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totentanz nr. 29

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Susperia - The LyricistSusperia - The Lyricist

(Agonia Records)

Mit einem neuen Output haben sich die norwegischen Melodic Black/Thrash/Heavy Metal Barden SUSPERIA aus Romerike (bei Oslo) wirklich lange Zeit gelassen. Immerhin neun Jahre sind ins Land gezogen, bis mit „The Lyricist“ ein Nachfolger zum 2009er „Attitude“ Album an den Start geht. Mit dem neuem Sänger Bernt 'Dagon' Fjellestad (GUARDIANS OF TIME) im Gepäck, dessen Bühnendebüt als festes SUSPERIA Mitglied letztes Jahr auf dem 70.000 Tons Of Metal Festival gefeiert wurde, besinnt man sich ein Stück weit seiner Wurzeln und lässt wieder vermehrt Black Metal Elemente in den Gesamtsound einfließen. Dagon, der bereits als Ersatzmusiker für den, wegen eines Herzinfarkts ausgefallenen ursprünglichen Sänger Athera auf der „Attitude“ UK-Tour und für einige weitere Konzerte eingesprungen ist, macht seiner Sache alle Ehre. Mit einer weiten Range gesegnet, meistert er kräftigen, ausdrucksstarken Klargesang in verschiedenen Stilrichtungen und Timbres, über Deathgrowling, bis hin zum häretischen Black Gekeife mit Bravour.

 

Photo Credit: Espen BakkenDie schräge, aber ziemlich coole Mixtur aus Blastbeats, Death-, Thrash- und fast schon opernmäßigem, aber durchaus ansprechendem Klargesang, dazu die harten Doublebass Attacken zum passenderweise „I Entered“ betitelten Einstiegsgeballer, ist alarmierend und verstörend. Norwegens blackened Thrash / Heavy Metal-Band SUSPERIA, die sich 1998 (damals noch als SEVEN SINS) unter anderem aus ehemaligen Mitgliedern von DIMMU BORGIR, SATYRICON und OLD MAN'S CHILD zusammensetzten, bringen es auf den Punkt und bezeichnen ihre Musik als „Extreme Metal with melodic twists and a simple philosophy of no boundaries”. Und so stellt es sich dann auch dar, das sechste Studioexemplar des norwegischen Quintetts. 49:09 Minuten voller sinisterer, böser, schräger und zerstörerischer Klangwelten. Dabei tobt sich das niveauvolle Drummgewitter stets recht ergiebig aus, die anspruchsvollen Gitarrensounds gehen innerhalb der neun Tracks teils groteske Wege und Dagon singt, growlt und keift mal recht normal, mal richtig schön abgedreht und bringt gewaltig Abwechslung ins Spiel. Dem Sound steht der immer wieder durchdringende Klargesang wirklich gut zu Gesicht und schwächt ihn auch nicht wirklich ab, da im musikalischen Background doch stets schwer was los ist. Immer wieder wird zu harten Gesangsperformances hin gewechselt, die sich nicht gerne auf ein bestimmtes Genre festnageln lassen und munter zwischen den Stilwelten hin und her springen. Es sind im Allgemeinen schwer zu kategorisierende musikalische Landschaften, die sich SUSPERIA da an den Hut geheftet haben, denn es vergeht kaum mal eine Minute, in der man sich auf einen bestimmten Musikstil festlegen will. Die Songs haben jedoch klare Strukturen, sind recht komplex aufgebaut und durchaus zugänglich gestaltet und obschon oder vielleicht auch gerade weil die Aufnahmequalität selbstredend 1 A ist, hat man doch ein recht düster-melancholisches Klangbild erschaffen.

 

SUSPERIAAuch doomige Passagen und many, many classical Metalparts, die häufig mit interessanten Schlagzeugtechniken unterlegt sind und zu keinem Zeitpunkt Langeweile in den SUSPERIA Klangkörper diffundieren lassen, erhalten Einzug in den modernen und progressiven Crossover Stilmix. „The Lyricist“ ist ein nicht so einfach zu knackendes Album geworden, mit dem man, aufgrund seiner verwirrenden Komplexität und des wankelmütigen Abgrasens sämtlicher Stilmittel, erst nach und nach so richtig warm wird. Man kann ihm sein hohes, spielerisches Niveau aber zu keinem Zeitpunkt in Abrede stellen. Wenngleich die Jungs seit Jahren an diesen Songs arbeiten, meine ich jedoch, dass dem Album das gewisse Etwas fehlt, das es zu etwas wirklich besonderem machen würde. Die wirklich guten Songs bräuchten meiner Meinung nach einfach mehr Seele, um wahrhaftige Erhabenheit auszustrahlen. Das enorm facettenreiche und variable „The Lyricist“, welches mit Bedacht arrangiert und umgesetzt wurde, hat die Band zwischen Februar 2015 und Mai 2016 in drei verschiedenen Studios in Norwegen aufgenommen. Für den finalen Mix und das Mastering zu SUSPERIA 6.0 zeigte sich Marius Strand (CHROME DIVISION, THE WRETCHED END, IN VAIN) in seinem Strand Studio verantwortlich.


(Janko)

www.susperia.net
www.facebook.com/Susperiaofficial

 

 

Checkt auch mal die neuesten SUSPERIA Videos:
I Entered (Lyrik-Video):
https://youtu.be/WGQr4cLF63Q

The Lyricist:
https://youtu.be/wsPCXas5oys

My Darkest Moment:
https://youtu.be/oW00nyP9JTo

Heretic:
https://youtu.be/lzBeSCzZoEE


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