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Morfin - Consumed By EvilMorfin - Consumed By Evil

(FDA Records)

MORFIN ist eine Todesschwadron aus dem Sonnenstaat Kalifornien, genauer gesagt aus Los Angeles. Die 2010 gegründete Death/Thrash Combo wandelt noch etwas unbeholfen auf den ausgetretenen Pfaden der Urväter des Death Metal. Nun gut, „Consumed By Evil“ ist auch erst der zweite Release der US-Boys. Überwiegend schnell und stets mit blecherner Wut so richtig auf die Kacke, spielt sich das Ganze unüberhörbar im rauen Oldschool Milieu ab. Dreckig, roh und räudig gehen MORFIN dann auch zur Sache.

 

Leicht übersteuert knüppelt sich das Death/Thrash Foursome ungestüm durch die Tracks, was bei dem rumpelnden Drumsound kaum einmal vernünftige Rhythmik aufkommen lässt und dadurch recht eintönig bis gar nervig wirkt. Die wenigen guten Ideen, die ab und an von der Rhythmusfraktion in den Raum geworfen werden, kickt man leichtfüßig in den nahestehenden Eimer. Überwiegend im oberen Bereich der Geschwindigkeitsskala angesiedelt, wird auch der Midtempobereich regelmäßig angesteuert. Das fast nicht präsente Riffing, das durch den schlechten Sound zum Teil gnadenlos überdeckt oder zumindest in den Hintergrund gedrängt wird, dazu die schrägen, disharmonischen, einander über den Tummelplatz der geistigen Abartigkeiten jagenden, aber äußerst flachen Soli kann man dabei nur als planlos bezeichnen. Wenn dann noch die unausgereiften Vocals von Jesus Romero einsetzen, der so agiert, als hätte man ihm eben mal kurz das Mikro hingehalten und gesagt: „Da, kreisch da mal rein“!, dann will man nur noch sterben.

 

Die Soundstruktur des Albums, das mit 12-seitigen Booklet inklusive Textpalette ausgeliefert wird, ist viel zu unspektakulär, wild und verworren. An manchen Stellen wirken die unausgewogenen Arrangements eher uninspiriert, an anderen Ecken finden sich wiederum zu viele technische Spielereien ein, die etwas übermotiviert daher kommen. Jesus‘ Familienzwist Kreisch-Vocals dürften sich gerne abwechslungsreicher ausnehmen und nerven irgendwann nur noch, auch wenn sie wohl auf den Pfaden Chuck Schuldiners wandeln wollen. Vielleicht haben MORFIN auch deshalb mit „Illusions Of Horror“ und dem darauffolgenden „Posthumous“ hintereinander zwei Instrumentals in Mitten der nervigen Songs eingebaut, wobei das Schlagwerk gerade bei „Posthumous“ teilweise echt schrecklich klingt und an das Bearbeiten eines Teppichs mit einem Teppichklopfer erinnert. Dazu werden nervige, jazzige Bass-Töne gereicht, die aus einem Vorkriegs-Radio zu stammen scheinen...einfach nur grässlich. Das ist nicht länger „Posthumous“, sondern eher schon Posthumus.


MORFIN 2.0 ist nährstoffarmes Fastfood, welches neun Tracks beinhaltet, die 35:01 Minuten lang stupide um die eigene Achse nudeln. Mehr Kontinuität kann ich „Consumed By Evil“ leider nicht zusprechen. Ich für meinen Teil kann MORFIN und ihrer Auslegung des Oldschool Death Metal nichts abgewinnen. Irgendwie fällt mir auch nach dem zweiten Durchgang des nervtötenden Albums als Resümee lediglich ein Wort ein: stümperhaft! Was man der Musik allerdings zugutehalten muss: sie ist echt und ehrlich. Mehr Spannung kriege ich hier allerdings nicht mehr reingetextet.  „Consumed By Evil” brauche ich sicherlich kein drittes Mal. Für mich ein klarer Fall für die runde Ablage (und damit meine ich sicherlich nicht den Plattenteller oder das CD-Fach).


(Janko)
 
www.facebook.com/morfindeathmetal


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