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Im Schatten des Kreml von Brent GhelfiIm Schatten des Kreml von Brent Ghelfi

 

Wild, Wild East...“Im Schatten des Kreml“…Hauptsache der Rubel rollt. Brent Ghelfis zweiter Teil der „Volk“-Reihe wartet erneut mit knallharter, nüchterner Action auf. Mal brutal, mal morbide, mal mitfühlend, mal ekelerregend, mal über Politik sinnierend, mal kaltblütig mordend, kämpft sich der Mid-dreißiger Alexei Volkovoj, seines Zeichens Kriegsveteran, durch die korrumpierende Unmenschlichkeit Russlands und dem Gebiet der, mittlerweile autonomen Republik Tschetschenien. Brent Ghelfis deutlich herauszulesende Apathie gegenüber Putin, dem russischen Geheimdienst FSB und deren korrumpierenden Machenschaften aus Politik, Wirtschaft und Korruption bilden hier die fließenden Übergänge zu Filtration, Massenmord, Krieg und dem daraus resultierenden Terror. Nicht zuletzt anhand dieses Plots und seiner Hintergründe wird nur allzu deutlich, wie die russische Perestroika zur Katastroika avancierte. Brent Ghelfis zweiter Volk-Roman ist ein buntes Potpourri aus Korruption, Geld, Macht, Ressourcen, Gier, Hass, Terror und Gewalt. Die Erzählweise aus der Ich-Perspektive und im Präsens ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Die zahlreichen Namen und ständigen Ortswechsel verwirren den Leser und hemmen den rasanten Plot leider immer mal wieder. Mann muss hier schon permanent am Ball bleiben, um nicht gnadenlos überrannt zu werden. Zu viel Politik, zu Lasten der Story. Da mir immer mal wieder ein Stück vom „roten Faden“ abging, blieb das 413-seitige “Im Schatten des Kreml“, nach dem grandiosen Debüt „Russisches Abendmahl“ leider etwas hinter meinen Erwartungen zurück.

 

Meine Wertung: 80/100

 

(Janko)

 


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