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ORANSSI PAZUZU - Mestarin kynsiORANSSI PAZUZU - Mestarin kynsi
(Nuclear Blast)


Auch das fünfte skurrile Soundgebilde "Mestarin kynsi", der finnischen Band ORANSSI PAZUZU hat es einmal mehr in sich. Die, aus Tampere und Seinäjoki stammenden Psychedelic Space Black Rocker beschäftigen sich gerne mit dem Kosmos, dem Astralen oder dem Transzendentalen und lassen die Vergeistigung dieser Elemente nur allzu gerne in ihre abstrakte Klanwelten einfließen. ORANSSI PAZUZU, steht hierbei Pate für einen Winddämon der mesopotamischen Mythologie, wobei ORANSSI aus dem Finnischen übersetzt "orange" (die Farbe der kosmischen Energie) bedeutet und PAZUZU eben für den babylonischen Dämon "Pazuzu" steht. Das finnische Five Piece, das seit 2007 seine Bahnen um die entferntesten Gestirne des Universums zieht, bezeichnet seinen extraterrestrischen Stilmix als Mischung aus Black Metal, Space Rock, Psychedelic und Experimental. Es ist aber schon echt harter Tobak und teilweise schwer verdaulich, was einem die Finnen da zum Fraße vorwerfen. Das muss man schon sagen!
 
In 50:12 Minuten gilt es sechs progressiv-neurotische Tracks voller spacig-astraler Gitarrenklänge, geistesgestörter, treibender Rhythmen, knarzig-heiserer Vocals, und verquerer Synth-Soundrituale zu vernehmen, die wie aus einer anderen Galaxie klingen. "Mestarin kynsi", was übersetzt soviel bedeutet wie "die Klaue des Meisters", bietet experimentellen Post- oder Avantgarde Black Metal, der einem an so manch exponierter Stelle das Hirn überkochen lässt. Das Ganze reicht dabei von Minimalismus bis zur totalitären Überfrachtung und ist selbstredend so richtig schön schräg und abgedreht, ja regelrecht bizarr. Einen breiten Markt werden die Frequenztüftler ORANSSI PAZUZU mit ihrem extravaganten Stilmix wohl kaum erobern, aber das scheint auch nicht ihr primäres Ziel zu sein. Es sind auch eher die, für Black Metal vergleichsweise ruhigen oder zumindest ausladenden, langsamen, neurotischen bis hypnotischen Klangkosmen, die ORANSSI PAZUZU für sich entdeckt haben. Photo: Tekla ValyDiese werden mit allerlei genrefremden und äußerst ungewöhnlichen Klangpartikeln angereichert. Einziger extremer Ausreißer sind die verzerrten und brutalen Neuro-Loops und das Gekreisch zu "Taivaan portti" (Himmelspforte). Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da oben am Himmelstor derart tumultartig zugeht...

 

Die bewusstseinseweiternde Droge "Mestarin kynsi" ist schon eine echt groteske Interpretation des Black Metal, in der sämtliche (70ies Prog, Space Rock und auch elektronische Supernatural Acid-House) Elemente ineinander verschwimmen und letztlich miteinander verschmelzen. Die dadurch erzeugte paranoide, raumkalte und dystopische Atmosphäre fingen ORANSSI PAZUZU erneut mit ihrem Co-Produzenten Julius Mauranen in ihrere Heimatstadt Tampere, Finnland ein. "Mestarin kynsi" ist die astrale Reise auf dem Möbiusband, um losgelöst von Raum und Zeit neue Pfade und gegenteilige Sichtweisen zu erforschen. Die selbsternannten Antitraditionalisten ORANSSI PAZUZU hatten eben schon immer transzendentale Ziele im Herzen. "Mestarin kynsi" zieht sein Auditorium unweigerlich in seinen Bann, lädt selbiges zum Wegdriften und Träumen ein, nur um es im Anschluss rüde durchzurütteln, anzuschreien oder einfach mal fies ne Nadel ins Ohr zu stechen. Die einen werden das neue ORANSSI PAZUZU Album lieben, aber die meisten werden sich an dem neurotischen Soundwust des verwirrenden Klangspektakulums die Zähne ausbeißen. Ich mag ja eigentlich verrückte Musik, aber ich bin nach dem x-ten Durchgang immernoch hin und hergerissen...soll ich des Meisters Klaue nun gut finden oder eher nicht?


(Janko)

http://www.oranssipazuzu.com/

https://www.facebook.com/oranssipazuzuband/

 

 

Checkt das Video zu

Uusi Teknokratia:

https://youtu.be/ScMbsZW3qn4


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