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The Ruins Of Beverast - ExuviaThe Ruins Of Beverast - Exuvia

(Ván Records)

 

Das, 2003 in Nordrhein-Westfalen gegründete Ein-Mann-Projekt THE RUINS OF BEVERAST, hat sich über die Jahre immer mehr dem Atmospheric Black/Doom Metal verschrieben. Allrounder Alexander von Meilenwalds (eigentlich Alexander Frohn) fünftes Extrem Eisen „Exuvia“ wirft Tracklängen zwischen 7:45 und 15:27 Minuten in den Äther, was auf progressive und epische Hemisphären hindeutet. Umso gespannter war ich vor dem ersten Durchgang, der indes fünften Langrille des Aachener Musikers, der nebenbei bemerkt noch bei TRUPPENSTURM die Drumsticks schwingt. Von Meilenwald übernimmt bei seinem Baby THE RUINS OF BEVERAST zusätzlich noch Gesang, Gitarre, Bass und Keyboard.

 

Den geneigten Hörer erwarten nun also 67:38 Minuten Ambient Black Metal mit düsterem, heiserem Grollen aus der jenseitigen Welt, einem ruhigen, ansprechenden und langgezogenen, wellenartigen Klargesang oder einer gänzlich andersartigen Stimmvielfalt, die zwischen die teils recht extraordinären elektronischen Effekte, Samples, Gesangs- und Soundlayers eingeflochten wurde. Wie der Trunk eines alten Schamanen, der einen in die totale Trance und damit in den Schwebezustand zwischen Leben und Tod versetzt, wabert „Exuvia“ zumeist durch ruhige, doomige Klangwelten, die generell mit durchgehendem, langgezogenem Riffing, aber auch mal mit dezentem Dudelsack, Opern- und Ritualgesängen oder atmosphärisch psychotischen Keyboardsounds unterlegt sind. Das instrumentale Konglomerat, das sich überwiegend im Low- bis Midtempobereich bewegt, aber hin und wieder aus den angedachten Konventionen auszubrechen vermag, ist vielseitig geartet, dürfte aber gerne noch (vor allem an Extravaganz und Progressivität) eine Schippe drauflegen.

The Ruins Of Beverast - HeaderAuf dem sechs Tracks umfassenden „Exuvia“ hätte ich mir nämlich ein paar extremere Höhen und Tiefen gewünscht, die sich in ausufernden, schrägen Gesangseinlagen, bratendem oder schneidendem Riffing, sowie in unerwarteten, rapiden Geschwindigkeitsübertretungen hätten äußern dürfen. Im Endeffekt ist „Exuvia“ eine einzige ellenlange, teils psychotische Soundlayer, die durchaus Spaß machen kann, aber sich wohl kaum für mehrere Durchgänge am Stück anbieten dürfte. Im Vordergrund stehen neben den verschiedentlich gearteten, zumeist recht zäh fließenden Rhythmen, die elektronischen Bestandteile, die den unorthodoxen Sound anreichern und zu einem Ambient Erlebnis machen, dem sich seine Anhängerschaft sicherlich nicht gerade zu Abertausenden anbiedern wird. Die neuartigen Klänge, die aus der „Exuvia“, der alten, abgelegten Haut entstehen, laden zum Nachdenken, Ausschweifen und Abdriften ein. Aber auch knüppeln kann man zwischendurch ganz ordentlich, um der extravaganten Klangchimäre THE RUINS OF BEVERAST jegliche Formen der Lethargie abzustreifen.

 

Es ist schon ein interessanter Klangkosmos, der sich dem Hörer erschließt, aber „Exuvia“ ist auch sehr eigensinnig komponiert. Von introvertiert bis extrovertiert sind hier alle Formen des Insichgekehrtseins und der totalen Ausbrüche möglich. Die musikalische Grundausrichtung zielt dabei nur allzu prätentiös darauf ab, dass man sich mit ihr auseinandersetzen und beschäftigen möge. Für Ambient Fans, die nicht auf aufgewärmte 08/15 Fertigkost stehen, könnte das unkonventionelle Album mit seinen teilweise hypnotischen, tranceartigen Klängen und Gesängen durchaus ansprechend sein. Bifröst, Bilröst, Asbru, Beberast oder eben Beverast ist der Prosa Edda von Snorri Sturluson entlehnt und bezeichnet in der alten nordischen Mythologie die brennende, dreistrahlige Regenbogenbrücke, als Verbindung und Übergang zwischen Midgard uns Asgard, also die Verbindung des weltlichen, irdischen Reiches mit dem Reich der Götter.

 

(Janko)

 

https://www.facebook.com/The-Ruins-Of-Beverast-116265971848680


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