Ponte del Diavolo - De venom natura(Season of Mist)
Was namentlich klingt wie beim Italiener um die Ecke bestellt, kommt tatsächlich auch aus Italien. Was die mitunter entrückten, teil vom restlichen Sound entkoppelten Vocals von Zeremonienmeisterin Erba del Diavolo angeht, hört man diese Herkunft auch heraus. Denn die Gute (Böse?) singt zum einen oftmals in der Landessprache und geht zum anderen auch sonst durchaus offensiv mit dem in die Wiege gelegten, südländischen Akzent um.
Mit ihrer mal herrischen, mal wavig angehauchten Stimme führt sie die Musik an, die auch auf dem nun zweiten Album zwischen Dark Metal und Black Metal mäandert, über fast die gesamte Distanz aber noch ein Stück besser als auf dem Einstand auf den Punkt kommt. Ausnahme dürfte das nicht nur sperrig betitelte "Delta-9 (161" sein, das inmitten des feurigen Geschehens so etwas wie eine überlange Verschnaufpause darstellt. Davor und danach treffen die Italiener mit ungewöhnlichen Stilvermengungen (Post, Doom, Black, Schlagmichtot und ne Brass-Passage gibts auch noch), bissigen Melodieläufen und den immer wieder das Zünglein an der Waage darstellenden Charaktervocals ordentlich ins Schwarze.
Das fängt beim angeblackten Opener "Every tongue has its thorn" (Ggggolddd-Gutfinder dürften beim Refrain aufhorchen) an, zieht sich über das post-punkige, fast gesprochene (oder aus dem Necronomicon vorgelesene?) "Lunga alla vita necrosi" und endet symptomatisch im stimmigen Wave-Was-aufs-Maul-Zwitter "In the flat field". Man könnte nun im Nachklapp noch erwähnen, dass Herr Potenti von u.a. Nubivagant auf "Silence walk with me" ein paar seiner notorischen Gesangslinien beisteuert - aber das ist letztlich auch nur eine Duftnote in einer an aufregenden Duftnoten wahrlich reichen, wenn auch nicht gänzlich hochklassigen Platte.
(Chris)































































































