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sandstone-culturalSandstone – Cultural Dissonance

(Limb)

 

Die Musik von Sandstone liegt laut Aussage der Band irgendwo zwischen „ballad-like“ und „bone-crushingly heavy“, und wenn letzteres auch leicht übertrieben ist, ist es genau das, was die zehn Tracks dieses Albums auszeichnet. Der grandiose Opener „Reckless Thought“ macht das deutlich: Er beginnt mit einem heftigen Stakkato, geht über in eine schwindelerregende Abfolge zweistimmiger Gitarrenläufe, an die nahtlos ein fiebriges Strophenriff anschließt; in der Bridge wird das Tempo gesteigert, bis sich schließlich alles in den Moll-Akkorden eines intensiven und stark emotionalen Refrains mit schier preisverdächtiger Gesangslinie auflöst, der dermaßen unter die Haut geht, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Die zweistimmigen Läufe im letzten Drittel und die zugehörigen Soli sind atemberaubend und veredeln diese Perle von einem Song noch zusätzlich, ganz zu schweigen vom Schlussteil, in dem sich noch einmal ein fantastisches Riff verbirgt, das, unterstützt durch dezenten Keyboard-Einsatz, noch einmal für Gänsehaut sorgt  – ein absoluter Hammer! Das Faible der Iren für komplexe und faszinierende Melodien und für balladenhafte Momente findet man auf diesem Album immer wieder: Bei der nachdenklichen Nummer „Little Forgeries“ oder dem schwelgerischen „Sleep“ zeigt sich dieser Zug durchgehend, während er sich bei Songs wie „Fading“, „Leaning on an Arrow“, „Black Skies“ oder dem schon beschriebenen „Reckless Thought“ vor allem auf die Refrains beschränkt, die kraftvolle, groovige oder progressiv gefärbte Strophen mit einem Überschuss an Melodie und Tiefgang kontrastieren. Mit Tracks wie „Trick of Mind“ gibt es aber auch durchgehend härtere Stücke. Einziger Störfaktor für mich sind Ausflüge in die Gefilde von Bands wie Rage Against the Machine, denn das immer mal wieder eingestreute, etwas nasale, hardcore-mäßige Shouten von Sänger Sean McBay, dem man ansonsten eine hervorragende Gesangsleistung bescheinigen kann, will einfach nicht so richtig zu den filigranen Arrangements passen, die ansonsten diese Platte so bereichern. Damit kann man angesichts des Abwechslungsreichtums, der unbändigen Spielfreude und der songschreiberischen Finesse von Sandstorm aber leben. Bestens!

 

(Torsten)

 

http://www.sandstonerocks.com/

 

 

 

 

 


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