J.B.O. – Haus Of The Rising Fun
(Reigning Phoenix Music)

 

Da sind sie wieder, von vielen gehasst, von einigen toleriert und von anderen abgefeiert: die fränkischen Spaß Metaller J.B.O. Spaß und Humor ist ja generell so ein Ding, da stimmen die Meinungen eben nicht immer überein, wie halt beim Metal. Und wenn diese beiden sich verbinden wird’s halt für einige richtig schwer. Wie siehts denn jetzt beim neuen Album aus? Nun, da werden die Meinungen ebenfalls auseinander gehen, also kann nur der persönliche Eindruck niedergeschrieben werden.
Gleichgeblieben ist zunächst mal der typische Kettensägen Gitarrensound und der Mix aus eigenen Nummern und Coversongs. Der Opener „Ma Ma Ma Metal“ hätte mal schön die Verballhornung von Boney M. „Ma Baker“ sein können, entpuppt sich leider als eigener Song der ziemlich belanglos ist. So geht’s dann leider auch mit dem Titelsong weiter, das Original wird gecovert, bekommt ne leichte Metal Schlagseite, aber witzig ist an dem Text leider gar nix. Und hier zeigt sich auch der Wandel am deutlichsten: da, wo in den Anfangsjahren noch hinter jeder zweiten Zeile ein geiles Wortspiel war oder an den Originaltext angelehnte Pointe wird hier einfach irgendwas mit Erlangen und Autobahn und Blödsinn gesungen. Gabs ja nicht schon 100 mal zuvor. Aber eben ohne Humor, noch nichtmal kindischer.
„Vito wir machen Krach“ hat dann nicht unbedingt viel mehr Humor, geht aber wenigstens schön nach vorne und könnte aufgrund der bekannten Melodie angetrunkene zum Party machen animieren. „I Kissed A Girl“ ist vielleicht kurz witzig, denn a ist der Aufreger im Jahr 2025 eh dahin und b wäre es noch nie einer gewesen, wenn dies ein Mann singt. Mehr leider nicht. Aber es gibt auch Highlights auf der Platte:
„Bussi“ kramt in so ziemlich jedem bayrischem Klischee und bringt „Pussy“ von Rammstein in eine komplett bekloppte Version, inklusive Stoibers Bahnhof Gesülze. Also tatsächlich mal einige Gedanken gemacht beim Text, wie früher eben. „Stinkefinger“ geht auch richtig gut ab und macht sich mal kurz noch über die ganzen Deutschrocker lustig und das auch auf ziemlich gute Weise.

Als ganz ok geht „Nur für euch“ durch, einfach weil er gut geschrieben ist und „Power such Wolf“, der zwar nicht unbedingt zu schallendem Gelächter aufruft, aber als nette Powerwolf Persiflage durchgeht.  „Weisst schon was ich meine“ ist auch cool aber ohne Textblatt ganz schön schwer zu folgen, da mal eben schön die Buchstaben durcheinander gewirbelt werden.
Tja, es könnte so schön sein, aber leider schließt das Album mit „Woke On The Smater“, was einfach nur etwas billige Buchstabendreher liefert und dann der Tiefpunkt „Mein Arsch“ („Voyage, Voyage“), der wirklich billigsten Möchtegern Humor liefert und man selbst als toleranter früher er Fan Verständnis für die Hater bekommt.

Tja, ein paar gute Songs stehen vielen Mittelmäßigen und leider auch Totalausfällen gegenüber. Aus den letzten drei, vier Album die besten rausgepickt und man hätte wieder ein gutes Album, so wird das leider nicht mehr viel.

 

(Röbin)

 

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