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MY SLEEPING KARMA - AtmaMY SLEEPING KARMA - Atma
(Napalm Records)

 

Rein instrumentaler Rock/Metal ist in aller Regel nicht so mein Ding, doch für die 2006 gegründeten Psychedelic Trip Rocker MY SLEEPING KARMA, mache ich nur allzu gerne eine Ausnahme. Als ich die Unterfranken vor knapp einer Dekade das erste Mal als Vorgruppe von MONSTER MAGNET im Colos-Saal live bewundern durfte, war es um mich geschehen. Die Aschaffenburger waren nebenbei bemerkt auch - und das ohne Wenn und Aber - die bessere Band an diesem Abend. Fünf Studio-Alben, ein Live-Album und etliche Konzerte später bin ich noch immer voll des Lobes für diese exzellenten Ausnahmemusiker, die es immer wieder schaffen, regelrecht hypnotische, wellenartige und äußerst fesselnde Soundkulissen entstehen zu lassen. Ihr neuester Wurf "Atma" kommt erst ganze sieben Jahren nach dem letzten Studioalbum "Moksha". Das hatte viele persönliche Gründe und zu überwindende Tragödien, die MY SLEEPING KARMA beinahe aus der Bahn warfen und sogar drohten, unsere Local Heroes endgültig ins Aus zu manövrieren.


Wohl nicht ganz ohne Narben davonzutragen, hat das Quartett diese schwere Phase glücklicherweise an einem Stück überwunden und kann nun mit seinem sechsten Werk "Atma" glänzen. Es ist laut Aussage der Aschaffenburger Trip Rock Armada das dunkelste, emotionalste und tiefgründigste Album ihrer Historie, wobei ich eher von der Offenheit, Leichtfüßigkeit, Spielfreude und der puren Dynamik des Langeisens mitgerissen werde. Sechs melodisch-verträumte Kleinode voller Verletzlichkeit, Gefühl, Melodramatik und Zerbrechlichkeit sprechen sämtliche Sinne an. Bewusstseinserweiternde, tranceartige, ja regelrecht hypnotische Rhythmen wirken unmittelbar auf das zentrale Nervensystem ein. Sie nehmen den Hörer mit auf eine Reise in die entlegensten Winkel seiner selbst und lassen dort Raum und Zeit miteinander verschmelzen. Der permanent spürbare Drang nach vorne ist allgegenwärtig. Er begleitet den Hörer und lässt ihn eins werden mit der Weite des Kosmos. Foto: Ingo Spörl (Hard Media)Die unfassbare Erhabenheit dieses spacigen Gitarrenspiels, der extrabreit wummernde Bass, das rhythmische Schlagwerk und die astrein integrierten elektronischen Soundlayers, schaffen eine ganz spezielle, äußerst sympathische Atmosphäre. Lautstärkedynamiken spielen auch auf "Atma" eine gewisse Rolle, die sich allerdings nicht grundsätzlich als vordergründig bezeichnen lässt. Die beiden letzten Tracks "Pralaya" und "Ananda" sind mir persönlich dann aber doch etwas unzugänglich geraten, wenn man bei MSK überhaupt von unzugänglich reden kann.

 

Auf "Atma" geht es im Wesentlichen darum, seinen inneren Frieden zu finden, die schönen Dinge des Lebens anzuvisieren, vornehmlich selbigen Aufmerksamkeit zu schenken und seine Energie, rein nach dem Kausalitätsprinzip, stets auf das Positive zu lenken. Es geht aber auch um Illusion, Realität, Geist, Metaphysik, allumfassende Liebe und Erleuchtung. "Atma" ist Sanskrit (die heilige Sprache der Veden) und bezieht sich auf die Gesamtheit des Selbst als Entität. MY SLEEPING KARMA 6.0 zieht seine rote Schnur durch das spirituelle Menschsein und die Zeitenwende, an dem es der Menschheit gelingt, sich auf ihre Spiritualität zurückzubesinnen und wieder im Einklang von Körper, Geist und Seele in Harmonie mit der Natur zu existieren. Ein Wunschtraum, den das Cover des Künstlers Sebastian Jerke (AUDREY HORNE, BE'LAKOR, ORDEN OGAN) in Form des Gottes Ganesha verkörpert, der als Beseitiger von Hindernissen den Egoismus, die Selbstzerstörung, die Grausamkeiten und die (inneren, wie äußeren) Kriege aus der Welt räumt. Auf diesem Album verarbeiten die vier Freunde persönliche Schicksalsschläge, Trauer, Schmerz und Leid, die sie noch enger aneinander schweißten. Produziert, aufgenommen und gemischt wurde der Longplayer von Schlagzeuger Steffen Weigand himself, in den New Life Studios in Erlenbach am Main. Das Mastering stammt hingegen von Andreas Balaskas und den Masterlab Studios in Berlin. Mit seinen spacig-progressiven, extravaganten, oftmals ins Orientalische driftenden Soundlayers und dem enormen Groove im Gepäck, dürfte "Atma" mit seiner inneren Essenz aus Freude und Empathie, aber auch Trauer und Hoffnung auch noch den letzten Miesepeter aus seinem tiefen Loch holen. "Atma" ist körperlich und gefühlsmäßig sehr stark erfahrbare 3rd-eye Musik, in der eine, von der Leichtigkeit des Seins getragene, dezent nuancierte Melancholie mitschwingt und die sich somit geradezu aufdrängt, für ein abendliches Lagerfeuer mit guten Freunden.

 

(Janko)

https://www.mysleepingkarma.de/

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Open your 3rd eye:

Prema: https://youtu.be/XONnmccKhPI

 

Mukti: https://youtu.be/-DU65Hlqu7E


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