Six Feet Under - Killing For Revenge Six Feet Under - Killing For Revenge

(Metalblade Records)

 

Die Ausgangslage war recht einfach, das letzte Album der Truppe um Chris Barnes „Nightmares Of The Decomposed“ war wohl das schlechteste Werk, das ich je von einer Band mit dieser Erfahrung gehört habe - auch wenn Kollege Janko das damals hier nicht so gesehen hat. Ich würde es fast als Beleidigung bezeichnen. Zugegeben, die Diskographie des damaligen Cannibal Corpse-Ablegers kann nach den ersten beiden Alben „Haunted“ und „Warpath“ als durchwachsen bezeichnet werden. Spätestens mit den Coveralben war für viele Schluss. 

Da half es auch nicht, dass Barnes kurz zuvor seinen ehemaligen Cannibal Corpse-Mitstreiter Jack Owen an Bord geholt hatte. Die Songs waren oft zu hölzern und der „Gesang“ des Frontmanns spottete, wie gesagt, jeder Beschreibung. Druckloser Sprechgesang mit eingestreuten Quietschlauten mag ihn noch am besten beschreiben. Wer in sozialen Netzwerken über andere Death-Metal-Fronter herzieht, sollte eine deutlich bessere Figur machen. Glashaus und Steine...

Vier Jahre später ist der Auftritt zum Glück gar nicht mehr so schlecht - wenn auch nicht überragend. Barnes scheint gemerkt zu haben, dass man auch tief growlen kann. Vielerorts ist zu lesen, dass Barnes mittlerweile auch gesünder leben soll und mit dem Gras-Konsum aufgehört hat. Vielleicht wird hier auch einiges durch die Studioproduktion kaschiert, ich weiß es nicht.

Musikalisch sind sich SIX FEET UNDER treu geblieben. Das heißt: Midtempo-Death Metal, der ohne große technische Finessen auskommt. Das musikalische Fundament ist aber auch nicht das, was „Nightmares Of The Decomposed“ so ungenießbar macht. Höhepunkte sind das stampfende „Hostility Agsinst Mankind“ und das schnelle „Judgement Day“. Alles in allem ist „Killing For Revenge“ ein anständiges Death Metal-Album, das alles in den Schatten stellt, was SIX FEET UNDER in den letzten zehn Jahren veröffentlicht haben. Owen scheint der Band in der Zwischenzeit eine ordentliche Frischzellenkur verpasst zu haben.

Gut so, denn damit sind SIX FEET UNDER in meinen Ohren wieder konkurrenzfähig! Zumindest fühle ich mich nicht mehr persönlich beleidigt vom Output der Amerikaner. Das ist doch schon mal was.

 

(Manuel)

 

https://www.facebook.com/sixfeetunder/

 


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