Pain - I AmPain - I Am
(Nuclear Blast)
 
Ganze acht Jahre nach dem letzten PAIN-Album hat sich Peter Tägtgren wieder aufgerappelt und präsentiert mit „I Am“ das neunte Werk seines Industrial-Metal-Projekts.
Dass sich der Schwede in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, gerade was Verschwörungserzählungen angeht, lassen wir mal außen vor.Thematisch handelt auch kein Song des Albums direkt von solcherlei Unsinn (was auf dem letzten Album mit u.a. „Black Knight Satellite“ noch anders war). Wenn man wollte, könnte man in „Revolution“, geschrieben von Peters Sohn Tägtgren, noch solche Hintergründe vermuten. Weiter im Text, jetzt habe ich diesem Thema nämlich trotzdem eine Passage gewidmet.
Bei Peters Hauptband Hypocrisy stören mich manchmal die schematischen Songaufbauten und die einfachen Melodielinien. Bei PAIN passen sie wie die Faust aufs Auge. Denn, seien wir ehrlich, PAIN schreiben Popsongs, die aus Versehen zu viel und zu tiefe Gitarren im Mix haben. Das bereits 2021 ausgekoppelte „Party In My Head“ oder „Go With The Flow“ sind beste Beispiele dafür. Diese Songs funktionieren perfekt in jeder Metal-Disco. Die beiden größten Experimente, wenn man hier von solchen sprechen will, stehen mit „My Angel“ und „Fair Game“ am Ende des Albums. „My Angel“ punktet mit weiblichem, französischem Gesang, „Fair Game“ mit einer nachdenklichen, nostalgischen Atmosphäre. Vielleicht eher für die After Hour geeignet, weniger für den Dancefloor.
Alles in allem ist „I Am“ ein Album, wie man es von PAIN erwartet. Ja, es ist schön, dass Sebastian Tägtgren mit „Don’t Wake The Dead“ und dem bereits erwähnten „Revolution“ zwei Songs beigesteuert hat. Aber auch diese klingen letztlich wie das Material seines Vaters. Wenn man es nicht wüsste, würde es nicht auffallen. Zudem sind alle Nummern vom ersten Durchlauf an eingängig, Songs wie „Go With The Flow“ oder „Push The Pusher“ bleiben auch ein paar Tage im Kopf, zum mehrmaligen Hören hintereinander ist „I Am“ eher nicht geeignet. Dafür nutzt sich die Musik, wie so viel Popmusik, zu schnell ab.

(Manuel)
 

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