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Rhapsody of Fire – Dark Wings of SteeRhapsody of Fire – Dark Wings of Steel

(AFM)

 

Splits sind ja eigentlich selten besonders erfreulich. Im Fall von Rhapsody of Fire hat sich die Trennung der beiden Hauptsongwriter aber offensichtlich bezahlt gemacht, und das gilt gerade für die Seite von Alex Staropoli: Wo Luca Turilli mit Ascending to Infinity letztes Jahr ein ziemlich überladenes und eher anstrengendes Album aufgenommen hat, legt nun auch der Keyboarder - mit neuen Kollegen am Bass und an der Gitarre sowie dem ursprünglichen Bandnamen ausgestattet – nach und hat mit Dark Wings of Steel Album Nummer 1 nach der Trennung am Start. Und dieses Album ist wirklich eine Überraschung. Ich habe Rhapsody – Alben zwar meistens gemocht, störte mich aber auch an den mehr oder weniger offensichtlichen Schwächen der Band. Dark Wings of Steel räumt mit vielen dieser Schwächen auf: Der oft etwas übertriebene Pathos ist größtenteils verflogen; statt überfrachteter Geschichten, denen allzu oft klare Songstrukturen und musikalische Dramaturgie geopfert wurden, wartet dieses Album mit überraschend straightem und eingängigem Power Metal auf. Und wo Höhen und Tiefen oft nahe beieinander lagen, hat man es hier mit homogenen Songs mit konstant starken Momenten zu tun: Die ausnahmslose Darbietung der Refrains als getragene, heroische, mit starken Chören untersützte Hymnen folgt zwar einem bewährten Strickmuster. Rising from Tragic Flames, Angel of Light, Fly to Crystal Skies, My Sacrifice, Custode Di Pace sowie der Titeltrack klingen aber so entschieden und gekonnt, dass sie die Halbwertszeit mancher früheren Rhapsody-Platte locker übersteigen. Die balladenhaften Klänge, etwa bei „Angel of Light“ oder „My Sacrifice“ wirken dank der grundlegenden Ernsthaftigkeit der Platte eher nach gelungenem Fantasy-Soundtrack als nach Kitsch. Dabei stellt Staropoli dem Sinfonischen und Orchestralen, das natürlich auch hier nach wie vor die Hauptrolle spielt, immer wieder groovige Riffs gegenüber, was dramaturgisch hervorragend funktioniert. Und wo die Gitarrenfraktion früher manchmal überfordert wirkte, können die durchdachten Riffs dieses Albums wirklich tragen; schließlich kommt auch in Sachen Soli hier alles noch eine Umdrehung spielerischer und einfach besser rüber als zuvor. Sänger Fabio Lione ist in Sachen Professionalität und Ausdrucksstärke ohnehin über jeden Zweifel erhaben und liefert eine von vorne bis hinten überzeugende Vorstellung ab. Und eben weil hier alles so ungekünstelt, entschieden und gekonnt rüberkommt, zählt Dark Wings of Steel für mich zu den besten Power Metal-Alben des letzten Jahres. Wer dem Genre generell etwas abgewinnen kann, mit Rhapsody aber bisher nicht warm wurde – jetzt ist die beste Gelegenheit dazu.

 

(Torsten)

 

http://www.rhapsodyoffire.com/


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