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CHAOS OVER COSMOS - The Ultimate MultiverseCHAOS OVER COSMOS - The Ultimate Multiverse
(Narcoleptica Productions)


Unverhofft kommt selten oft. Da schrieb mich die Tage der, mir bislang unbekannte polnische Musiker Rafal Bowman (Guitars, Synths, Drum programming, Songwriting), des mir ebenfalls bis dato unbekannten Progressive Melodeath Projektes CHAOS OVER COSMOS an und bat um eine Bemusterung vom Totentanz Magazin. In der Regel mangelt es derart angepriesenen Produktionen an Sorgfalt und Know-how in umfassender Hinsicht und so macht es zumeist wenig Freude, sich derart fruchtlose Zusatzarbeit aufzuhalsen. Rezensenten-Kollegen wissen sicherlich wovon ich spreche ;-). Ganz anders verhielt es sich jedoch im Falle der 2015 gegründeten Combo CHAOS OVER COSMOS, die mich mit ihrem breitgefächerten, offenen Sound sogleich begeistern konnten. Nach ihrem Debüt "The Unknown Voyage" aus dem Jahre 2018 haben die Melodeather mit der selbstbetitelten 2019er "Chaos over Cosmos" EP und der 2020er "II" EP noch zwei weitere Mini-Outputs nachgeschoben. Nun hat man diese beiden EPs, auf denen bereits der neue Sänger (nämlich der Australier Joshua Ratcliff) zu vernehmen war, ganz einfach miteinander verschmolzen und somit sein zweites Komplettwerk "The Ultimate Multiverse" am Start. Die beiden Musiker haben sich noch nie persönlich getroffen und kommunizieren ausschließlich über das Internet. Dass dies ganz gut zu funktionieren scheint, beweist das zweite Vollwerk des polnisch-australischen Meldodic'n'Progressive Death/Black Duos auf eindrucksvolle Weise.

 

Mit Joshua Ratcliff's vielseitigen und ansprechenden Gesangsperformances, die von richtig starkem cleanen Gesang über Death Growling, bis hin zu Black Metal Gekeife reichen und einem technisch eingefärbten, progressiven Sound, mit starken, ernstzunehmenden Leads, sowie einem modern ausgelegten Riffing (das zum Teil härteren IN FALMES oder CHILDREN OF BODOM Alben nicht unähnlich ist), bleibt die polnisch-australische Kooperation stets bodenständig spacig und wirkt zu keinem Zeitpunkt gekünstelt, verspielt oder übertrieben. Alles hat seinen festen Punkt im Universum und daran hält man fest. Man frönt zwar oftmals den schnelleren Drumabfolgen, inklusive häufiger Blastattacken, wirkt aber in der progressiv ausgelegten Gesamtheit nicht allzu brachial. Der Härtegrad ist aber in exakt dieser Form perfekt gewählt und bindet die ausladenden instrumentalen Passagen, sowie die Anleihen aus dem Heavy Metal und dem Power Metal Bereich arschtight in den weit gefassten Klangkosmos des Melodeath Duos ein. Dass die Drums im Falle von CHAOS OVER COSMOS aus der Konserve kommen, stört hierbei beim besten Willen nicht. Auch wenn selbige ein klein wenig satter rumpeln könnten, klingen sie prinzipiell nach echtem Drumplay und keinesfalls künstlich.

 

Rafal Bowman zeichnet mit seinen Leads ein gelungenes Auf und Ab der Emotionen nach. Der Klargesang gefällt mir im Falle des Einstiegssongs "Cascading Darkness" sogar noch besser, als die harschen kräftigen, teils derben Black und Death Vocals, die man meinem Empfinden nach gerne etwas fetter hätte abmischen dürfen. Im darauffolgenden "One Hundred" arbeitet man mit passenden, einleitenden oder einfach nur untermalenden Synthsounds. Spacig anmutende Modern Metal Klänge münden anschließend in New Wave Sounds der 80er und geben sich anschließend im Wechsel die Klinke in die Hand. Eine interessante Mischung, die im Anschluss in eine frische, progressive Metal Nummer mit einem abgefahrenen Leadgitarrenspiel einfließt. Mit einer Prise Groove und adultem Metalcore stimmig abgeschmeckt, erzielen CHAOS OVER COSMOS catchy Riffabfolgen, ausgeklügelte Arrangements und einen spannungsgeladenen Aufbau, gerade so als ob die beiden nie etwas anderes gemacht hätten. Lediglich beim dritten Track "Worlds Apart" wird mir etwas zu intensiv an den Saiten gefrickelt, der Song geht aber insgesamt trotzdem absolut in Ordnung und glänzt mit an sich starker Gitarrenarbeit, sowie Joshua's Klargesang der zum Teil mit einer Death/Thrash Vocal-Doppelung kombiniert wurde. Ohnehin zeugen die Gitarrenklänge, die Rafal aus den Saiten kitzelt, von einem Virtuosen am Sechssaiter, aber auch das Drumprogramming schien ihm einfach von der Hand zu gehen. Auch beim vierten Track "Consumed" umgarnen immer wieder spacige Gitarren- und Synthsounds die bockstark in Szene gesetzten Klangwelten. Ebenso stechen hier der exzellente Klargesang, sowie das röchelnd-dämonische Growling als klare Highlights aus einem rundum gelungenen Progressive Death Metal Song hervor. Mit dem gelungenen Instrumentalstück "Asimov" verabschiedet sich das polnisch-australische Melodeath Konglomerat auf würdige Art und Weise.

 

Die sechs "neuen" Tracks auf "The Ultimate Multiverse" haben ganz ordentliche Lauflängen und bringen in ihrer Gesamtheit eine Rotationszeit von 41:48 Minuten auf die Waage. Es sind Songs, die zum Nachdenken, Träumen und Wegdriften einladen. Gerne nimmt man diese Einladung an, lehnt sich zurück und genießt ein von vorne bis hinten ausgewogenes und alles andere als sperriges Album. Natürlich reißen einen CHAOS OVER COSMOS immer mal wieder aus der ureigenen Gedankenwelt, was ihr progressiver Death Metal Style nun mal unweigerlich mit sich bringt. Dennoch oder gerade deswegen both thumbs up…für ein vielversprechendes Projekt und ihr vielversprechendes zweites Album!!!


(Janko)

 

https://chaosovercosmos.wixsite.com/
https://www.facebook.com/chaosovercosmos


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