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BLACK CROWN INITIATE - Violent Portraits Of Doomed EscapeBLACK CROWN INITIATE - Violent Portraits Of Doomed Escape
(Century Media)

Die US-amerikanischen Death Metaller BLACK CROWN INITIATE haben sich im Februar 2013 in Reading, Pennsylvania formiert. Mit ihrem dritten full-length Album "Violent Portraits Of Doomed Escape" bezeugen sie erneut ihre positive Haltung gegenüber ernsthafter, keinesfalls verspielter, zeitweise fast schon verhaltener Progressivität. In der Regel bin ich ja nicht unbedingt ein Fan von cleanem Gesang im extremeren Metalbereich, doch Ausnahmen bestätigen die Regel, denn gerade durch den Einsatz der unterschiedlichen Gesangsstile erkämpfen sich die pennsylvanischen Totengräber zusätzliches Terrain. Der ansprechende, unaufdringliche und sympathische Klargesang von Gitarrist Andy Thomas konterkariert das passgenau sitzende, aggressive Death Roaring und das dunkelkehlige Growling von Frontmaschine James Dorton, welches zeitweise samt dem typischen, tiefergelegten Gitarrensound schon fast Richtung Deathcore, Tech Death oder Slam Death schielt. In der Gesamtbetrachtung ist das Fourpiece aber noch meilenweit davon entfernt. Auf "Violent Portraits Of Doomed Escape" kommen eben die leisen Töne, ebenso wie fieses Geballer gleichermaßen zur Geltung. So müssen als Einleitung zu den insgesamt neun Songs oftmals mehr oder minder ausgedehnte Akustikpassagen herhalten, die in der Regel von wütenden, bis erzürnten Ausbrüchen weggesprengt werden.

 

"BLACK CROWN INITIATE ist der Klang eines fühlenden Wesens, das mit sich selbst und allem anderen Krieg führt; eine Entität, die an ihrem einfühlsamen Leben festhält, während ihre innere und äußere Welt stirbt."

Das Grundprinzip des Quartetts liegt zumeist in den mittleren Bereichen der Geschwindigkeitsskala, doch mit nur einem Tempo gibt sich Session-Drummer Gabe Seeber (THE KENNEDY VEIL) weiß Gott nicht  zufrieden. In 50:03 Minuten stoßen BLACK CROWN INITIATE in Grenzbereiche zwischen epischen, auch treibenden Momenten, sowie zeitweiligem Chaos und gewaltigen Eruptionen vor, die auf vielen Metaebenen funktionieren und einerseits zum Träumen einladen, anderseits wachrütteln sollen oder auch zum konzentrierten Zuhören einladen. BLACK CROWN INITIATEUnd so wird mit den progressiven, technisch aber nicht überstrapazierten Gitarrenparts eine zurückhaltend neurotische und bedrückende, bisweilen auch mal spacige Stimmung heraufbeschworen. Stakkato-Palmmuting hat man ebenso drauf, wie sphärische und progressive Auswüchse, Tremolospiel, pfeilschnelles Riffing oder schrille Ausbrüche. Es ist und war eben zu keinem Zeitpunkt BLACK CROWN INITIATEs Plaisir "easy-listening-music" als Fastfood für die breite Masse zu kreieren, obschon ich zugeben muss, dass "Violent Portraits Of Doomed Escape" durchaus eine gewisse Zugänglichkeit mit sich bringt. Es ist aber mehr die Wechselwirkung zwischen Sanftheit und Härte, die hier zum Tragen kommt und das Fundament der musikalischen Ausrichtung bildet. So finden immer wieder doomige Passagen, technisches Gemetzel und ausschweifender Avantgardismus Einzug in die komplexen Strukturen der US-Prog Deather. Die klaren Gesangslinien klingen dabei vom Timbre, der Betonung oder dem Stil her gesehen zwar relativ gewöhnlich, sind dennoch passend für die musikalische Architektur und den starken Aufbau der einzelnen Songs.
 

BLACK CROWN INITIATE liegen mit ihrem Kurzweil versprechenden Stilmix irgendwo in der Schnittmenge zwischen älteren OPETH, KATATONIA und OBSCURA, bewahren dabei aber durchaus ihren eigenen Stil. Ihre Texte befassen sich dabei häufig mit der Dualität von Leben und Tod, der Philosophie, dem Nihilismus, dem Universum, aber auch der Traurigkeit, der Freude, der Verzweiflung und sämtlichen ihrer Zwischenstufen. Sie sollen den Hörer berühren, aber es ihm überlassen eigene Interpretationen zu schaffen und darüber zu reflektieren. Aufgenommen wurde BLACK CROWN INITIATE 3.0 von Carson Slovak and Grant McFarland (AUGUST BURNS RED, LORNA SHORE, RIVERS OF NIHIL) im Atrium Audio in York, Pennsylvania. Soundtechnisch gesehen ist "Violent Portraits Of Doomed Escape" natürlich bombastisch, aber auch ein wenig steril geworden. Man könnte innerhalb der Stücke auch durchaus markanter rüberkommen und dadurch individueller erscheinen. Dass man das allemal drauf hat, zeigt schließlich der träumerische Violinen-/Piano Rausschmeißer "He is The Path". Alles in allem ist "Violent Portraits Of Doomed Escape" aber eine Runde Sache, die richtig Spaß macht!


(Janko)

https://de-de.facebook.com/BlackCrownInitiate/

 

 

Checkt die Videos zu:

Holy Silence:

https://youtu.be/H8AV0_0GZXo

 

Son of War:

https://youtu.be/3goI9nJNpmw

 

Death Comes in Reverse:

https://youtu.be/pkpe-b9C4xE

 

Invitation:

https://youtu.be/IEqHmD55Qpw


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