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Place Of DarknessPlace Of Darkness

(I-On New Media)

 

In einem alten Lagerhaus arbeitet der Dokumentarfilm Miles Cody fieberhaft an seinem Durchbruch: einem Tatsachenbericht über die Produktion von Snuff, dem finstersten Mysterium des Mediums Film. Durch Recherche gerät er an den Insider Vic - und bekommt Einblicke in ein blutiges Metier, das ihm lieber verborgen geblieben wäre. Doch er entdeckt noch mehr als das, nämlich eine Unregelmäßigkeiten in seinen Aufnahmen, die nicht nur sein Projekt, sondern auch sein Leben und das seiner Freunde in Gefahr bringt.

Beim Thema "Snuff" werd ich unweigerlich an grindige Billigproduktionen aus den 70ern oder aber an Nobelschrott wie "8 mm" erinnert, die Douglas Raines Regiedebüt aber nicht sonderlich beeinflusst zu haben scheinen. Dessen "Place Of Darkness" springt gleich auf mehrere Trittbretter: Das Cover assoziiert man mit der durch "Saw"/"Hostel" losgetretenen, gorig-brutalen Schockerwelle, die mit ihrer ungeblümten, realistischen Gewaltdarstellung sichtlich auf viele Genres abfärbte; der Inhalt gaukelt eine aufwühlende, dramatische Schilderung der (fiktiven?) Snuff-Szene vor; bis mindestens zur Hälfte hat man es aber eher mit einem modernen Geisterhausfilm zu tun; die Auflösung bändelt dann aber mit einem vierten, teuflischen Subgenre an, das sicherlich nicht schwer zu erahnen sein wird - wird ja auch kein großes Geheimnis drum gemacht!

Man sieht: "Place Of Darkness" ist eine vielschichtige Angelegenheit, die sich natürlich in einigen Punkten verbinden muss. Das passiert hervorragend mittels des renommierten Darstellers John Savage ("Die durch die Hölle gehen"), dessen finsterer Snuff-Produzent dem Film Klasse und schauspielerisch erhabene Momente verpasst. Dazu kommt die sehr düstere Umgebung des alten Lagerhauses, das allein schon gruselig ist, aber auch noch mit unheimlichen Erscheinungen der hier Getöteten vollgestopft ist. Lediglich durch die Linse einer Kamera betrachtet geben sich diese zu erkennen, was freilich für schöne Schreckmomente sorgt.

So gut die Einzelteile auch klingen mögen (und es in der ersten Hälfte auch sind), so sehr enttäuscht mich "Place Of Darkness" gleichfalls. Von der zitierten Intelligenz des Stoffes ist keine Spur. Stattdessen wird man sehr früh über die schwache Konstruktion des Szenarios hinwegsehen müssen, denn weder die Dialoge noch die gesamte Figurenkonstellation zeigt sich irgendeinem Ziel folgend. Da scheint Raine etwas zu viel in den Film hineingestopft zu haben, so dass Erklärungen oder wenigstens Nachvollziehbarkeit hinten an stand. Spätestens, wenn der Doku-Filmer, seine Frau und das befreundete Pärchen zum Schluss im Lagerhaus von den dämonischen Erscheinungen gejagt und sogar besessen werden, wird es schwer fallen, noch sowas wie Atmosphäre oder Filmvergnügen zu entdecken, denn dort gibt es Ungereimtheiten bzw. sehr klischeehafte, scheinbar von Amateuren gespielte Umschwünge am laufenden Band. Die Risikofreude, was die Verbindung diverser Genres angeht, ist sicherlich bemerkenswert, aber weniger Elemente, die konsequenter umgesetzt werden (z.B. die Geister), wären doch angebrachter gewesen. Spätestens ab der Hälfte kann es nämlich passieren, dass "Place Of Darkness" die emotionale Bindung zu seinem Zuschauer verliert, welcher die Vielfältigkeit von vier Filmen mit der Spannungsarmut eines Amateurfilms bezahlen müssen.

 

(Paule)


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