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Immortal – Northern Chaos Gods (Hail or Kill Review)Immortal – Northern Chaos Gods (Hail or Kill Review)

(Nuclear Blast)

 

Die große Frage war natürlich ob Immortal ohne ihren charismatischen Front Gaul Abbath überhaupt möglich sind? Als der Sänger/Gitarrist 2014 aufgrund von Streitigkeiten ging, standen Demonaz (Gitarre) und Horgh (Drums) plötzlich alleine da. Abbath startete eine nicht unerfolgreiche Solo Karriere unter eigenem Namen und das norwegische Duo Immortal ließ sich erst mal Zeit um sich neu zu sondieren und an frischem Material zu arbeiten. Das Ergebnis liegt nun vor – 8 garstige Stücke gebündelt unter dem Slogan „Northern Chaos Gods“. Produziert hat das Teil Peter „Hypocrisy“ Tägtgren und den Bass hat der umtriebige Schwede auch gleich beigesteuert. Die Vocals übernahm (wie schon auf seiner 2011er „March of the Norse“ Solo CD) der gute Demonaz. Und das klingt gut. Klar, Abbath hat bestimmte Akzentuierungen die ihn ganz eigen, markant machen und Demonaz geht eher in die „early Days“ Keif Richtung, aber das passt. Denn das musikalische Werk geht eh etwas „Back to the Roots“ zu Sperrfeuern ala „Blizzard Beasts“ oder „Battles in the North“. Die letzte Scheibe „All Shall Fall“ war ja vielerorts als zu zahm betrachtet worden, das kann man von neuem 2018er Stoff wie dem peitschenden Titeltrack, dem eiskalten „Called to Ice“ oder dem epischen Schluss Track (mein Fave!) „Mighty Ravendark“ nicht behaupten. Hier stimmt die Härte, Kälte und Aggression. Für mich sehr erfreulich ist das man immer wieder die Heavy Metal Riffs gespickten Midtempo Parts einstreut und damit an meine persönlichen Immortal Highlights „At the Heart of Winter“ und „Sons of Northern Darkness“ erinnert. Der druckvolle Tägtgren Sound tut seinen Teil dazu bei „Northern Chaos Gods“ zu einer runden Angelegenheit werden zu lassen. Mit Neugierde auf kommende Konzerte zücke ich im schweineheißen Sommer ein verschneites HAIL! (Arno)



Da kann ich Arno nur zustimmen! Statt von Abbath (der derzeit ja vor allem mit dem permanenten feuern seiner Mitmusiker beschäftigt ist) dick aufgeblasenen Mid-Tempo-Schunkel-Metal, bekommt man auf „Northern Chaos Gods“ endlich mal wieder das, was man von Immortal erwartet: Fiesen, eiskalt-scharf geschliffenen Black Metal. Und zwar so räudig wie seit Ende der Neunziger nicht mehr. Danke dafür, Demonaz und Horgh! Auch wenn auf dem Album sicher nicht alles perfekt rund läuft, die Wirkung, Ausstrahlung und Authentizität stimmt – was den Silberling tatsächlich zum Besten der Band seit 1999 („At The Heart Of Winter“) macht. HAIL! (Michael)

 

Lassen wir erst mal außen vor, dass es irgendwie gar nicht geht Immortal im Sommer zu hören. Dann kann ich Arno nur beipflichten. Auf „Northern Chaos Gods“ funktionieren Immortal auch ohne Abbath. Demonaz klingt zwar ganz anders als sein früherer Bandkollege, aber es harmoniert gut mit den Songs und diese haben es in sich! Nachdem „All Shall Fall“ mir viel zu seicht war, ist „Northern Chaos Gods“ wieder wie Immortal sein muss: Kalt und düster. Der Sound erinnert an die „Blizzard Beasts“ und die Songs sind ein Mix aus eben genannter Scheibe und „At The Heart Of Winter“. Der Opener und Titeltrack gibt gleich Vollgas und auch danach wird’s nicht langweilig. Songs wie „Into Battle Ride“ und „Grim And Dark“ lassen einen selbst bei 30 Grad etwas frösteln. Im Winter wird die Scheibe definitiv wieder ein paar Runden in der Anlage drehen. Bis dahin geht ein klares HAIL an die Jungs aus Norwegen, die ein sehr starkes Stück Schwarzmetall abgeliefert haben! (Larc)



