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Sorcerer – Lamenting of the InnocentSorcerer – Lamenting of the Innocent

(Metal Blade)

 

Die Schweden von Sorcerer sind ja eigentlich auch schon Urgesteine, in ihrer ersten Phase von 1988 bis 1992 sind aber nur zwei (ziemlich legendäre) Demos entstanden, dann war bis 2010 erst mal Schicht im Schacht. Nachdem die beiden Vorgängeralben schon ordentlich eingeschlagen haben, beglücken uns die reunierten Doomer jetzt mit ihrem dritten Studioalbum. Und das ist so unfassbar geil, dass mir die Worte fehlen. Wo soll man da nur anfangen? Bei den Gitarren, die mühelos zwischen zentnerschweren Riffs, proggigem Stakkato, treibenden Passagen und schwindelerregenden Soli hin- und herwechseln, sich an anderer Stelle aber darauf beschränken, mit minimalem Aufwand ergreifende Stimmungen zu erzeugen, wie man das sonst nur von Greg Macintosh kennt? Beim Aufbau der Songs, die extrem opulent, aber nie schwülstig sind, die extrem komplex, aber nie kompliziert daherkommen, die immer wieder unerwartete Abzweigungen nehmen, ohne den Hörer auch nur einmal dabei abzuhängen, und von denen jeder einzelne mit einem Refrain aufwartet, den man nicht wieder vergisst? Bei der epischen Atmosphäre, die das Album von der ersten bis zur letzten Minute durchdringt, den vielfältigen emotionalen und stimmungsmäßigen Schattierungen, der Kraft? Beim Gespür für kleinste Details, der auferlegten Zurückhaltung beim Einsatz von Zusatzinstrumenten wie zum Beispiel der Orgel, um mit ganz dezenter Dosierung ein einziges Mal den maximalen Effekt zu erzielen? Beim getragenen und phrasierten Gesang, den geradezu perfekten und unermüdlichen Drums? Beim kristallklaren Sound, der jede Feinheit hörbar macht, dem Album aber an keiner Stelle etwas von seiner Härte nimmt?  Was Sorcerer hier abliefern, ist wirklich schwer zu beschreiben. Klar kann man erwähnen, dass sie irgendwo zwischen Doom, Prog und Heavy Metal angesiedelt sind, klar kann man die gerne zitierten Referenzen wie Solitude Aeternus und Candlemass nennen, insbesondere Atlantean Kodex drängen sich auf. Sorcerer sind das alles, aber noch viel mehr. Für mich jetzt schon ein Klassiker. Ein Album wie ein Rausch.

 

(Torsten)

 

http://www.sorcererdoom.com/

 


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