Aktuelles Magazin

Totentanz on
Totentanz Magazin bei Facebook

Free PDF 

Aktuell sind 449 Gäste und keine Mitglieder online

1001 Nacht Box – Teil 1Die schönsten Klassiker aus 1001 Nacht (Box – Vol. 1)

(Koch Media)

 

Die Geschichten aus 1001 Nacht gehören zu den ganz großen Klassikern der Weltliteratur. Ihre Verfilmungen aus den 40er Jahren gelten mittlerweile selbst als Klassiker. Koch Media widmet diesen Schätzchen nun eine eigene Collection. Im ersten Teil dieser Orient-Box finden sich drei Filme aus den Jahren 1942 bis 1949. Namentlich handelt es sich hierbei um die Werke Arabische NächteAli Baba und die 40 Räuber sowie Die schwarzen Teufel von Bagdad


Im ersten der drei Filme geht es um die Tänzerin Sheherazade, der es vom Schicksal bestimmt sein soll, einst den Kalifen von Bagdad zu heiraten. Die Prophezeiung gerät ins Wanken, als dieser nur knapp dem Tode entkommt, nachdem sein machthungriger Bruder seine brutalen Handlanger auf ihn hetzt. Unerkannt schlägt er sich in just der Artistengruppe durch, mit der auch Sheherazade reist. Nun ist es an der hübschen Tänzerin, ihrem Herz oder der Prophezeiung zu folgen. Oder lässt sich vielleicht beides vereinen?


Arabische Nächte ist ein regelrechtes Paradebeispiel für den exotischen Technicolorfilm der Vierziger. Hollywood protzte mit aus heutiger Sicht beinahe albern anmutenden gemalten Kulissen, kunterbunten Kostümen und karnevalsreifer Schminke, die das Fehlen orientalischer Darsteller verbergen sollte. Doch hier geht es nicht um Authentizität und schon gar nicht um Anspruch. Vielmehr soll das Publikum - erst recht in Anbetracht der weltpolitischen Situation im Produktionsjahr - in eine märchenhafte Welt entführt und mit liebevoll seichten Abenteuern unterhalten werden. Dies gelingt im vorliegenden Fall ebenso wie in den beiden weiteren Filmen der 1001 Nacht Collection, wobei Ali Baba und die 40 Räuber natürlich besonders hervorzuheben ist. Nicht nur handelt es sich hierbei um die sicherlich bekannteste Geschichte der Reihe, auch weist der Film opulente Außenaufnahmen auf und wirkt noch ein Stück weit pompöser als sein Vorgänger. Die Geschichte um den Prinzen Ali, der mit ansehen muss, wie sein Vater ermordet wird und daraufhin in der Obhut einer Räuberbande landet, deren Anführer er schließlich wird, darf mit Fug und Recht als Klassiker unter den Klassikern bezeichnet werden. Dem Spross des Kalifen zuzusehen, wie er die Strolche gegen die bösen Mongolen zu Felde führt, ist zwar storytechnisch wenig ausgefeilt und bedient zahllose Klischees an der Grenze des Erträglichen, macht aber im Rahmen harmloser Sonntagnachmittag-Unterhaltung unwahrscheinlichen Spaß und verbreitet eine wohlig nostalgische Stimmung.


Als dritter im Bunde fügt sich Die schwarzen Teufel von Bagdad nahtlos in die Reihe ein. Die Abenteuer der Prinzessin Marjan, die Rache an den Häschern ihres Vaters nehmen will, sprudeln nicht gerade über vor Anspruch, versprechen aber kurzweilige Unterhaltung. Allein die bezaubernde Maureen O’Hara, die später noch an der Seite von John Wayne in Rio Grande glänzen, und Vincent Price, der hernach vor allem im Horror-Genre Filmgeschichte schreiben sollte, tragen den Film und dazu bei, dass sich das Publikum ein weiteres Mal in den Orient entführen lässt.


Was Koch Media nun in dieser ersten Box der Reihe aus den vorliegenden Filmen herausholt, grenzt selbst beinahe an ein Märchen aus 1001 Nacht. Für zum Teil über 70 Jahre altes Material ist die Bildqualität schlichtweg der Hammer. Eine derartige Schärfe hätten wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht erwartet. Die übersatten Technicolor-Farben kamen vermutlich nie zuvor in solcher Brillanz zum Vorschein. Weniger atemberaubend fällt das Klangspektrum aus, was aber kaum anders zu erwarten war. Die künstlich auf stereo getrimmte Monospur bietet vermutlich bereits das Nonplusultra. Das Bonusmenü der drei Silberlinge fällt gegenüber der Filmqualität deutlich ab, doch immerhin sind die Galerien mit seltenem Werbematerial äußerst nett anzuschauen.
Alles in allem für Liebhaber eine Traum-Veröffentlichung, aber auch für alle anderen ist diese Box einen Blick wert, und das nicht nur wegen der Cameos von Sindbad und Aladdin.

 

(mosher)


Musik News

Live Reviews

Movie News