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Black AngelBlack Angel

(I-On New Media)

 

Ikko sinnt nach Rache. Zurück in ihrem Geburtsland und gemeinsam mit ihrem Freund sucht die junge Killerin, die sich "Black Angel" nennt, denjenigen, der vor vielen Jahren ihre Eltern umbringen lies. Darauf ist der Yakuza-Clan natürlich nicht vorbereitet ...

 

Warum muss denn gerade der Name "Kill Bill" auf dem Cover zum Vergleich herangezogen werden? Völliger Unsinn, "Black Angel" ist weitaus weniger mundfertig vorgekaut, verlangt dem Zuschauer durch die vielen Parallelhandlungen vielleicht sogar ein wenig mehr ab als der später entstandene Hollywood-Blockbuster und ist trotz alledem in seiner Liga ein hervorragender Yakuza-Rachethriller geworden. Zweifellos sind Actioneinlagen, Pistolenduelle und der gewohnt ruppige Umgang innerhalb der Organisationen zu einem ereignisreichen, aufregenden Film geworden, der auf der anderen Seite aber inhaltlich wie optisch ein wenig experimentierfreudig zugange ist, vielleicht, weil er als Low Budget-Produktion entstand, die ein wenig Improvisationskunst voraussetzt. Neben ungewohnt räumlicher Bildführung überrascht da vor allem, dass Ishii die Geschichte nicht nur als bloßen Rachegrund heranzieht, sondern mit ihr die Figuren und ihr Schicksal entwickelt. Das macht die mitunter äußerst brutale Unterhaltung - bei Gewalt gegenüber Frauen wird kein Unterschied zum meist unterlegenen, männlichen Part gemacht - sehr abwechslungsreich. Etwas launisch kann das auch sein, denn zwischen Folter und stets hervorragend inszenierten Attentate finden so viele Details Platz, dass man gern an die Vielfalt eines Miike-Films erinnert wird, wenn auch hier alles eine Spur geradliniger abläuft. So erfreut man sich im insgesamt düsteren, gern als Neo-Noir-Film bezeichneten Genrewerk auch mal an einer dynamischen Tanzeinlage oder hochstilisierter, fast schon überzeichneter Gewalt, die dann zumindest den Bogen zu Tarantinos zitierten Meisterwerk spannt. Für mich ist "Black Angel" ein die westlichen Sehgewohnheiten forderndes, erstklassiges Action-Drama geworden, das mit kleineren Längen eine gewisse Grundstimmung und -spannung erhalten kann.

 

Die I-On-DVD ist leider kein Highlight, weil das anamorphe 1.78:1-Bild nun mal nicht wirklich toll ausfällt. Dafür ist der Ton brauchbar (DD5.1 - Deu, DD2.0 - Jap) und das eigens produzierte, 45minütige Interview mit dem Regisseur hat es in sich. Nebenbei gibt es noch einen Storyboard-Vergleich und eine Menge Label eigener Trailer.

 

(Paule)


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