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Haken - Fauna

(Century Media)

 

Haken dürften mir eigentlich nicht gefallen und in der Tat finde ich den hellen säuselnden, Pop-Schemata zugetanen Gesang, isoliert betrachtet, genauso zum Davonlaufen wie das Überdramatische, Überkandidelte im Sound, das manchmal und mit Schaudern an Queen oder noch Schlimmeres denken lässt. Stattdessen überkommt mich aber überwiegend ein wohliges Frösteln, weil „Fauna“ einfach zu beeindruckend ist, um es nicht zu mögen. Hinzu kommt: Sänger Ross hat ein unwahrscheinliches Händchen für ebenso einnehmende wie ausladende Chorus-Lines.

 

Ein gutes Beispiel liefert gleich der Opener „Taurus“, der komplexes Djent-Riffing mit einem fast schon bandytypisch pompösen Refrain bezuckert. Ähnliches gelingt im späteren Verlauf auch „Beneath the white rainbow“ (der verzwickt-atmosphärische Mittelpart, wtf?).Das flatterhafte, „Nightingale“ ist in seiner Machart subtiler, aber nicht weniger toll und wie so viele Songs sehr auf Ross Jennings drahtig-geschmeidige Vocal-Performance ausgelegt. In "Island in the clouds" sind es dann ausnahmsweise die funkigen Gitarren und die eckige Rhythmik, die den Fame einkassiert.

 

Noch so ein Track, der heraussticht, diesmal im Guten wie im Schlechten, ist „Lovebite“ – der Refrain weckt mit seinem Groove Tote, die platitüdenreichen Lyrics dagegen nerven, werden aber noch unterboten durch nervige „Oeohhs“. Und wo wir schon mal kurz am Rumstänkern sind „The alphabet of me“ ist von den Hooklines bis zur Produktion schon arg chartig. Aber bei so einer bunten und capriolenreichen Mischung (mit den Referenzen die Reviews aufgezählt werden, könnte man ganze Plattensammlungen kuratieren) sind persönliche Streichkandidaten ja quasi eingepreist . Erst recht, wenn der Rezensent  wahrlich nicht für Toleranz bekannt ist).

 

Insgesamt kann man Haken einmal mehr nur zu einem famosen Album beglückwünschen. Wie man hört kamen die Gratulanten bei den bisherigen Gigs zum Album verdientermaßen sehr, sehr zahlreich.

 

(Chris)

 

https://hakenmusic.com


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