eine Auszeit nehmen. Nach der Reunionshow waren wir Feuer und Flamme. Charley (Buckland, Bass) und ich hatten schon vor der Reunion einige Songs geschrieben und die Reaktionen darauf spornten und an weiterzumachen. Wir sollten eine Show als Opener für Doro machen, die aber in letzter Minute abgesagt wurde. Auch einige weitere Shows, für die wir angefragt wurden, haben nicht stattgefunden. Es fühlte sich an wie damals, als uns der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Wir entschieden erst einmal nicht weiterzumachen und den tollen Eindruck der Show in Chicago zu behalten.

Es gibt eben also keine weiteren Pläne, aber man soll ja niemals nie sagen. Manche Dinge ändern sich und man sollte die Türen immer für alle Fälle offenlassen. Ich habe schon einmal „niemals wieder“ gesagt und siehe da… „Life Amongst the Damned“.

Du weißt nie was kommt…

 

(Schnuller)

 

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