HKSPK - Heimkehr
(Eigenproduktion)
Die zweite Schwarzwurzel "Heimkehr", der brandenburgischen Black/Deather HKSPK beschäftigt sich lyrisch mit Erinnerung, Krieg, Verlust, Freundschaft, Rache, Verzweiflung, Kontrollverlust und interessanterweise der Frage, was „Heimkehr“ bedeutet, wenn Erfahrungen einen dauerhaft versehrt und verändert haben. Musikalisch beschäftigt sich die komplett in Eigenregie entstandene Inhouse-Produktion mit einer brachialen bis atmosphärischen Mischung aus traditionellem Black, Death, Thrash, Doom und Sludge. In deutsches, wie auch englisches Textgut getaucht, gilt es nun also acht Kompositionen, die den Sand in 25:21 Minuten durch das Stundenglas sickern lassen, auf dem neuen schwarzmetallhaltigen Todesbleiklumpen "Heimkehr" zu vernehmen. Den Anfang macht "Prelude", ein Tristesse ausstrahlendes Intro, das den perfekten Einstieg zu "Heimkehr" markiert. Daran schließt sich das schnelle, extreme und neurotische "Torture" an. Ein eindringlicher und kranker Song, der trotz seiner überschaubaren Laufzeit von 01:52 Minuten Kurzweil bietet. Darauf folgt die Wuchtbrumme "White Secretions II". Ein dynamisches Soundgeflecht mit Jims überwiegend düsterem Deathgegrummel, welches zum Schluss hin einen gelungenen Richtungswechsel aufweist. Im Anschluss gibt sich der "Sonnenjäger" die Ehre. Ein fetziger Death Metal Song, der immer wieder aufzudrehen vermag. HKSPK`s (HELLO KITTY SCUM PORN KILLER) straighte bis bewegliche Soundstrukturen sind definitiv noch dem German Underground zuzuordnen. Aber das ist schon alles gute Handwerkskunst. Luft nach oben gibt es natürlich immer.
Sogleich folgt "Kill The Weak". Ein energiegeladenes Brett, das keine Gefangenen nimmt und aggressiv aus den Speakern föhnt. Danach schließt sich für mich der mit Abstand beste Song des Albums an, der sich auch vor Szenegrößen nicht zu verstecken braucht. "Rot In Despair" ist ein empathiegeladener, dynamisch-energetischer Song, der eher von unten raus kickt und das Niveau nochmal deutlich anhebt. Gerade im Doomig-Sludgigen offenbaren sich für mein Befinden die wahren Stärken, des 2023 gegründeten Schwarzkittel-Triumvirats HKSPK aus Wulcow. Ein Weg, den man konsequent weiter beschreiten sollte. Starkes Songwriting an der Stelle! Daran schließt sich "Rain In The Face" an, welches phasenweise (alte!) EISREGEN-Vibes aufkommen lässt. Finde ich ebenfalls richtig gut! HKSPK können schnell, wildern aber auch häufig im Midtempo, was ihnen wirklich gut zu Gesicht steht. Die Produktion an sich ist nicht schlecht und sicherlich authentisch gewählt, könnte aber sauberer, differenziertet und vor allen Dingen einen voluminöseren Drumsound vertragen. Eigentlich gibt es an der Soundästhetik im Großen und Ganzen nicht viel zu meckern, dennoch fallen einige von Arnes Perkussions zeitweise recht flat aus. Als Schlussstein fungiert das titelgebende "Heimkehr", das live sicherlich 1 A funktionieren wird und einen Gutteil seiner Atmosphäre aus dem anfänglichen Film-Sample, den (Tremolo-)Gitarren von Jim und Leon, sowie diesem ganz speziellen Zugehörigkeitsgefühl bezieht. Die Gesangsdarbietungen klingen im Allgemeinen nach live-feeling, dürften aber für ein Studio-Album gerne weniger kantig daherkommen. Das die Jungs Potenzial haben, steht wohl außer Frage, aber mit ein wenig feilen hier und da, dürften HKSPK bald auch die größeren Bühnenbretter entern. Beim nächsten Mal ein bissi Kohle in die Hand nehmen und neben der Produktion in professionelles Mixing und Mastering investieren. Ihr würdet euch wundern, was da noch geht, wenn ihr denn wollt! Aber was rede ich da? Das ist schon alles gut gemacht!
Das Album erscheint in Eigenregie auf allen gängigen Streamingplattformen. Über Bandcamp ist außerdem eine auf 50 Exemplare limitierte CD-Ausgabe erhältlich.
(Janko)
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Checkt die neuesten Videos von HKSPK:
Torture:
Rot In Despair:

































































































