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GNOSIS - The Offering Of SevenGNOSIS - The Offering Of Seven
(Terror From Hell Records)

Gefühlt 100 Bands mit dem Namen GNOSIS tummeln sich rund um den Erdball. Da kann man schnell mal durcheinander kommen. Indes vom Quintett zum Quartett gesundgeschrumpft, präsentieren die Occult Black/Death Metaller GNOSIS aus Miami, Florida ihr zweites Langeisen "The Offering Of Seven". Mit eingängigen Strukturen, ihrem eher zum klassischen tendierenden Death bis Heavy Metal Riffing und dem lässig-rauen "Voice from the dark side"-Timbre von Fronter J.S., erinnern mich die 2013 gegründeten Totengräber entfernt an die infernale Osloer Occult Blackened Hard Rock Triade ACÂRASH, obschon die Ausrichtung von GNOSIS bei weitem nicht so rockig ist, wie die der norwegischen blackened Deather. Das Himmelfahrtskommando GNOSIS beschäftigt sich in aller Regel mit Okkultismus und mythologischen Themen, die sich musikalisch an die griechische Black Metal Szene der frühen 90er Jahre anlehnen. "The Offering Of Seven" klingt auch alles andere als Ami-like und hat noch weniger mit Florida Death Metal zu tun.

Wie in einem postapokalyptischen Atomwinter beherrscht Kälte, Tod, Klarheit und ein Wechselbad aus Stille und Sturm die Szenerie. Schartige, rauchige Vocals, düstere, mystische Klangdimensionen, hinzu gesellt sich eine schauerlich bedrohliche Atmosphäre mit hypnotischen Riffs, die unter anderem von Keyboard Soundlayers untermalt werden. Wie erkaltende Lava wabert der doomig anmutende, schwarzmetall-legierte Todesstahl aus den tiefsten Höhlen der Erdkruste. Mit leichtem Hang zur Extravaganz kreieren GNOSIS einen ureigenen Stil, der jedoch immer noch tief in der Tradition verwurzelt ist. Acts wie VARATHRON, THOU ART LORD, MORTUARY DRAPE oder MYSTIFIER werden als Vergleichsreferenz herangezogen. Der midtempo Ritual Black Metal mit seiner sinistren Architektur ist alles andere als technisch, dafür zünden die bewusst einfach gehaltenen Riffs aber sofort. Sie bleiben nachhaltig im Kopf und erfüllen somit ihren Zweck. GNOSIS - BandDie oldschoolige Spielweise bleibt gänzlich unkompliziert, ja fast schon minimalistisch oder zumindest einfach gestrickt. Auch die Drumlines sind recht unspektakulär gehalten. In der Gesamtheit wirken sie jedoch keinesfalls unpassend. Ab und an wird mal ein bisschen auf die Tube gedrückt, aber schnell kehrt man auch schon wieder zurück in gediegenere bis doomige Gefilde.

Die Produktion wirkt eher ein wenig altbacken und dürfte (gerade was den Schlagzeugsound anbetrifft) gerne etwas druckvoller rüberkommen, geht im Großen und Ganzen aber in Ordnung. Mit dem Coversong "Evil Spirit" (aus dem Jahre 1985) huldigen GNOSIS dann noch der Hamburger Metal Institution RUNNING WILD. Ein starker Track, der durchaus zu polarisieren weiß. Da ich aber zugegebenermaßen nicht so firm mit den Norddeutschen Heavy Metallern bin, kann ich hier keinen wirklich fundierten Vergleich anstellen. Trotz der Kombination der beiden Genre Death und Black, wohnt "The Offering Of Seven" ein eigenständiger Spirit inne, der aber weder bei den Puristen aus dem Black Metal Lager noch bei der Death Metal Fraktion Jubelschreie auslösen dürfte. Dem einen mag GNOSIS 2.0 zu unaufgeregt sein, dem anderen gefallen vielleicht gerade diese (zumeist) recht unaufdringlichen Arrangements. Cool und lässig gezockt sind die eigentlichen sechs Tracks ("Intro", "Transcendence pt. 1" und "Outro" einmal ausgenommen) allemal. Wer gerne ein wenig über den Tellerrand hinausblickt, dürfte unter Umständen Gefallen an den okkulten Ritual- und Horror-Landschaften finden, die „The Offering Of Seven“ bietet. Aber es steht wohl zu befürchten, dass sich an diesem Output mal wieder die Geister scheiden.

(Janko)

https://www.facebook.com/gnosis.fl

 

 

Checkt gleich mal das Track Video zu "Golden Wings" an:

https://www.youtube.com/embed/hKcQk0J4PuE


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