The Ruins of Beverast- Tempelschlaf

(Van)

 

Das ist mittlerweile schon ein Kosmos für sich, den Alexander von Meilenwald da im Dunstkreis extremer Metal-Spielarten kreiert hat. Auch der neuste Output „Tempelschlaf“ kann sicher grob dem Black Metal-Genre zugeordnet werden und ist doch so viel mehr als das.  Wo es anderswo in einer Tour blastet, geben sich hier sonore Läufe, doomige Klänge, Ethno-Vibes, wavige Gesänge und immer wieder diese lakonischen Signature-Melodien ein mächtiges Stelldichein.

 

Man hört vom ersten Riff an, wer hier spielt und wird doch ein ums andere Mal überrascht, weil der Chef-Beverast einfach sehr speziell komponiert. Man höre nur mal den Track „Day of the proacher“, der ausgehend von einem eigentlich ziemlich artfremden D-Beat eine wilde Energie entfesselt, die man nach dem semi-meditativen Einstieg nicht unbedingt erwartet hätte. Gleiches gilt für das deep-doomige „Cathedral of bleeding statues“, das erst massiv ballernde, dann schamanisch-diffuse „Babel“ oder den epischen Rausschmeißer „The carrion cocoon“ – sie alle zeigen verschiedene Facetten tiefster Dunkelheit, die durch die tolle Produktion und die wagemutige Komposition meilenwald über dem Genre-Standard erstrahlen.

 

Ganz klar, hier ist ein Künstler am Werk, der nicht im Traum daran denkt, sich auf seinen Trademarks auszuruhen. Dass „Tempelschlaf“ sich trotz erhöhtem Eigensinn und etwas diesseitigerem Ansatz nahtlos in die Diskographie einfügt, spricht für die wohldosierte Umsetzung. Schwächen sind dabei praktisch keine auszumachen, selbst die mitunter eingebauten, Dave Gahan-artigen Vocals sitzen mittlerweile besser, stellen aber immer noch eine relative Schwäche im zunehmend weitläufigeren, gewohnt krude ausgespielten Repertoire dar.

 

(Chris)

 


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