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Rainy DogRainy Dog

(I-On New Media)

 

Yuuji verdingt sich gezwungenermaßen in Taiwan als Killer für die ortsansässige Mafia. Zurück nach Japan kann er nicht und jetzt haben seine alten Feinde aus der Heimat auch noch einen Kollegen auf ihn angesetzt. Als ob das nicht schlimm genug wäre, taucht zu allem Überfluss eine damalige Geliebte bei ihm auf und liefert den angeblich gemeinsamen Sohn bei Yuuji ab. Bei „Rainy Dog“ haben wir es mit einem ganz und gar untypischen Miike-Film zu tun, der aber dennoch zum Besten gehört, was der Regisseur jemals gedreht hat. Im Gegensatz zu seinen Gewalt-Orgien und seinen mit irrem Witz übersäten Filmen bewegen sich in „Rainy Dog“ sowohl Handlung als auch Story nur äußerst langsam voran. Natürlich spielt die Gewalt auch hier eine zentrale Rolle, allerdings auf deutlich weniger explizite Weise. Vielmehr ist es die Spirale, aus der Yuuji nicht ausbrechen kann, die Thematik und Ton des Films bestimmt. Sämtliche Figuren befinden sich auf einem Weg ohne jedes Ziel und die Ausweglosigkeit wird hervorragend in die tristen Bilder des dauerverregneten Taipei getaucht. Dadurch entpuppt sich „Rainy Dog“ als eine der gefühlvollsten Arbeiten Miikes. Der Wechsel von anfänglicher Abneigung des kleinen Jungen zur späteren gemeinsamen Flucht vollzieht sich ebenso unterschwellig wie beeindruckend. Gemeinsam landen sie bei einer Prostituierten und nisten sich in deren winzigen Zimmer ein. Dass Yuuji versuchen würde, der Frau aus ihrer misslichen Lage zu helfen, mag zwar vorhersehbar sein, man schaut dem Profikiller aber dennoch gerne dabei zu.

Der zweite Teil von Miike’s “Black Society Trilogy” ähnelt in seiner Veröffentlichung dem ersten Teil. Genau wie bei „Shinjuku Killers“ sind neben der Programmvorschau die drei Trailer zur Trilogie gesondert anwählbar und es gibt die Fortsetzung des Interviews mit Takashi Miike. Beim Bild hat I-On etwas zugelegt, für Asia-Verhältnisse ist die Qualität solide. Ähnlich sieht’s beim Ton aus, am deutschen 5.1-Sound gibt es nicht viel auszusetzen, während der japanische Stereo-Kanal allein aufgrund der Synchro (der Film wurde vollständig in Taiwan gedreht) an einigen Stellen weit hinter der deutschen Spur zurückbleibt. Dürfte aber die wenigsten stören, und so ist „Rainy Dog“ mit gutem Menüdesign und ansprechendem Pappschuber eine gelungene DVD-Umsetzung eines mehr als gelungenen Films.

 

(mosher)


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