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Interview mit Sami (Akkordeon) von Korpiklaani

 

Korpiklaani haben mit „Jylhä“ ihr, nach mEinung des Verfassers, bestes Studioalbum in der Zeit der Pandemie veröffentlicht. Über das allgegenwertige Thema, aber eben auch über den Inhalt der Platte wollten wir daher mit den kautzigen Finnen reden und beim übersetzen dieses Mailinterviews tauchten noch einige weitere Fragen auf, die wir gerne noch gestellt hätten. Vielleicht wird dies ja in Zukunft noch möglich sein, zunächst hier erstmal das geführte Interview, dem sich Sami stellte. Viel Spaß!

 

Totentanz: Hey Sami, wie geht’s dir?

 

Korpiklaani: Mir geht’s gut, danke! Wir versuchen alle gesund  zu bleiben.

 

TT: Zunächst mal, wir können es zwar alle nicht mehr hören, aber, wie ist die Situation mit Corona in Finnland?

 

K: Ich denke es ist stabil zurzeit. Die erste Welle von Corona traf uns nicht so sehr wie es in Zentral Europa war. Und Finnland ist ein sicheres Land während einer Pandemie. Unsere Bevölkerung ist nicht so hoch, daher ist es einfacher die Infektionen zu kontrollieren als in einem bevölkerungsreichen Land denke ich. Klar ist es auch noch nicht vorbei und wir haben auch strikte Regeln wie viele Leute sich auf einmal treffen dürfen, zum Beispiel. Also es ist auch nicht normal hier.

 

TT: Kannst du denn (und die anderen Mitglieder) von Korpiklaani leben oder habt ihr noch andere, „Reguläre“ Jobs? Und wie ist es für dich persönlich gerade mit der Pandemie Situation umzugehen?

 

korpiK: Einige von uns haben noch normale Jobs, aber die, die das nicht haben, für die ist es jetzt besonders hart. Das unschönste Gefühl bei dem ganzen ist, dass es die längste Pause ist, die jemals in der Band stattfand. Es ist sehr seltsam ohne eine Tournee und es war das erste Jahr seit langem, in dem wir sowohl die Mittsommernacht als auch die Weihnachtszeit zu Hause verbrachten. Einige von uns haben auch ein neues Hobby gefunden oder haben Zeit mit Dingen verbracht für die eben normal keine Zeit war.

 

TT: Kommen wir zum neuen Studioalbum „Jylhä“. Ich finde, es ist ein großartiges Album, was bedeutet der Titel?

 

K: Jylhä bedeutet Majestätisch, aber ebenso Wild und Robust auf eine schöne Art und Weise. Als Beispiel könnte man die Rocky Mountains „Jylhä“ nennen. Wir hatten auch andere Optionen für den Titel, aber zum Schluss fanden wir, das Album würde genau nach „Jylhä“ klingen, also nannten wir es auch so.

 

TT: Für mich ist es das beste Korpiklaani Album. Würdest du dem zustimmen?

 

K: Ja ich denke auch so. Alle unsere Alben sind unterschiedlich und wir stecken immer eine Menge Anstrengung da rein. Bisher fühlt sich dieses am meisten komplett und fertig an. Jeder Song hat einen anderen Charakter, es ist also wie eine Art Reise, wenn du es von vorn bis hinten hörst.

 

TT: Einer meiner Lieblingssongs ist „Sanaton Maa“. Wovon handelt der Song?

 

K: Er basiert auf einer finnischen Folklore und erzählt die Geschichte eines jungen Mannes mit Namen Matti, der ein Feld neben einem Fluss pflügt. Als er damit fertig war nahm er sein Pferd und führte es zu einer Badestelle am Fluss. Ein Mann auf der anderen Seite des Flusses begrüßt ihn und hört zur selben Zeit eine Stimme aus dem Fluss die sagt „die Zeit ist vergangen, aber kein Mann ist gekommen“. Matti, der keine Stimme gehört hat, entschied sich zu schwimmen. Der Mann auf der anderen Seite sagt ihm, er solle das nicht tun, da er diese Stimme gehört hat. Er erzählt ihm, dass ein Mann aus dem Dorf vor langer Zeit dort ertrunken wäre. Matti antwortete, dass er dann nicht schwimmen gehen wolle, aber sich wenigstens Hände und Gesicht waschen wolle. Er beugte sich nach vorne über das Wasser, hatte einen Herzanfall und ist ins Wasser gesunken.

