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The Prisoner – Island Of FireThe Prisoner – Island Of Fire

(Koch Media)

 

Vier Hauptcharaktere mit vier eigenen Geschichten und Schicksalen und doch haben sie einiges gemeinsam.

Als erstes wäre da der Cop Andy (Tony Ka Fei „Hard Game“ Leung). Er findet heraus, dass der Mörder seines Schwiegervaters eigentlich ein bereits vor einigen Monaten hingerichteter Gefängnisinsasse ist. Da das unlogisch ist, kann an der Sache irgendetwas nicht stimmen und Andy lässt sich kurzerhand Undercover ins Gefängnis schleusen um dem Sache auf den stinkenden Grund zu gehen. Hinter Gittern lernt Andy neue Freunde kennen aber auch das harte und erbarmungslose Knastleben.

John (Sammo „Action Hunter“ Hung) ist bereits seit längerem Häftling in dem berüchtigten Gefängnis. Sein größter Wunsch ist es, seinen Sohn wieder zu sehen und der Vater für ihn zu sein der dem Jungen fehlt. Aus diesem Grund unternimmt er immer wieder Fluchtversuche, die ihn aber in den seltensten Fällen zu seinem Sohn führen. Die zu erwartenden Strafen (Einzelhaft und Prügelstrafen) lässt er über sich ergehen, denn er weiß wofür und für wen er diese Risiken eingeht. Bei einem Fluchtversuch stirbt jedoch ein Wärter, was für John zu einem offiziellen Todesurteil wird.

 

Der professionelle Billardspieler Steve (Jackie „Armour Of God“ Chan) weigert sich ein Billardspiel zu verlieren und verärgert einige skrupellose Wettpaten. Bei der darauffolgenden Schlägerei wird seine Freundin schwer verletzt. Um die OP Kosten zu bezahlen lässt er sich auf ein Pokerspiel ein und gewinnt. Der schlechte Verlierer weigert sich die Spielschulden zu begleichen. Dieses Handgemenge endet nicht nur mit ein paar Schrammen, sondern mit dem unglücklichen Tod des Verlierers, weswegen auch Steve ins Gefängnis kommt.

Steve hat dummerweise den Bruder des Gangsterbosses Lee (Andy „Detective Dee“ Lau) umgebracht. Den interessiert es auch nicht, dass es Notwehr und in erster Linie ein Unfall war. Lee verlangt Rache für den Tod seines Bruders. Da seine Handlanger im Knast es nicht schaffen Steve zu töten entschließt er kurzerhand die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Doch dazu muss er natürlich selbst erst zum Häftling werden.

 

Als es zu einer Gefängnisrevolte kommt halten nicht nur Freunde zusammen, sondern auch erbitterte Feinde wie Lee und Steve. Sowohl Andy als auch Steve und Lee gehen bei dem Kampf auf die Wärter los. Dieses bleibt nicht ohne Folgen, sondern sie erwartet der Tod durch Exekution. Doch Andy hatte mit seiner Vermutung, dass die Gefängnisinsassen nur zum Schein exekutiert werden, recht. Denn alle vier Protagonisten sehen sich auf einem Flugzeugrollfeld wieder auf dem Weg zu einem Himmelfahrtskommando. Hinter diesen dreckigen Machenschaften steckt niemand geringeres als der skrupellose Gefängnisdirektor.

 

„The Prisoner – Island Of Fire“ aus dem Jahr 1990 ist ein knallharter Knastfilm. Jackie Chan spielt auch nicht die Hauptrolle wie es die meisten Filmcover zu dem Streifen suggerieren. Er spielt eine – tragende - Nebenrolle und ist nur ein Teil des Oben beschrieben Ensemble. Was zu erwähnen ist, dass es – ähnlich wie auch der drei Jahre später erschienene „Hard To Die“ – ein eher untypischer Film ist, bei dem er mitwirkt. Auch wenn Jackie Chan Filme voller Action, Stunts und Slapstick waren und sind, waren besonders zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere solche ernsten Filme eher nicht sein Ding, da es schlichtweg nicht zu seinem Image passte. Das er und auch einige andere Darsteller sich bereit erklärt haben an „The Prisoner“ mitzuwirken liegt in erster Linie daran, dass auch Wang „Der Mann von Hong Kong“ Yu ein Teil des Casts war. Jackie aber auch einige andere standen bei dem Hong Kong Actionstar der 70er in der Schuld und als er dem Regisseur Kevin Chu versprochen hat aus der Patsche zu helfen, hat er einige der Stars für „The Prisoner“ mit ins Boot geholt. „The Prisoner“ war also eine Art Charity Projekt oder Schuldbegleichung und für einige Mitwirkenden weniger ein Wunschprojekt. Nichtsdestotrotz überzeugt der Film auf ganzer Linie, sowohl in punkto schauspielerischer Leistung, Härte, Action und Dramaturgie. Vor allem Sammo Hung spielt den Häftling überragend und seine Motivation alle Strafen für seinen Sohn auf sich zu nehmen, kommt mehr als ehrlich beim Zuschauer an. Um den Film aber genießen zu können, sollte der Zuschauer auf die 120 minütige Taiwan Fassung zurückgreifen. Denn das ist die komplette und die einzig logische Version die der Film hat. „The Prisoner“ gibt es auch in der mehr auf Action angelegten Hong Kong Fassung und in einer eigens für den US Markt neu synchronisierten Fassung. Beide Versionen gehen um die 95 Minuten und zerstückeln den Film enorm und machen ihn in erster Linie unlogisch und unverständlich. Der längere Taiwan Cut nimmt sich mehr Zeit für die Charakterzeichnung sowie für die Entwicklung der Handlung und verliert dabei nicht den Blick für das Drama, die Action und die harte Inszenierung des Knastlebens.

 

„The Prisoner – Island Of Fire“ erscheint endlich auf Blu-ray und enthält endlich auch die Taiwanesische Langfassung, die auf einem Endgerät mit dem hiesigen Regioncode abgespielt werden kann. Vorher konnten Filmfans diese Version mit einigem Aufwand auch erwerben, mussten aber auch für teure und abspielfähige Hardware Sorge tragen. Dieser Aspekt fällt mit der erfreulichen Veröffentlichung aus dem Hause Koch Media jetzt endlich weg. Die essentielle und wichtige Version findet sich auf Disc 2 als Bonus, ist in DVD Qualität und nur im O-Ton mit deutschen und englischen Untertiteln. Im Bonusbereich von Disc 1 finden sich Interviews mit dem Regisseur, den Schauspielern Sammo Hung und Wang Yu, sowie ein interessantes Interview zum Lesen mit dem Regisseur. Tolle und längst überfällige Veröffentlichung!

 

(Zvonko)  


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