Exodus – Goliath
(Napalm Records)
Fünf Jahre und ein Frontmann später werden EXODUS mit einem neuen Studioalbum vorstellig. Rob Dukes ist zurück und ersetzt einmal mehr Edelgremlin Zetro Souza. War die letzte Phase mit Dukes eine der fruchtbarsten der Kalifornier, lösen EXODUS dieses Mal gemischt Gefühle aus. Aber alles der Reihe nach.
Zusammen mit einem Haufen anderer Songs, die in mittlerer Zukunft ein weiteres Album bilden sollen, präsentieren die fünf Amerikaner zehn neue Lieder. Dient das eröffnende „3111“ mit seinem repetitiven Einstieg noch als eine Art Introsong, geht’s mit „Hostis Humani Generis“ danach verspielt vorwärts. Bereits mit „The Changing Me“ gibt’s dann das erste Experiment zu hören. Hochmelodisch hat man sich HYPOCRISY-Kopf Peter Tägtgren mit an Bord geholt, den Refrain „veredelt“ dann noch Schlagzeuger Tom Hunting mit Klargesang. Das Ergebnis klingt unpassend, zerstückelt und zu sehr nach großer Geste. Spätestens mit dem Titeltrack „Goliath“, der sich CANDLEMASS-artig wie Gummi zieht, verliert sich die Platte dann. Der Track nimmt dem Album, das mit dem rockigen „Promise You This“ eigentlich wieder Fahrt aufgenommen hatte, jede Luft. „Beyond The Event Horizon“ ist danach ist zwar ein netter Thrasher, der 2026 aber auch nur zum Fußwippen taugt.
Gegen Ende des Albums fangen sich EXODUS wieder. Das überlange „Summon Of The God Unkown“ schließt in seiner Vielseitigkeit an die „The Atrocity Exhibition“-Teile an. Gerade hier zeigt sich die Wandelbarkeit von Dukes Stimme. Mit Zetro am Mikro hätten dieses Stück nicht so ausdrucksstark werden können. Der Rausschmeißer „The Dirtiest Of The Dozen“ ist dann nicht weniger melodisch, dafür aber wesentlich geradliniger und rammt dem Hörer nochmal den Ellenbogen Richtung Gesicht.
Am Ende ist es vor allem die Songauswahl und die Aneinanderreihung dieser, die ein komisches Gefühl zurücklassen. Ein paar weniger Experimente und etwas weniger (fehlgeleitete?) Kreativität hätte dem Album gutgetan. Rob Dukes ist bei all dem genauso auf Höhe, wie die Instrumentalfraktion der Band. Holt und Altus spielen um ihr Leben und Hunting hinterm Schlagzeug liefert auch.
Bleibt zu hoffen, dass die zweite Hälfte der geschriebenen Lieder etwas stringenter zusammengesetzt werden.
(Manuel)
ExodusAttack.com – Exodus Official Site

































































































