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GrendelsSyster_Myrthenkranz.jpgGrendel’s Sÿster - Myrtle Wreath / Myrtenkranz

(Eigenproduktion)

 

Kauzalarm, zum dritten! Nachdem die letzte EP „Orphic Gold Leaves / Orphische Goldblättchen“ (2018) bei Kollege Röbin gelandet ist (er ist sogar in den Thanx erwähnt),  darf ich mich wieder der Band und ihrer neuen EP „Myrtle Wreath / Myrtenkranz“ widmen. Seit der ersten Single hat sich das Trio Schritt für Schritt entwickelt und ist auf bestem Wege, sich im Epic/Folk Metal eine kleine eigene Nische zu schaffen. An der kauzigen Art (oder schrullig, wie es Gitarrist Tobi in einem Interview nennt) hat sich indes nichts geändert. Alle Songs sind, wie schon auf der letzten EP praktiziert, in deutscher und englischer Sprache aufgenommen worden. Die Musik erinnert an Epic Metal Bands wie Lordian Guard, durchaus auch Cirith Ungol, lässt aber gleichermaßen folkige Melodieführungen einfließen. Die Band beruft sich im Info und dem Booklet auch auf frühe Manowar, Rainbow und einige Folk (Metal) Bands. Auf Folkinstrumente verzichten Grendel’s Sÿster allerdings komplett. Drums, Bass und Stromgitarre sind basisch und mit wenig Brimborium produziert und aufgenommen worden. Mutig sind die beiden Vertonungen der alten Volkslieder „Wildvögelein/Little Wildling Bird“ und „Graf und Nonne / Count and Nun“, die besonders in der deutschen Version und dank der blumigen Wortwahl, bei einigen Leuten von Stirnrunzeln bis blanken Entsetzen so ziemlich alles hervorrufen werden. So ging es anfangs auch mir. Allerdings entfalten sich die Songs, wenn man sich darauf einlässt, auf eine ganz eigene Weise. Zudem kann Gitarrist Tobi seine abwechslungsreiche Gitarrenarbeit mit tollen Leads garnieren, was dem Album ganz klar Pluspunkte im Metal-Ranking gibt. Doppelte Kauzpunkte gibt es für die schräge Idee, prähistorische Höhlenmalereien zu vertonen („Entoptische Petroglyphen / Entoptic Petroglyphs“). Das funktioniert bestens und der Song wird durch ein fantastisches Riff in der Strophe getragen. Mit dem folgenden „Worfelschwang /Winnowing the Chaff“ sind beide Songs ganz klar die Highlights des Albums. Der rein auf Gesang basierende (A Capella trifft es hier definitiv nicht richtig) Abschluss „Steinmännlein / Cairns“ passt perfekt in das Gesamtkonzept und rundet die EP ab. Die toll arrangierten mehrstimmigen Vocals bringen den Inhalt hier toll rüber und auch hier hatte ich meine Last, den Song wieder aus den Ohren zu bekommen.

Grendel’s Sÿster fabrizieren auf „Myrtle Wreath / Myrtenkranz” mit Sicherheit keine Musik für die Masse, dafür dürfte ein etwas kleinerer Kreis davon umso begeisterter sein. Die Melodien können durchaus Gänsehaut erzeugen. Arrangements und Instrumentierung sind zwar reduziert, dafür aber zielsicher ausgearbeitet und treffen fast immer ins Ziel. Frontfrau Caro singt sehr direkt und ohne Effekte, woran man sich eventuell etwas gewöhnen muss, dafür ist der Gesang mit seinen tollen zweiten Stimmen hier das Tüpfelchen auf dem „i“. Mittlerweile ziehe ich die deutschen Versionen der Songs sogar den englischen vor, obwohl ich ganz klar kein Freund der deutschen Sprache im Metal bin.

Das Album wächst mit jedem Durchlauf und einige Melodien gingen mir für Tage nicht mehr aus dem Kopf. Schräg, beeindruckend und wirklich toll! Ich bin gespannt, wo die Reise noch hingeht.

 

(Schnuller)

 

https://grendelssyster.bandcamp.com/

 

 


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