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lund3Kommissarin Lund – Das Verbrechen (Staffel 3)

(Edel)

 

In bislang zwei Staffeln fesselte, irritierte und begeisterte die dänische Krimireihe Kommissarin Lund – Das Verbrechen die Zuschauer mit ihrer schrulligen, schroffen und unkonventionellen Art. Eigenschaften, die die Reihe mit ihrer Titelheldin teilt. Die analytische, wortkarge Sarah Lund passt nicht wirklich in das vor allem hierzulande ankonditionierte Bild eines TV-Ermittlers. Und auch die in der dritten Season so intensiv wie selten zuvor gewährten Einblicke in das Privat- und Innenleben der Kommissarin schaffen eher Distanz denn Sympathie. Doch das hindert Lund nicht im Geringsten daran, das Publikum von der ersten Minute in ihren Bann zu ziehen. Die kühlen Bilder und die düstere Atmosphäre tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, dass auch die dritte und leider auch letzte Staffel noch einmal Nordic Noir vom Allerfeinsten bietet.


Zehn Tage vor den Parlamentswahlen überschlagen sich in Kopenhagen die Ereignisse: Premierminister Kristian Kamper bangt um seine Wiederwahl, die auch vom Verhalten der Reederei Zeeland abhängt. Deren Chef Robert Zeuthen ist zwar willens, zugunsten von Kampers Partei sämtliche Arbeitsplätze in Dänemark zu halten, läuft jedoch auch Gefahr, vom Aufsichtsrat zur „Lame Duck“ degradiert zu werden. Doch all diese politischen Verstrickungen geraten in den Hintergrund, als Zeuthens neunjährige Tochter Emilie entführt wird.
Forbrydelsen, wie die Reihe im Original heißt, entwickelt wie üblich ein Geflecht aus einem undurchsichtigen Verbrechen und politischen Intrigen, bei dem der Verdacht früher oder später auf nahezu jeden fällt. Der ursprüngliche Fund einer zerstückelten Leiche im Hafen scheint zunächst belangloses Beiwerk, erweist sich schließlich aber doch als Schlüssel zum eigentlichen Fall. Und auch Motivation und Forderungen des Entführers scheinen auf den ersten Blick völlig nebulös, um im weiteren Verlauf aber Gestalt anzunehmen und für Momente grenzenloser Spannung zu sorgen. Für ihr Finale zieht Kommissarin Lund noch einmal alle Register. Ein mitreißender Fall, markante Figuren, eine wie immer brillant düstere Optik und eine einzigartige Hauptdarstellerin heben die Serie deutlich von der breiten Masse ab. Und auch das überaus eigenwillige Ende, irgendwo zwischen Kopfschütteln und Kult, unterstreicht die sympathische Kauzigkeit der Reihe und lässt den Zuschauer mit offenem Mund zurück.


Edel:Motion bringt die dritte Staffel auf fünf DVDs mit je einer knapp zweistündigen Episode auf den Markt. Leider fehlen jegliche Extras sowie der Originalton, doch immerhin glänzt die deutsche Tonspur mit sauberem 5.1 und das Bild mit bestechender Schärfe.

 

(mosher)


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