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Glacier_PassingIfTime.jpgGlacier – The Passing Of Time“

No Remorse Records

 

Eine Geschichte, die sich in den letzten knapp 20 Jahren ein paar Mal so abgespielt hat. Band X hat in den 80-er Jahren mal eine EP veröffentlicht, ist aber trotz guter Qualität nie so richtig zu Potte gekommen. Die EP, ein echtes musikalisches Kleinod, avanciert über die Jahrzehnte zum kleinen/großen Klassiker und erzielt dank kleiner Auflage mit der Zeit recht stolze Preise. Dann eine Mail aus good old Germany, zum Beispiel von den Veranstaltern des Keep It True Festivals, ob man sich nicht vorstellen könnte, für einen Reunion Gig über den großen Teich zu jetten…

Im Falle GLACIER lief das ähnlich, nur fand der Auftritt auf dem KIT 2017 noch unter dem Namen Devil in Disguise (ein Song der genannten EP) statt, mit Sänger Michael Pordybau als einzigem Ur-Mitglied. Erst seit Frühjahr 2018 läuft die Band wieder unter dem Namen GLACIER, nachdem man sich von den anderen Ex-Mitgliedern den Segen geholt hat. Nun wird 40 Jahre nach der Bandgründung (!) der erste Longplayer via No Remorse Records veröffentlicht. Das passend betitelte Album „The Passing Of Time“ landet, nach Shok Paris und Hittman, den dritten Volltreffer der Reunion-Alben-Hitliste für 2020 und das beim gleichen Label! GLACIER hätten auf Nummer sicher gehen können und das Album größtenteils mit Demo Songs füllen können, entschieden sich aber für überwiegend neues Material. Für die beiden bisher unveröffentlichten Songs „Live for the Whip“ und „Sand Of Time“ wurden die beiden Ex-Mitglieder Tim Proctor (Bass) und Loren Bates (Drums) ins Studio gezerrt. Die neuen Songs atmen das Flair der EP, sind melodischer US-Metal der Meisterklasse und kommen allesamt mit großen Melodien daher. Schon im Opener „Eldest and Truest“ gehen die Melodien tief unter die Haut. „Valor“ ist ebenfalls eine große Hymne, die mächtig nach vorne stampft und „Infidel“ feuert zweistimmige Melodien im Akkord ab. Absolutes Highlight ist für mich aber das schon angesprochene „Sands Of Time. Nach einem ruhigen Anfang steigert sich der Song zu einer echten Hymne, dass man sich fragt, warum dieser Song nicht auf einem der Demos oder der EP gelandet ist. Ausfälle, oder gar kleine Hänger, sucht man auf „The Passing Of Time“ vergebens. Nach Shok Paris, Hittman und natürlich Cirith Ungol, haben auch GLACIER das Kunststück geschafft, nach mehreren Jahrzehnten ein Album aufzunehmen, das direkt an die frühen Werke anschließt. Einziges kleines Manko: Die Produktion ist fast schon etwas zu steril, oder sagen wir „kalt“, ausgefallen. Wie ein guter Freund aber bemerkte, die kalte Produktion passe doch bestens zum Bandnamen…wo er durchaus recht hat.

 

(Schnuller)

 

https://www.glaciermetal.com/

 


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