Mental Cruelty - Echoes Of A Forlorn Land
(Century Media)
In seiner Besprechung des letzten MENTAL CRUELTY-Albums „Zwielicht“ legte Kollege Janko sein Augenmerk stark auf den damaligen Neu-Sänger Lukas Nicolai. 2026 gehen wir damit ins Rennen, dass wir mittlerweile wissen, dass der gute Mann singen, schreien, growlen und fauchen kann.
Die beiden größten Neuerungen auf „Echoes of a Forlorn Land“ sind die musikalische Ausrichtung und das Produktionsteam. Besprechen wir Letzteres zuerst. In der Vergangenheit richtete sich der Blick der Süddeutschen oft nach Amerika. Mit Josh Schroeder (u. a. auch für Lorna Shore und Ov Sulfur produzierend) zeichnete sich DER Szeneproduzent für die letzten beiden Alben „Zwielicht“ und „A Hill To Die Upon“ verantwortlich. Mit „Echoes of a Forlorn Land“ blieb die Band in Europa. Wie auch beim Soundbild verschlug es MENTAL CRUELTY in den Norden, zu Jens Bogren. Und hier gelingt der Übergang zur stilistischen Anpassung, ist Bogren doch der Mann im internationalen Extreme-Metal-Zirkus, wenn es um die Integration von folkigen, atmosphärischen Elementen in (melodischen) Extreme Metal geht. Von Amorphis über Eluveitie bis Amon Amarth waren alle großen Melodic-Death-Metal-Bands beim Schweden.
Genau diesen Weg gehen MENTAL CRUELTY auf „Echoes of a Forlorn Land“. In Songs wie „Blood For Blood“, „Helheim“ oder „Raise The Raven Banner“ könnte man als Hörer (spirituell), wenn die sporadischen Breakdowns nicht wären, fast glauben, man habe es mit einer in der Vergangenheit anders abgebogenen Version von Amon Amarth zu tun.
MENTAL CRUELTYs Riffs sind dieses Mal deutlich näher an den nordischen Kollegen als an denen aus Übersee. Für „Cry Of Batariel“ werfen auch die Finnen mal ihren Hut in den Ring. Für Intro und Refrain könnten Kinder dem Bodom-See entstiegen sein, in den Strophen tanzen finnische Trolle unter der Wintersonne.
Wie schon in der Vergangenheit gelingt es MENTAL CRUELTY auf dem gesamten Album, ihre Einflüsse zwar offen zur Schau zu stellen, jedoch nie als bloße Kopie der Vorbilder voranzuschreiten. Immer bringen die Deutschen ihren eigenen Spin mit ein – und wenn dies nur das Betrachten anderer Stile durch die Deathcore-Brille ist.
Was leider, wie immer, durch die allumfassende Orchestrierung auf der Strecke bleibt, ist die Dynamik. Jede Sekunde ist zugepflastert. Wirklich Stille oder Raum zum Durchatmen gab es in der Promoversion des Albums kaum. Aber das ist im Genre kein (negatives) Alleinstellungsmerkmal.
Was bleibt am Ende also? Ein weiteres, gutklassiges MENTAL CRUELTY-Album, bei dem die Band ihre Grenzen weiter auslotet und zu neuen Ufern aufbricht. Der Gesang ist weiter auf Top-Level, das musikalische Schaffen ist auf Top-Level. Ist das dann immer originell? Nein. Macht aber nichts, unterhält das Album über die knapp 45 Minuten doch vortrefflich. Wer MENTAL CRUELTY bisher mochte, wird sicher nicht enttäuscht sein; wer aus dem Melodic Death Metal kommt, wird mit „Echoes of a Forlorn Land“ vielleicht auch etwas anfangen können.
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MENTAL CRUELTY - Raise The Raven Banner (OFFICIAL VIDEO)
(Manuel)





















































