Trennungen sind meistens hässlich, vor allem wenn es am Ende um Kohle(machen) geht. So war auch der Split von Demonaz & Horgh und ihrem ehemaligen Frontgaul und Aushängeschild Abbath mit einem unschönen Streit um Namensrechte und weiterem Tamtam verbunden. Während Abbath recht schnell mit einem neuem Album (angeblich der ursprünglichen neuen Immortal Platte) um die Ecke kam, haben sich Demonaz & Horgh etwas mehr Zeit gelassen und blasen nun mit „Northern Chaos Gods“ zum Angriff. Das vorab als Single veröffentlichte Titelstück macht dann auch gar keine Gefangenen und dürfte geschwindigkeitsmäßig mit das schnellste sein, was jemals unter dem Immortal Banner veröffentlicht wurde. Dieser brutale Hassbolzen legt die Latte auf jeden Fall verdammt hoch! Umso gespannter war ich auch auf das gesamte Album. Während dem ersten Hören wurde ich dann zunächst mal etwas von der unerwarteten Aggressivität etwas euphorisiert und auch überrascht, schon beim zweiten Durchlauf kam dann aber auch etwas Ernüchterung auf. Denn auch wenn man hier alle Immortal-typischen Trademarks zu hören bekommt, fehlt mir doch immer das gewisse etwas, das die Norweger so besonders gemacht hat. Ob dieses etwas das Knurren von Abbath ist? Möglich. Demonaz macht seinen Job am Mikrofon auf jeden Fall sehr gut, er klingt aber auch wie zahllose andere Sänger in dieser Sparte… Was kann man also abschließen sagen? Schlecht geht natürlich anders und auch wenn es sich bisher etwas negativ gelesen hat, ist „Northern Chaos Gods“ alles in allem ein (sehr) gutes Black Metal Album geworden, bei dem mir persönlich aber dennoch das gewisse Alleinstellungsmerkmal fehlt. Von daher viel Hail, aber auch ein bisschen Kill. (Dän)



 Die, mittlerweile zum Duo gedownsizete Bergener Schwarzmetallhorde IMMORTAL veröffentlicht dieser Tage ihre neunte, kaltschwarz eingefärbte Kultsaga rund um das fiktive Königreich Blashyrkh. Acht frostige, aggressive und soundtechnisch dichte Kompositionen, die man hier und da zur Entschärfung mit melodischen Strukturen unterlegt hat, paaren sich mit chaotischen Blasts in teils abartiger Geschwindigkeit, disharmonischen Gitarrenläufen, grimmigem Kreischgesang und unterkühlter Bosheit. In 42:21 Minuten geben die Nordmänner kein Stück Boden frei und ziehen straight und furios ihren musikalischen Kleinkrieg durch. Nur eben ohne Abbath, was meiner Meinung nach (und da bin ich ganz bei Arno, dem Verfasser der obigen Hauptkritik) aber nicht so schwer ins Gewicht fällt. Die Texte und Kompositionen stammten ohnehin von Demonaz himself, der nun seine eigenen Lyrics in die Welt hinauskreischen darf. Seine Vocals sind schroff, leicht heiser, unnachgiebig, versiert und authentisch, seine Gitarren durchaus schartig, schwermütig und dystopisch. Horgh ballert ebenfalls ordentlich drauf los und packt so einige niveauvolle Drumfiguren in sein abwechslungsreiches Schlagzeugspiel. Auch Peters‘ Bass wirkt schön präsent, was den IMMORTAL Sound durchaus etwas fetter macht. Wem das reicht, der wird mit „Northern Chaos Gods” sicherlich sehr glücklich werden. Dennoch muss ich anmerken, dass mir die musikalischen Strukturen und deren Arrangements auf Dauer dann doch etwas zu flach, unspektakulär und einsilbig ausgestaltet sind. Wie Arno bereits konstatierte, ist „Northern Chaos Gods“ zwar wieder richtig schön brutal, puristisch, schnell, wie auch gut gezockt und birgt tatsächlich ein paar nette Ideen, wie zum Beispiel beim dritten Track „Gates To Blashyrkh“, aber in der Gesamtbetrachtung ist es mir zu engstirnig und verbissen geraten. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mit meiner Meinung bezüglich des neunten IMMORTAL Werks wohl ziemlich alleine dastehe, muss ich sagen, dass die Klangchimäre „Northern Chaos Gods“ bei mir wenig Interesse weckt. Das Album hat für mich kaum Aussagekraft und weder Herz noch Seele...auch keine tiefschwarze. Vielleicht werden die Nordmänner IMMORTAL auch einfach zu sehr gehypt oder meine Erwartungen an das neue Album waren deutlich zu hoch gegriffen. In meinen Ohren ist „Northern Chaos Gods“ nicht mehr als ein durchschnittliches Album ohne wirkliche Höhen und Tiefen geworden. Ich zücke daher ein eisgekühltes Kill! (Janko)

 

 

Ich kann mich Arno da nur anschließen. Nach dem eher kraftlosen und nach Schema F klingenden „All Shall Fall“ habe ich von Immortal nicht mehr viel erwartet. Und ausgerechnet jetzt, wo Aushängeschild Abbath die Band verlassen hat, lassen Immortal diesen Kettenpanzer durch die Eiswüste von Blashyrk rollen und überzeugen durch lange nicht gehörte Kälte, Härte und Präzision. Offenbar hat der erzwungene Neusortierung gut getan, auch wenn Abbath natürlich fehlen wird. Vielleicht hätte man den Neustart nutzen können, um (nicht zuletzt auch thematisch) neue Gefilde zu erschließen, aber Immortal spielen hier erstmal auf Sicherheit und kompensieren den Weggang durch ein beherztes 'weiter so'. Vielleicht nicht die mutigste und originellste Variante, aber sie funktioniert bestens. Klares Hail! (Torsten)

 

https://www.immortalofficial.com/

 

 

 


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