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Archspire - Bleed the FutureArchspire - Bleed the Future

(Season of Mist)

 

ARCHSPIRE aus Vancouver, Kanada, die sich von 2007 bis 2009 noch unter dem Moniker DEFENESTRATED tummelten, sind eine der extremsten und technisch versiertesten Bands on planet earth. Das Modern 'n' Brutal Technical Death Metal Quintett geht so ein bisschen Richtung ORIGIN meets RINGS OF SATURN, wobei ARCHSPIRE die Technik eher in Härte umsetzen, anstatt in übertriebenem Maße herumzufrickeln. Mit ihren spacig-futuristischen Deathcore- und Djent-Einflüssen treiben die Kanadier ihre Cross- und Polyrhythmik auf die Spitze und durchbrechen dabei regelmäßig die Schallmauer. Ab und an wird zwar mal eine kurze, beruhigende Zwischensequenz eingeschoben, damit die erhitzten Gemüter wieder ein wenig herunterfahren können, aber ansonsten zielt das vierte alienated Soundspektakel "Bleed the Future", das ursprünglich bereits 2020 zwischen den verschiedenen Touren erscheinen sollte, auf impulsive und kernige Explosivität ab.

 

Die acht neuen Momentaufnahmen des Wahnsinns strotzen vor stakkatohaftem Riffing, mit spitzen, disharmonischen Djent-Ausbrüchen der beiden Saiten-Hexer Dean Lamb und Tobi Morelli, dem hemmungslos zermürbenden Grunting von Frontmaschine Oliver Rae Aleron, dem zügellosen Drumplay von "Machine Gun" Spencer Prewett, sowie den schier unersättlichen Bassläufen von Tiefton-Wizard Jared Smith. Der Aufbau eines jeden Songs, jeden Riffs, jeder Bassline und jedes Drum Patterns wurde technisch akribisch durchstrukturiert. Herausgekommen ist ein Brachialwerk voller furioser, neurotischer und irrwitzige Raserei. ARCHSPIRE manövrieren sich mit ihren spaßigen, progressiven Patchwork-Schnipseln, die sie immer wieder mal zwischen das crossrhythmische Extremgeballer schieben, von einer technischen Extremsituation in die Nächste. An ARCHSPIRE ist eben so ziemlich alles auf die Potenzierung von Extremen eingestellt. © ARCHSPIRE So könnte man Grunter Aleron durchaus als BUSTA RHYMES oder TECH N9NE des brachialen Death Metal bezeichnen. Der allem überlegene Tech Death presst schon eine ordentliche, soundtechnische Fülle in den Raum und baut mit seiner extremen Geschwindigkeit enorm Druck auf. Die Jungs aus British Columbia steuern innerhalb ihrer etwas über eine halbe Stunde zappelnden Schlachtkeule aber auch immer wieder die kontrastierende, regelrecht episch klingende, melodische Schiene an.


Trotz all der Brachialgewalt driften ARCHSPIRE samt bärenstarker Gitarrenläufe, auch mal in leicht nuanciertes Industrialriffing oder dezent gesetzte Deathcore-Anleihen ab, denen man mit ihren perfektionierten, spiralförmigen Gitarrensoli definitiv eine gewisse catchyness bescheinigen kann. Die Texte der Extrem Metal Weirdos drehen sich häufig um theoretische Gedankenspiele rund um Science-Fiction, inklusive Alien-Invasionen oder Misanthropie. Im Falles von "Bleed the Future" wird die rein fiktionale Frage aufgeworfen, was passieren würde, wenn Menschen nichtmenschliche Wesen gebären würden. Dieses seltsame Konzept, das einem Traum Alerons entspringt, soll lediglich ethische Fragen aufwerfen, besitzt aber weder eine Art Endgültigkeit, noch sollen Schlussfolgerungen daraus gezogen werden. Aufgenommen wurde ARCHSPIRE 4.0 im Oktober und November 2020 im Flatline Audio Studio (Denver, Colorado), in dem Betreiber, Produzent und Engineer Dave Otero (CATTLE DECAPITATION, KHEMMIS, PRIMITIVE MAN) dem wüsten Powerpack ein erstklassiges Komplettpaket aus Produktion, Mix, Mastering und Engineering schnürte. Das ausdrucksstarke Cover zum 31:35 Minuten ballernden Studioinferno "Bleed the Future" stammt von dem, in der Szene und weit darüber hinaus bekannten Berliner Künstler Eliran Kantor. Mit ARCHSPIRE ist ein, in jeglicher Hinsicht extremer Stern am Tech Death Himmel aufgegangen.


(Janko)

https://www.facebook.com/Archspireband

 

 

Checkt die Tech Death Weirdos auch audiovisuell:

Bleed the Future:

https://youtu.be/WuSD92fIWXg

 

Golden Mouth of Ruin:

https://youtu.be/LY8RFaMs0Ac

 

Drone Corpse Aviator:

https://youtu.be/mcC-1UoIIPI


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