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Wiegedood - There's Always Blood At The End Of The RoadWiegedood - There's Always Blood At The End Of The Road

(Century Media Records)

 

Mit ihrer vierten Kreischsäge "There's Always Blood at the End of the Road" haben die belgischen Black Metaller WIEGEDOOD mal wieder den Vogel abgeschossen. Das 2014 in Gent (Ostflandern) gegründete Power-Bündel wird mit seinen auf die Spitze getriebenen Gitarrensound-Loopings der Extreme, für reichlich Zuwachs in den Psychiatrien des Landes sorgen. Die dreiköpfige Hydra WIEGEDOOD hat nämlich wahrlich Hummeln im Arsch und jagt einem mit dem dramaturgischen Aufbau der einzelnen Songs, Wim Coppers toxischen Splatter-Drumparts, und dem, im Black Metal wohl so ziemlich einzigartigen, schizophrenen und galligen Screaming von Gitarrist und Front-Kotztüte Levy Seynaeve, mächtig Angst ein. Diese irrsinnig entrückten, erschreckenden und zerstörerischen Ambient Sounds sind die brachialen Frequenzverwerfungen der Apokalypse und so verstörend wie ein Vorschlaghammer aufs Knie!

 

Der derbe, häretische Pesthauch von WIEGEDOOD (was dem Niederländischen entstammt und am besten mit "plötzlicher Kindstod" übersetzt werden kann) als Gesang zu bezeichnen wäre zwar vermessen, aber was gibt es denn bitteschön für passendere und schönere Vocalparts für diese unerbittliche Art der Musik? Als Vergleich dazu fällt mir höchstens Dave Hunt (ANAAL NATHRAKH) ein, der da noch mithalten kann. Auch rein musikalisch könnten die einen oder anderen Passagen durchaus von den, in Birmingham ansässigen Extrem Metallern stammen. Das hart schranzende Mahlstrom-Riffing von Gilles Demolder wird des Öfteren von teuflischem Gitarrenwerk im Tremolo begleitet und erschafft auf diese Weise diese wunderbar beängstigende und alarmierende Soundkulisse. Disharmonie reiht sich an Disharmonie und wird in eine kaum als solche erkennbare, melodische Korsage gezwängt. Alles unterwirft sich dem Looping-Gedanken, alles wird tot gekrischen. © WIEGEDOODHassprediger Levy kann aber auch unterwürfig weinerlich, wie bei der zweiten Nummer "And In Old Salamano’s Room, The Dog Whimpered Softly", wenn es denn kein rückwärts abgespieltes Sample ist oder dem absoluten Wahnsinn nah, wie bei "Theft And Begging", aber auch den stoich kehligen Klargesang im rituellen Didgeridoo-Style, wie bei "Now Will Always Be", sowie beim Rausschmeißer "Carousel" hat der Mikrophonmembran-Killer drauf.

 

WIEGEDOOD haben auf ihrer turbulenten Reise in den innersten Kern des eigenen Ichs, wahrlich fette Ideen umgesetzt. Nicht zuletzt die hintergründig eingeflochtenen, zum Teil erst beim genaueren Hinhören erkennbaren Samples, schneiden mir ein verschmitztes Grinsen in die Visage. Im Prinzip geht es den Belgiern darum, grundsätzlich wieder aufzustehen. Den Schmerz anzunehmen und zu überwinden, anstatt sich von ihm definieren zu lassen. Und so fressen sich neun Tracks mit Brachialgewalt durch ihre 44:30 Minuten Gesamtspielzeit. Die wüste und absolut kompromissbefreite Vorgehensweise wird dabei sicherlich nicht jedermanns Sache sein. "There's Always Blood at the End of the Road" ist nämlich ein erdrückend durchgeknalltes Album zum totalen Ausrasten geworden. Und wenn du es nicht tust, wird es das Album für dich tun! Garantiert!!!

 

Die angekündigte Europarundreise mit PORTRAYAL OF GUILT, die jetzt im Januar bis Ende März stattfinden sollte, musste aufgrund der Covid-Situation leider nach hinten verschoben werden. Genaue Tourdates wird die  Black Metal Übermacht WIEGEDOOD in Kürze bekannt geben. Zitat: „Darum geht es am Ende: die Musik live zu erleben, so laut und schmerzhaft, wie wir es uns vorgestellt haben.“

 

(Janko)

https://www.wiegedood.com/

https://www.facebook.com/wiegedood

 

 

Checkt das Blut am Ende der Straße:

Nuages:

https://youtu.be/VGYiWBzhuTg

 

Now Will Always Be:

https://youtu.be/kFgZXviA594

 

FN SCAR 16:

https://youtu.be/iAOym9_-rXU

 

Carousel:

https://youtu.be/bCx7DFerigg


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