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Jagd auf einen UnsichtbarenJagd auf einen Unsichtbaren

(Koch Films)

 

Nick Halloway ist Gein Topmanager und hat seine stabile Position im Unternehmen mehr seinen Fähigkeiten als Blender denn seinem geschäftlichen und beruflichen Fähigkeiten zu verdanken. Nach einer durchzechten Nacht in Nicks liebsten Gentleman Club in San Francisco eilt er mit brutalem Kater zu einem Geschäftstermin in einer Forschungseinrichtung. Um seinem Businesstermin halbwegs folgen zu können macht er sich (ganz der seriöse Businessman) auf die Suche nach einem ruhigen Eck um eine Mütze voll Schlaf zu finden. Er selbst trägt mit seiner oberflächlichen und rücksichtslosen Art maßgeblich am folgenden Unfall bei und wird als Opfer einer enormen nuklearen Strahlung ausgesetzt. Ab sofort ist Nick nicht mehr der selbe. Er wird bildlich zu einem unsichtbaren Menschen. Was für ihn selbst und für viele andere durchaus eine mal eine interessante Vorstellung war und ist, entpuppt sich für Halloway zu einem Alptraum. Die Folgen der Unsichtbarkeit ermöglichen nämlich nicht nur die Leute zu erschrecken und nie für möglich gehaltene Dinge zu machen, sondern führen aufgrund seiner Unsichtbarkeit und somit Durchsichtigkeit dazu, dass er nicht mehr schlafen kann und seine inneren Organe bei Aktivität sichtbar werden. Ein verdauender Magen ist sicherlich nicht für jeden ein schöner Anblick. Neben diesen Tücken seines neuen Ichs, befindet sich Nick Halloway auf der Flucht vor skrupellosen Regierungsorganisation, die seine Unsichtbarkeit in ihren Labors untersuchen wollen und eben diese Fähigkeit für ihre geheimen Operationen nutzen zu können. Wäre da nicht die hinreißende Alice Monroe wäre er auf seiner Flucht ganz auf sich alleine gestellt.

 

„Memoirs of an Invisible Man“ (Originaltitel) ist sowohl für den Regisseur John „Escape from New York“ Carpenter als auch für den Star des Films Chevy „Fletch – Der Troublamaker“ Chase eine der untypischsten Filme ihrer Karriere. John Carpenter hat mit einem Film wie „Halloween“ die Blaupause im Horror-Slasher Genre geliefert und auch mit Streifen wie „Escape from New York“, „Assault on Precint 13“, „The Live“ oder „The Thing“ Kultfilme und Dystopien geschaffen, die noch heute kalte Schauer den Rücken runterrinnen lassen. Chevy Chase hingegen ist dem internationalen Comedy Fan hingegen durch Filme wie die „Griswold“-Reihe oder seiner Rolle als chaotischer Investigativjournalist „Fletch“ in bester Erinnerung. Die Kooperation der beiden ist also durchaus ebenso interessant wie ungewöhnlich. Für Carpenter weniger aufgrund des Fantasy und Mystery Elements, denn für die Familienfreundlichkeit und für Chase weniger für die komödiantischen Aspekte als für das Fantasyexperiment. Auch wenn der Film nicht unbedingt großen Erfolg hatte und John Carpenter ihn mehr als Auftragsarbeit denn als Wunschprojekt ansieht, habe ich ihn schon als jugendlicher in den frühen 90er Jahren gemocht, da einerseits einer meiner liebsten Regisseure als auch einer meiner liebsten Comedians bei dem Projekt zusammengearbeitet haben. In Retrospektive hat „Jagd auf einen Unsichtbaren“ auch nichts an seinem Charme verloren. Ein Thema, dass seit je her fasziniert und immer wieder auf unterschiedliche (meist actionreichere) Art und Weise aufgegriffen wird („Hollow Man aus dem Jahr 2000 oder „The Invisible Man“ aus dem Jahr 2020). Der Streifen von John Carpenter überzeugt durch die geradlinige Inszenierung, die für Anfang der 90er Jahre wirklich starken Effekte, einem charismatischen Chevy Chase, einer bezaubernden Daryl „Kill Bill“ Hannah sowie eines wunderbar fiesen Sam „Peaky Blinders“ Neil. „Jagd auf einen Unsichtbaren ist auch fast 30 Jahre nach seiner Prämiere für mich weiterhin ein unterhaltsamer und guter Streifen, der in seiner Gesamtheit leider unterbewertet ist.

 

Koch Films legt den Film mit gutem Sound und sauberem Bild neu auf Blu-ray auf. Im Bonusbereich findet sich ein Making Of.

 

(Zvonko)

 


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