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City Of Lost SoulsCity Of Lost Souls

(I-On New Media)

 

Dass Miike jemals schlechte Filme gedreht hätte, wäre mir neu, und so ist auch "City Of Lost Souls" wieder ein Sammelsurium schriller Einfälle, experimenteller Erzähltechniken und kontroverser Thematiken geworden, die in teils überwältigender Fülle auf Celluloid gebannt wurden. Grob zusammengefasst ergibt das eine ereignisreiche Roadmovie-Romanze und einen deftigen, aber kunterbunten Yakuza-Actioner, wobei beide den Handlungsort als multikulturellen Treffpunkt beschreiben. Psychopathische Vorzeigegangster sorgen für plötzliche Gewaltausbrüche, Machtspiele innerhalb der Rangordnung für den nötigen Zündstoff und zwischen all dem befindet sich ein Pärchen, welches der Raub eines Geldkoffers die Flucht finanzieren sollte, nun aber mit einer Ladung Drogen auf dem Trockenen sitzt. Nicht nur ihre eigenen Freunde wenden sich fortan gegen die beiden, auch die Banden gehen vehement gegen jeden vor, der ihnen bei der Rückbeschaffung des Stoffes im Wege steht, was Miike unverkennbar direkt, oft auch überspannt in Szene setzt, wie der extrem blutige finale Shootout aufzeigt. Dabei landeten letztlich so viel verschiedene Ideen im Film, von seltsam ekelhaften Blicken durchs Sanitärwesen über Fehden, die im kreuzgefährlichen Tischtennisspiel münden, bis hin zum animierten CGI-Hahnenkampf mit Bullettime-Effekt (!!), so dass man diesen gern in zwei Teile hätte aufsplitten können. Vergleichbar vielleicht mit dem etwas wirren "Dead Or Alive"-Teilen 2 und 3, da "City Of Lost Souls" etappenweise ebenso wenig konzipiert in seiner Stilistik wirkt, einfach zu sehr zerstückelt auftritt und vor allem unter den Darstellern keine professionelle Stimmung aufkommen mag.

 

Trotzdem eine Empfehlung, wenn man sich für die Launigkeit eines Miike begeistern kann und dessen einzigartige Weise der schnellen Unterhaltung schätzt, die zwischen Action, Tragik und Komik stets überraschungen bereithält. Bei weitem nicht sein bester, aber sehenswert, was wohl auch für die deutsche DVD-Auswertung zutrifft. Diese fällt durch ihre etwas überzogene Farbgebung, die leichten Ausfälle bei der Kompression und Defizite in der Schärfedarstellung trotz anamorphen Breitbild nicht sonderlich positiv auf, ist aber mit ordentlichem Klang in DD5.1 (wahlweise dt. oder jap. und mit dt. Untertiteln) und einer handvoll Extras (kurzes Making Of, Interview mit Miike, Trailer) ausgestattet.

 

(Paule)


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