Aktuelles Magazin

tt 31

Totentanz on
Totentanz Magazin bei Facebook

Free PDF 

Aktuell sind 1239 Gäste und keine Mitglieder online

Vildhjarta - måsstaden under vattenVildhjarta - måsstaden under vatten

(Century Media)

 

VILDHJARTA bedeutet aus dem Isländischen übersetzt so viel wie "Wildes Herz" und das hört man der Musik, der 2005 in Hudiksvall gegründeten, schwedischen Chaostheoretiker auch an. Gerade was die bombastischen Skills am 4- und den beiden 6-Saitern anbetrifft, haben sich die Progressive Djent Götter einmal mehr übertroffen. Seit dem Debüt Full-Length "Måsstaden" (Möwenstadt) sind jedoch auch ganze zehn Jahre ins Land gezogen. Dafür hat das lange Warten nun, nach über einer Dekade endlich ein Ende und wird mit dem knapp 80-minütigen (!!!) Zweitschlag "Måsstaden Under Vatten" (Möwenstadt unter Wasser) belohnt. Das polyrhythmische Konzeptalbum der anspruchsvollen Klangchimäre VILDHJARTA, ist von seiner exaltierten Intensität, sowie seiner extravaganten musikalischen Architektur her gesehen, am ehesten als eine Art DEVIN TOWNSEND PROJECT meets GOJIRA meets MESHUGGAH meets STRAPPING YOUNG LAD meets TOOL anzusehen.

 

Mit "Måsstaden Under Vatten" wurde ein außergewöhnlicher Stilmix zur ureigenen Kunstform verklärt, der dabei knietief im Low- bis Midtempo watet, sein Auditorium zum Nachdenken, Träumen und Fallenlassen animiert, selbiges aber auch immer wieder unsanft aus seinen Tagträumereien herausreißt. Und so durchziehen zerklüftete, unebene, fast durchgängig stakkatohafte Gitarren-, Schlagzeug- und Synthesizer-Soundlandschaften die extravagante, disharmonische und sinistre Darbietung. Die beiden Extrem Metal Weirdos Daniel Bergström und Calle Thomér spielen dabei sämtliche Gitarrenfrequenzverwerfungen durch und kitzeln ultrageniale Soundgebilde aus ihren tiefer gestimmten Klampfen. Der Meister hinter den Kesseln Buster Odeholm (HUMANITY’S LAST BREATH) feuert gerne einzelne Drumsalven ab und überzeugt mit seiner tödlich präzisen Schlagzeugarbeit. Der omnipräsente Tieftöner, dessen Seiten von Sänger und Bassist Vilhelm Bladin angerissen werden, sowie dessen passend angelegtes, kräftiges bis grobschlächtiges Death Growling, legen sich wie edelstes Geschmeide um die technischen Meisterleistungen des Quartetts. Aber auch die ein oder andere anmutig und clean gesungene Strophe verirrt sich schon mal zwischen die oftmals wuchtigen Soundwände. Dann driften die Schweden gerne in episch-ausladende Gefilde ab. ©VILDHJARTA Die Progressive Death-, Djent-, und Slam-Entourage VILDHJARTA arbeitet auf ihrem leicht chaotisch erscheinenden extrem Metal Klangspektakel "Måsstaden Under Vatten" häufig mit Lautstärkedynamiken und bezeichnet ihren Stil als Thall. Ein Kunstwort, das an dem Charakter Thrall aus World Of Warcraft angelehnt ist.

 

Der alle Sinne ansprechende und Aufmerksamkeit heischende Stil des Schweden-Vierers ist eine alles andere als leicht zu knackende Musikform. Auf "Måsstaden Under Vatten" werden nämlich ein paar echt schräge und abgedrehte Ideen umgesetzt. Dabei werden neben Keyboardsounds, die sich häufig in Pianoklängen und Soundlayers äußern, etliche Breakdown-Eruptionen, die im Falle der Djent-Psychos eher als unauffälliges, schmückendes Beiwerk anzusehen sind, sowie einige Timebending-Sequenzen eingeschoben, die dem ausdrucksstarken und ausschweifenden Opus einen ganz besonderen Nachhall verleihen. Die düstere bis bedrohliche Atmosphäre, die allerdings auch von Aufbruch und "sich-nicht-unterkriegen-lassen" kündet, besitzt eine ausdrucksstarke Aura, ein frisches, seiner Zeit vorausschauendes Flair und ein apotheotisches Charisma, welche von Anfang an mein wildes Herz berührten. "Måsstaden Under Vatten" ist eben ein Hörvergnügen der besonderen Art, deren Produktion, Mix und Mastering von Schlagwerker und Produzent Buster Odeholm (BORN OF OSIRIS, SHADOW OF INTENT) übernommen wurde. Auch das Cover des bildenden Künstlers Rickard Westman, der bereits für das Artwork des Debüts "Måsstaden", sowie der 2013er EP "Thousands of Evils" verantwortlich war, drückt in gewisser Weise aus, was den geneigten Hörer auf dem kongenialen Zweitwerk erwartet. Unheimlich abwechslungsreich und vielschichtig ausgeartet, ergeben Teil 1 und Teil 2 zusammengenommen 17 Tracks, mit einer Gesamtlaufzeit von sage und schreibe 80:12 Minuten. Das nenne ich einmal mehr value for money!

 

(Janko)

 

https://www.facebook.com/vildhjartaofficial

 

 

Hier könnt ihr euch audiovisuell austoben:

Videos:

den helige anden (under vatten):

https://youtu.be/bSZMZiGpBxo

        

när de du älskar kommer tillbaka från de döda:

https://youtu.be/OlqifH96ZlE

 

kaos2:

https://youtu.be/_1CgHq4az8Y

 

toxin:

https://youtu.be/RgtP7ARtAD8

 

penny royal poison:

https://youtu.be/p69dXa5BSx4

 

toxin (calle thomér playthrough):
https://youtu.be/Dp1xC0GcMtc

 

toxin (buster odeholm drum playthrough):

https://youtu.be/XEt1t3Ip2aI


Musik News

Live Reviews

Movie News