 

TT: Es befindet sich kein einziger Song mit englischen Texten auf dem Album. War das Absicht oder Zufall?

 

K: Ich denke es war für jeden von Anfang an klar, dass da kein Song einen englischen Text benötigte. Wir haben da aber auch keine Vorsätze gehabt wie „wir machen nie mehr einen Song in Englisch“. Ich denke es hängt mehr vom Songmaterial ab und wenn wir da ein Lied haben von dem wir denken, dass er besser in Englisch klingen würde, dann tun wir das. Die eigene Hauptsprache ist wichtig für jeden und wir denken, die finnische Sprache ist mehr ausdrucksstark, denn wir sind Finnen.

 

TT: Was ist mit den anderen Texten? Kannst du ein wenig darauf eingehen und sind auch wieder ein paar Trinksongs dabei, die ich nur nicht verstehe? ;-)

 

K: Es ist kein komplettes Konzeptalbum aber es ist gibt Stärke als Thema in dem Album. Die meisten Songs handeln von mysteriösen Morden die wir in unseren Sagen gefunden haben. Als Beispiel wäre „Niemi“, der von den Morden am Bodom See in den 60igern handelt. Dennoch ist das Album nicht düster oder traurig – es klingt mehr kraftvoll. Es gibt auch zwei Party Songs auf dem Album: „Pidot“ und „Huolettomat“.

 

TT: Ich glaube, ihr schreibt viel mehr Lieder mit Melancholie, Melodien und Episch denn Humpa oder sonstwas. Aber die ganzen Party Leute, die Leute auf den Festivals, sie alle kennen Korpiklaani eher als die Band die Lieder wie „Beer“, „Tequila“, „Wodka“ und noch ein paar Humpa Songs geschrieben haben. Nervt euch das manchmal oder könnt ihr damit gut leben?

 

K: Wenn es uns nerven würde, dann würden wir diese Party Songs live kaum spielen. Ich denke wir sind auch genauso eine Party Band – das ist auch ein Teil unseres Images, aber es ist nicht das gesamte Bild. Wir haben unseren Durchbruch wahrscheinlich auch unseren Party Songs zu verdanken und so einen gewissen Ruf erlangt. Ich denke es würde keinen Sinn machen, das jetzt zu verleugnen und es ist besser darauf ebenso stolz zu sein. Es gibt ja auch Party Songs in „Jylhä“.

 

TT: Wie schriebt ihr denn die Songs? Gibt es einen Hauptschreiber? Habt ihr Konzepte? Seit ihr alle zusammen im Proberaum oder im Studio?

 

K: Jonne (Gesang und Gitarre) ist der Hauptschreiber der Lieder und das meiste Material kommt von ihm. Aber auch Samuli (Schlagzeug) und ich haben Musik für dieses Album geschrieben. Normalerweise nimmt Jonne ein Demo in seinem Heimstudio auf und schickt es dann an alle anderen. Dann arbeitet jeder seine Parts aus bevor wir dann in ein Studio gehen. Und normalerweise hat der Komponist der Lieder das letzte Wort, sollte es zu Diskussionen über die Song Struktur oder das Arrangement kommen.

 

TT: Und was habt ihr jetzt für Pläne für 2021/2022?

 

K: Wenn die Pandemie vorbei ist werden wir wieder zurück ins normale Business kommen als aktive Band. Keiner weiß natürlich wann, aber ich hoffe bald. In der Zwischenzeit müssen wir auf unsere Gesundheit und auch auf unsere professionelle Fähigkeiten achten.

 

TT: Dann möchte ich dir für das Interview danken, gratulation nochmals zu dem neuen Album und wünsche dir alles Gute für die Zukunft. Hoffentlich sieht man sich bald auf der Straße oder auf Festivals.

 

K: Danke und hoffe man sieht sich bald!

 

(Röbin)

 

https://korpiklaani.com/

 

Review zum Album:
http://totentanz-magazin.de/index.php/musik/7121-korpiklaani-jylhae

 

 


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