Leper Colony – Back To Primal Sludge
(Testimony Records)
Niemand hört auf mich. Dabei hatte ich in der Review zum letztjährigen (!) LEPER COLONY darum gebeten, dass jemand bitte Rogga Johansson aufhalten solle. Böse Zungen könnten behaupten: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. „Back To Primal Sludge“ ist im Vergleich zu „Those Of The Morbid“ das wesentlich stärkere Album. Hier funktionieren die Rhythmen auf einmal, viele der Refrains treffen ins Marc (sorry). Gerade das vorab veröffentlichte „These Blades“ geht direkt rein. Mit „Thrown To The Pigs“ deutet die Gruppe erst eine Melo-Death-Anbiederung an, bevor sie dem Hörer die Keule über die Rübe zieht. Trotz des Albumtitels vermeiden LEPER COLONY dieses Mal genrefremde Ausflüge. Anstatt das Tempo rauszunehmen, walzt die Kombo in „Harness The Undead“ (Was für eine coole Gesangsidee im Marc Grewes Chorus!) erst einmal über alles, um am Ende mit „Beneath The Fat And Gristle“ noch einmal komplett das Gaspedal durchzutreten.
Jetzt frage ich mich natürlich: Warum nicht gleich so? Die Antwort liegt auf der Hand. Veröffentlicht man als Songwriter so viel Material wie Rogga Johansson, ist neben guter Musik eben auch viel Ausschuss dabei. Metal Archives führt zum Stand der Review sieben Veröffentlichungen mit Beteiligung des Schweden im Jahr 2026 – und da ist die LEPER-COLONY-Platte noch gar nicht erfasst. Es kann bei einer solchen Fülle an Material nicht immer alles herausragend sein.
Sei’s drum: Rogga Johansson kann’s. Würde es nur ein bis zwei Veröffentlichungen pro Jahr von ihm geben und wären die restlichen Musiker in den Projekten so fähig wie hier, dann hätte der Schwede einen ganz anderen Status in der Szene.

































































































