HULDER - Verbolgen
(Season of Mist)
Das dritte Vollwerk "Verbolgen", des 2018 gegründeten US-Dark Black Metal Duos HULDER aus Washington, birgt düsteren, atmosphärisch gehaltenen und folkloristisch angehauchten Black Metal. Die unterschiedlichen Gangarten reichen dabei von Low- bis Uptempo. HULDER haben aber auch immer Melodramatik, Leidenschaft und Atmosphäre im Blick. Nach dem über 2-minütigen Intro "Drie Raven" lässt sich das kalte und morbide Pesthauchgeraspel, der in Belgien geborenen Sängerin, Gitarristin und Keyboarderin Hulder, erstmals beim leicht melancholischen "The Crowning" vernehmen. Ihr Ehemann Necreon, der erstmals als vollwertiges Mitglied HULDERs geführt wird, kümmert sich um den Fourstringer und den sehr dezent eingesetzten Backgroundgesang. Weiter geht es mit dem, in der Grundausrichtung regelrecht schleppenden "Thy Binding Oath", dem sich kontrastierend das namensgebende, schnelle "Verbolgen", mit seinem sludgigen Mittelteil anschließt. Das im Midtempo angesiedelte "...And We Shall Sing" hingegen wirkt regelrecht groovy und dynamisch. Mit "In Blood and in Earth" schließt sich eine Komposition mit leicht erhabenem Charakter an, die gerade in der zweiten Hälfte von Hulders Black Metal Gekreisch richtig fett befeuert wird. Hierzu haben HULDER auch ein Video gedreht, das weiter unten angecheckt werden kann. Danach treibt das drückende und driftende "Den Nacht Zijn Lied" sein Unwesen. HULDER setzen neben dem englischen, flämischen und urgermanischen Textgut auch unterschiedliche Instrumente wie das Hurdy-Gurdy (Drehleier) von Session-Musiker Keld (MAJESTIES, OBSEQUIAE), Doppel-Schlagzeug-Einsätze von Vapula (HEART OF THE SERPENT) und Vrolok (AVAOT, ex-AETERNUS, ex-GORGOROTH), Irish Flute (Querflöte) von Ianuaria und weitere Perkussionsinstrumente ein.
Hierauf folgt mit "View From Nemeton" der schnellste Song des Albums, der sich seine Huldigung ebenfalls in Form eines Videodrehs verdient hat. Der Track hat etwas Jagendes, Gespenstisches an sich und ist ein von manischer Raserei geprägtes Blastbeat-Monster, das im Mittelteil kurzzeitig in eine groovige Dynamik abdriftet. Daran schließt sich das schleppende, beinahe schon träge Instrumental "The Glow of Dawn" an, das sich im weiteren Verlauf zu einer gefräßigen Gitarren-Percussion-Komposition ausweitet. Der bedrohliche, ja beinahe alarmierende Bonustrack "A Beacon From Darkened Skies" ist in meinen Ohren der schwächste Song des Albums, obschon er durchaus seine Momente aufweist. Zum Abschluss des Albums gibt es noch Lagerfeuerromantik mit dem akustisch-volkstümlich anmutenden zweiten Bonustrack "Zonnesteen". Inklusive der beiden Bonustracks bringt es das 58:02 Minuten trudelnde "Verbolgen" auf insgesamt elf von HULDER produzierte Kompositionen, die von Ahti Kortelainen im Tico Tico Studio abgemischt wurden und ihr Mastering von Mika Jussila bei Finnvox erhielten. HULDER 3.0 ist ein Album geworden, dass mir auf der einen Seite richtig gut reingeht und sich auch prima zum Nebenbeihören eignet, von dem aber trotz solider Umsetzung auch nach etlichen Durchläufen nicht allzu viel Zwingendes hängen bleibt.
(Janko)
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Checkt die Videos zu:
View From Nemeton:
In Blood and in Earth:
A Beacon From Darkened Skies (live vom Hellfest 2026):

































































































